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Full text of "Die gehirnnerven der saurier anatomisch"

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1 



Die Gehirnnerven der Saurier 



anatomisch untersucht 



von 



«F. Cr. Wischer Jlr. 



ordentl. Lehrer an der Realschule des Johanneums. 



\SGÜ "0 






«17« 



hA) > 2 1987 r *<*. 



Vorwort. 



MJie durchgreifenden Unterschiede, die zwischen der Klasse der Amphibien 
(Amphibia nuda) und derjenigen der Reptilien (Amphibia squamata) bestehen, 
sprechen sich auch in der Anlage ihres Nervensystems so deutlich aus, als es 
nur immer der allen Wirbelthieren gemeinschaftliche Plan verstattet. Bei den 
ersteren fehlen einzelne Paare von Hirnnerven constant (eine Wurzel des Acces- 
sorius ist bisher bei ihnen nicht beobachtet, und der Hypoglossus hat nie eine 
Hirnwurzel), die Reptilien dagegen haben alle zwölf Paare; bei jenen findet 
zwischen den vorderen Hirnnerven häufig eine Verschmelzung statt, hier sind 
gerade diese, insbesondere die Augenmuskelnerven beständig ganz frei, und die 
hinteren Hirnnerven vielmehr zeigen eine grosse Neigung, sich zu gemeinschaft- 
lichen Stämmen zu verbinden; dort findet fast jede derartige Verschmelzung 
schon im Schädel, in Folge des Durchtrittes mehrerer Nerven durch eine gemein- 
schaftliche OefFnung statt, — hier hat jeder Nerv (mit Ausnahme des Accessorius) 
seine besondere Austrittsöffnung, und erst später verwachsen einzelne Stämme 
mit einander. Ausserdem kommen noch in der Verbreitung der einzelnen Nerven 
so wie in der Bildung der sympathischen Schlingen so durchgreifende Unter- 
schiede vor, und die grosse Einfachheit in der Anlage der Gehirnnerven der 
Amphibien tritt bei den Reptilien schon so sehr hinter der Annäherung an die 
complicirteren Formen der warmblütigen Wirbelthiere zurück, dass die Trennung 
beider Gruppen als wirklich verschiedener Klassen auch hier sich nicht ver- 
kennen lässt. 



— 2 — 

Gerade diese, schon früher von Stannius in Bezug auf die Nerven der 
Krokodile hervorgehobene Annäherung der Reptilien an die Formen der höheren 
Wirbelthiere erregte in mir zuerst den Plan einer vergleichenden Arbeit über die 
Gehirnnerven der Reptilien und Vögel, — der grosse Mangel an genügenden 
Specialbeschreibungen veranlasste mich jedoch bald, von diesem Plan wieder 
abzustehen, und selbst eine Zahl von Reptilien genauer zu untersuchen. Alle 
Ordnungen dieser Klasse zu bearbeiten Hessen indessen die Schranken, die mir 
in Bezug auf die Zeit des Erscheinens und auf den Umfang dieser Abhandlung 
gesteckt waren, nicht zu, — ja selbst von der Darstellung der Gehirnnerven der 
Saurier und Krokodile, auf die ich mich beschränken musste, blieb die Schilderung 
der drei höheren Sinnesnerven namentlich aus dem Grunde ausgeschlossen, weil 
nur Weingeistexemplare untersucht werden konnten, eine Darstellung jener Nerven 
aber ohne mikroskopische Untersuchung der Primitivfasern und ohne detaillirte 
Beschreibung des Gehirns immer unvollkommen bleiben wird. 

Folgende Arten wurden untersucht: Chamaeleo vulgaris Cuv. variet. A. Dum. 
Bibr. — Platydactylus guttatus Cuv. — Varanus Niloticus Dum. Bibr. — Varanns 
Bengalensis Dum. Bibr. — Iguana tuberculata Laurenti. — Istiurus Amboinensis Cuv. — 
Agama spinosa Dum. Bibr. — Salvator Merianae Dum. Bibr. — Sulvator nigro- 
punctatus Dum. Bibr. — Lacerta ocellata Daudin. — Euprepes Sebae Dum. 
Bibr. — Crocodilus biporcatus Cuv. — Crocodihis acutus Geoffroy. — Alligator 
punctulatus Spix. 

Die untersuchten Formen waren Weingeistexemplare, die mir aus dem 
Doublettenvorrathe des hiesigen naturhistorischen Museums durch die Liberalität 
der Museums-Commission zur Verfügung gestellt wurden. Sei hiefür den Mit- 
gliedern der letzteren, deren College zu sein ich selbst die Ehre habe, hiemit 
der wärmste Dank abgestattet. Auch den Herren Professoren Stannius in 
Rostock und Esch rieht in Kopenhagen fühle ich mich für die Bereitwilligkeit 
verpflichtet, mit welcher Sie mich durch die Schätze Ihrer Bibliotheken zu unter- 
stützen die Güte hatten. 

f 



Erster Abschnitt. 

Von den Augenmuskelnerven. 

I. Vom Nervus oculomotorius. 

Der Oculomotorius entspringt überall dicht hinter der Hypophysis cerebri 
an der vordersten Grenze der Grundfläche des verlängerten Markes als einfacher 
Nervenstrang sehr nahe der Mittellinie (Lacerta ocellata, Varanus Bengalensis, 
Chamaeleo vulgaris u. A.), bei einigen sogar von der Mittellinie selbst (lguana 
tuberculata, Platydactylus guttatus u. A.) Die einfache Wurzel wendet sich nach 
vorn und etwas nach aussen, und verlässt in abgeplatteter Form die Schädel- 
höhle durch ein an der unteren Seite der häutigen Seitenwand des Schädels 
gelegenes Loch. 

Wie dieser Ursprung, so ist auch die fernere Verbreitung des Oculomotorius 
bei allen Sauriern von derselben Form. Folgendes ist, als Typus seines Ver- 
laufes, die Schilderung seiner Ausbreitung bei Varanus Bengalensis: 

Nach dem Eintritt des Stammes in die Orbita, in welcher er über dem M. 
rectus externus, unter dem M. suspensorius nach vorn läuft, giebt er nach und 
nach folgende Zweige ab: 

«) Der erste wendet sich nach aussen und oben, läuft über den gleich 
zu beschreibenden Ast b fort, und verzweigt sich im M. rectus superior. 

&) Der zweite Ast ist der Ramus ciliaris, unmittelbar nach dem Ast a ent- 
springend. Derselbe tritt über den M. rectus externus fort zwischen die Fasern 
des M. suspensorius, und schwillt zu einem spindelförmigen Ganglion an, in 
dessen hintere Seite von aussen her der Ramus ciliaris vom ersten Ast des Tri- 
geminus eindringt. Aus diesem Ganglion geht ein einfacher Stamm hervor, der 
hinter und etwas unter der Eintrittsstelle des Opticus in den Augapfel sich einsenkt. 

c) Der folgende, in fünf feinere Zweige sich spaltende Ast geht aus- 
schliesslich in den M. rectus inferior, in den er von unten her eindringt. 

Nach Abgabe dieser Zweige ist der Stamm des Oculomotorius längs des 
Knorpelstiels des Keilbeins bis vor den M. rectus inferior nach vorn getreten, 
und theilt sich hier in 2 Zweige: 

d) gerade nach vorn unter dem Bulbus verlaufend, bis zum hinteren Rande 
des M. obliquus inferior, in welchem er endigt; 

e) wendet sich an der Innenwand der Orbita längs des knorplichen Septum 
aufwärts und endigt im M. rectus externus. 

Ganz dieselbe Form , mit geringen Abweichungen in , dem etwas früheren 
oder späteren Abgang der einzelnen Zweige zeigt der Oculomotorius bei den 



— 4 — 

übrigen Eidechsen. Die einzigen Verschiedenheiten, die der Erwähnung bedürfen, 
betreifen höchstens die Form des, überall vorhandenen, Ganglion ciliare. Dies 
ist fast immer eine länglich-spindelförmige Anschwellung im Stamm des zweiten 
Astes (R. ciliaris) des Oculomotorius, und der Ciliarzweig des Trigeminus mündet 
meist von der Seite her in die Mitte oder den vorderen Theil des Ganglions 
ein ( Varanus Niloticus, Lacerta ocellata, Iguana tuberculata, Platydactylus guttatus). 
Bei Salvator Merianae treten dagegen der R. ciliaris Oculomotorii und der nur 
halb so starke Ciliarast des Trigeminus schon vor der Bildung des Ganglions 
zusammen. Aehnlich bei Euprepes Sebae. Hier sind beide Aeste von gleicher 
Stärke und treten gleichzeitig ins Ganglion ein. Letzteres ist sehr länglich und 
so schwach, dass es kaum noch eine Anschwellung genannt werden kann. 

Aus dem Ganglion tritt meist ein einfacher Stamm aus. Bei Varanus Niloticus 
ward eine Neigung zur Theilung insofern bemerkt, als gleich nach seinem 
Ursprünge ein feiner Nebenzweig von ihm abgeht, der parallel mit dem Stamme 
verlaufend, vor dessen Eintritt in den Bulbus wieder in denselben einmündet. 

Die Einsenkung in den Augapfel erfolgt beständig eben ausser- und unter- 
halb vom Sehnerven. 

Die Krokodile (Crocod. biporcatus) zeigen ein ziemlich abweichendes Verhältniss. Der einfache 
Stamm des Oculomotorius, ganz ähnlich wie bei den Sauriern hinter dem Hirnanhang nahe der 
Mittellinie entsprungen, giebt sogleich nach seinem Eintritt in die Orbita einen längs der inneren 
Fläche des Bulbus aufsteigenden Zweig für den M. rectus superior ab. Nach seinem Abgange 
legt sich der Stamm hart an den eben aus seinem Ganglion entsprungenen R. nasalis des ersten 
Astes des Trigeminus, und schwillt ganz, an der Innenseite desselben liegend, zu einem flachen, 
länglichen Ganglion an. In den vorderen Theil des letzteren tritt ein nicht unbedeutender Zweig 
des R. nasalis ein, der sich fast unmittelbar in den aus dem Ganglion austretenden Ciliarnerven 
verfolgen lässt. Aus dem angeschwollenen Stamme des Oculomotorius selbst gehen folgende Zweige 
hervor: a) am weitesten nach innen der Ast für den M. rectus externus; — b) weiter nach aussen 
der unter dem Augapfel nach vorn verlaufende Ast für den M. obliquus inferior; — c) noch 
weiter nach aussen der von unten her in den R. inferior gehende Zweig; — d) am weitesten nach 
aussen der, fast als Fortsetzung des erwähnten Astes vom Trigeminus erscheinende Nervus ciliaris. 
Dieser dringt nicht sogleich mit allen seinen Fasern in den Augapfel ein, sondern entlässt, unter 
dem Opticus fort nach aussen tretend, einen feinen Zweig, der neben dem Sehnerven in die 
Sclerotica eindringt; der grössere Theil des Nerven geht in zwei feine Zweige gespalten unter 
dem Bulbus und demselben hart anliegend schräg nach aussen und vorn bis zur Cornea, um hier, 
wie es scheint, in's Auge einzudringen. 

Die Unterschiede der Krokodile bestehen also darin: 

1) Dass hier kein eigentliches Ganglion ciliare im Stamm des vom Oculomotorius abgegebenen 
R. ciliaris sich findet, sondern dass der ganze Stamm des dritten Paares,' vor dem Abgang des 
Ciliarnerven eine ganglienartige Anschwellung zeigt, an der die Fasern des Trigeminus keinen 
oder nur einen sehr geringen Antheil nehmen ; 

2) dass der aus dem Ganglion hervorgehende Truncus ciliaris nicht wie bei den Eidechsen 
neben dem Opticus, sondern grösstentheiis erst viel weiter nach aussen in den Augapfel eindringt. 



— 5 — 

II. Vom Nervus patheticus. 

Die Wurzel dieses Nerven ist, wie es scheint, immer einfach, und entspringt 
beständig von der oberen und hinteren Grenze der Vierhügelmasse. In einem 
sanften Bogen schmiegt sich dieselbe dieser Gehirnabfheilung dicht anliegend 
nach unten und vorn, läuft von der Seite her über die Wurzel des Trigeminus 
fort und tritt aus einem besonderen Loche in der häutigen Seitenwand des 
Schädels etwas vor und über dem Ramus primus Trigemini in die Orbita ein. 
Eben hervorgetreten läuft der Patheticus, der Seitenwand des Schädels dicht 
anliegend, etwas über dem benachbarten R. nasalis paris quinti nach vorn, um 
endlich in seinem Muskel, dem M. obliquus superior, sich zu verbreiten. 

Eine Abweichung von diesem Verlauf ist mir bei keiner der untersuchten 
Formen bekannt geworden. 

III. Vom Nervus abducens. 

(Auf den Abbildungen mit 6 bezeichnet.) 

Der Abducens entspringt immer als einfacher Nerv von der Grundfläche des 
verlängerten Markes ziemlich nahe der Mittellinie, nicht ganz in gleicher Höhe 
mit dem Ursprung des Trigeminus*). Die feine Wurzel wendet sich nach vorn 
und etwas nach aussen, und tritt durch einen feinen, von oben und hinten nach 
unten und vorn gerichteten Kanal aus dem Schädel. Gleich nach seinem Austritt 
läuft der feine Abducens zwischen die Bündel des M. suspensorius, giebt dem- 
selben 2 bis 3 feine aber deutliche Zweige, durchbohrt dann diesen Muskel, und 
tritt von hinten her an den M. rectus externus, in welchem er sich ausbreitet**). 

Auch in der Form dieses Nerven stimmen alle untersuchten Arten überein. 



Zweiter Abschnitt. 

Vom Nervus Trigeminus. 

I. Vom Ursprünge des Trigeminus. 

Vom vordersten Theil der Seitenfläche des verlängerten Markes entspringt 
der Trigeminus beinahe in gleicher Höhe mit dem von der Mittellinie entsprin- 
genden Oculomotorius. Sein Ursprung ist immer getrennt von demjenigen anderer 
Hirnnerven und ein Uebergang von Wurzelbündeln des fünften Paares an das 
siebente oder umgekehrt, wie ihn viele Amphibien und Fische zeigen, findet sich 



*) Einen Ursprung in der Mittellinie selbst, wie ich ihn früher bei den Amphibien gefunden 
(vgl. meine frühere Schrift: Amphibiorum nudorum neurologiae specimen , Berol. 1843, Taf. I 
und II, särnmtlicbe Figuren No. 6) , zeigen die Saurier und Krokodile nicht. 
**) Es ist mir' nicht geglückt, die Nerven für die Muskeln der Nickhaut aufzufinden. Ebensowenig 
konnte ich den Verbindungszweig des Abducens zum N. vidianus (unserem N. palatinus) finden, 
der nach Vogts Angaben bei Chelonia, JLacerta, Monitor u. A. existircu soll. 



nicht. Bei den Sauriern gelang es mir bei der grössten Aufmerksamkeit auch 
bei ansehnlichen Exemplaren nicht, eine ohne Theilnahme am Ganglion verlau- 
fende Portio minor zu entdecken. Mit Leichtigkeit sieht man dieselbe dagegen 
auch bei den kleinsten Krokodilen. 

Bei Crocodilus biporcatus entspringt der Trigeminus mit 4 gesonderten Wurzeln. Eine, die 
stärkste von allen, ist ihrem Ursprünge nach vordere oder untere, die drei anderen entspringen 
höher (d. h. der Rückseite näher), in gleicher Linie neben einander , und werden von unten erst 
gesehen, wenn man die dieselben verdeckende untere Wurzel aufhebt. Diese 3 oberen Wurzeln 
sind von ungleicher Stärke. Von ihnen gehen die zweite und dritte ins Ganglion Gasseri über, 
ohne dass sich entscheiden Iiesse, wie grossen Antheil jede an der Bildung des zweiten und dritten 
Astes hat. Die erste dieser 3 oberen Wurzeln ist dagegen allein etwas stärker, als die beiden 
anderen zusammen, und theilt sich, obgleich einfach entspringend, in zwei gleiche Hälften, von 
denen die hintere mit den zwei ersteren (oberen) Wurzeln ins Ganglion Gasseri übergeht, während 
die vordere sich von den übrigen Wurzeln des fünften Paares abwendet, nach vorn durch eine 
besondere Oeffnung aus dem Schädel tritt, und allein den ersten Ast des Trigeminus bildet. Die 
zuerst genannte untere Wurzel hat weder an der Bildung dieses ersten Astes noch an derjenigen 
des Ganglion Gasseri einigen Antheil, sondern, an dies letztere sich von unten her anlegend, lässt 
sie sich unter demselben fort nach aussen in den dritten Ast hinein verfolgen, zu dessen Muskel- 
ästen sie insbesondere die Fasern hergiebt.*) 

II. Von dem Ganglion des Trigeminus. 

Eine Eigentümlichkeit der Reptilien gegenüber den Amphibien ist der 
Umstand, dass der erste Ast des Trigeminus ein besonderes Ganglion hat, ge- 
trennt von dem gemeinschaftlichen Ganglion des zweiten und dritten Astes. 
Bei den Sauriern ist dasselbe bisweilen eine besondere Anschwellung, welche 
die Wurzel des ersten Astes bildet, nachdem sie sich vom zweiten und dritten 
Aste getrennt {Platydactylus guttatus, Salvator Merianae und S. mgropünctatus), 
oft aber ist sie auch mit dem Ganglion des zweiten und dritten Astes so ver- 
wachsen, dass sie nur durch einen Einschnitt an der vorderen Seite desselben 
getrennt erscheint (Varanus Bengalensis, Igucma tuber culata).**~) 

Bei Chamaeho vulgaris habe ich nur ein Ganglion finden können (Taf. II, fig. 4, B). Aus der 
vorderen Fläche des Wurzelstammes geht ohne Bildung eines Ganglions der erste Ast hervor. 
An der hinteren Seite liegt das flache, halbkreisförmige Ganglion des zweiten und dritten Astes 
so angeheftet, dass die Convexität nach hinten gerichtet ist, und die vordere Fläche des Wurzel- 
stammes, von der, wie eben gesagt, auch der erste Ast abgeht, ohne directe Theilnahme am 
Ganglion in den nach aussen gerichteten dritten Ast sich fortsetzt. Aus der höchsten, nach hinten 
gekehrten Krümmung des Ganglions geht der zweite Ast hervor, erst ebenfalls auf eine ganz 
kleine Strecke die Richtung nach hinten verfolgend, dann nach oben und mit rascher Biegung nach 
vorn über den dritten Ast forttretend und nun die Richtung nach aussen und vorn einhaltend. 



*) Müller erwähnt eiuer besonderen Portio motoria des Trigeminus bei der Klapperschlange und 
bei Python tigris. (Vergl. Neurologie der Myxinoiden in den Abband!, d. berlin. Akad. 
der "Wissenscb. 1839. pg. 229.) 
**) Ein besonderes Ganglion des ersten Astes bildet Müller ab bei der Klapperschlange 1. 1. 
Taf. IV, fig. 4, 5'. 



— 7 — 

Gewöhnlich ist das Ganglion des zweiten und dritten Astes in dem für den 
Austritt des Nerven bestimmten Loche selbst gelegen, und zwar so, dass es 
halb aus demselben nach aussen vorragt. Dies Loch wird von hinten, unten 
und oben von der Knochenmasse des Felsenbeins, von vorn aber von der häu- 
tigen Seitenwand des Schädels begrenzt. Das Loch für den ersten Ast liegt 
in der häutigen Seitenwand selbst, etwas vor und unter der Oeffnung für den 
zweiten und dritten Ast. 

III. Von den Zweigen des Trigeminus. 

Ausser den gewöhnlichen drei Aesten geht aus der Wurzel des Trigeminus 
oder der unteren Fläche des Ganglion Gasseri, — bei den Krokodilen aus der 
Portio minor — , ein feiner Nerv hervor, der unter dem ersten Aste nach vorn 
in die Orbita eintritt, und sich hier von unten her an den M. adductor maxillae 
superioris *) da anlegt, wo dieser am Gelenkfortsatz des Keilbeins sich befestigt. 
Eine kurze Strecke läuft dieser Nerv unter dem genannten Muskel nach vorn, 
und breitet sich dann in demselben mit mehreren feinen Zweigen aus. 

Ich habe diesen Nerven bei allen untersuchten Eidechsen und Krokodilen 
gefunden, und zwar überall von derselben Form. 

Bei den Krokodilen steigt die Zahl der aus der Wurzel des Trigeminus 
entspringenden Aeste noch urn einen höher als bei den Sauriern, da der bei 
diesen aus dem zweiten Aste hervorgehende R. recurrens dort aus dem Ganglion 
selbst hervorgeht. (Taf. III, fig. 5, x.) 



*) Was zunächst diesen Muskel betrifft, so ist es ohne Zweifel derselbe, den Boianus bei Emys 
Europaea als M . palpebralis bezeichnet (Tab. XVIII, fig. 80, 12) : „Palpebralis orbicularis musculi 
„palpebrarum loco ; neque vero in orbem circumductiis. — Ab inscriplioue tendinea-oriundum, 
„ob pallorem tarnen partim, uotabile Stratum rnusculosum, juxta palpebrarum longiludinein por- 
„rectum ; in superiore palpebra vix aliquanlum conspicuum, apertius inferiore, ibique bulbo 
„subdtictum. — Necdum tarnen de universa huius musculi eiusque cum membranae nictitantis 
„illo intercedente forte reciproca ralione, mihi salis liquet etc. etc." — Auch mir ist nur der 
innere Anheftungspünkt dieses bei allen Sauriern und Krokodilen ausgebildeten Muskels deutlich 
geworden. Er entspringt nämlich von dem vorderen Winkel, den der Gelenkfortsatz des Keil- 
beins mit dem Knoipelstiel des letzteren bildet, ferner in der Regel (nicht bei Varanus Ben- 
galensis) von dem ganzen Innenrande des Knorpelstiels selbst, und endlich beständig mit einem 
ziemlich starken Bündel vom hinteren Rande des Vomer. Er geht von diesen Anheflungspunkten 
mit queren Bündeln unter dem Bulbus nach Aussen, wird aber an der äusseren Fläche des 
Augapfels, den er von nnten her innig timschliesst, so fein, dass es nicht möglich war, seinen 
äusseren Anheftungspünkt aufzufinden. Dass er sich an den Inuenrand des Obeikieferbeins 
festsetze, wird aus der Bildung der Schlangen wahrscheinlich, wo Müller (1.1.) einen Gaumen- 
mnskel namhaft macht, der sich zwischen dem oberen Kieferapparat und der Basis cranii fest- 
heftet, und der, ganz wie unser Muskel, einen feinen Nerven aus der Portio motoria Trigemini 
bekommt. Ist dies Verhältniss dasselbe bei den Sauriern , so hat der Muskel den Zweck, den 
Oberkieferknochen (wegen dessen vorderen Befestigung in geringem Grade) nach innen zu 
biegen und ausserdem bei seiner Contraction den Augapfel nach oben zu drängen. Letzteres 
ist wohl die einzige Wirkung, die diesem Muskel bei den Krokodilen und Schildkröten übrig 
bleibt. Bei diesen hat, wie erst gesagt, Boianus, bei jenen habe ich ihn beobachtet. 
Boianus bezeichnet nicht näher, welcher Nerve denselben versorgt. 



_ 8 — 

I. Vom ersten Aste des Trigeminus. 

Dieser ist immer der schwächste und in der Regel kaum halb so stark, 
wie jeder der beiden anderen. Gleich nach seinem Ursprünge aus seinem 
Ganglion theilt er sich gewöhnlich in 2 Aeste, einen R. frontalis und R. nasalis, 
von denen jener für die Haut der Stirngegend bestimmt ist, während dieser die 
Nasenschleimhaut versorgt, und ausserdem beständig einen Zweig ins Ganglion 
ciliare des Oculomotorius abgiebt. 

Nur geringe Abweichungen finden in der Form dieses Nerven statt. 

Bei Iguana tuberculatu gehört, wie erst erwähnt, die vordere schwächere Hälfte des röthlichen 
Ganglion des Trigeminus dem ersten Aste an, der aus dem vorderen Theil desselben hervorgeht. 
Kaum aus der Schädelhöhle getreten, theilt er sich in seine beiden Aeste: 

ä) Der R. nasalis geht uach vorn, nachdem er gleich nach seinem Ursprünge seinen R. ciliaris 
in den vorderen Theil des Ganglion ciliare des Oculomotorius abgegeben hat, tritt, dem Patheticus 
dicht anliegend, über den Opticus und unter den M. obliquus superior fort nach vorn, und dringt 
durch den Kanal, der von den an der unteren Fläche der beiden Frontalia media befindlichen 
Leisten gebildet wird, in die Nasenhöhle, um sich auf der Schleimhaut derselben auszubreiten. 

b) Der R. frontalis wendet sich sogleich nach oben längs der häutigen Seitenwand des 
Schädels, und theilt sich über dem Auge in mehrere Zweige. Einer derselben tritt unter den 
äusseren Rand des Os frontale medium nach innen, fast bis zur Mittellinie, wendet sich dann 
nach vorn und endigt in der Haut über dem vorderen inneren Theil des ßulbus. Ein anderer 
verbindet sich mit einem feinen Endzweige des zweiten Astes, der sich in der. Haut des oberen 
Augenlides ausbreitet. Auch die übrigen Endzweige verbreiten sich an der Haut der Stirn 
über dem Auge. 

Bei Salvator Merianae hat der erste Ast keine besondere Oeffhung im Schädel, wohl aber 
ein eigenes längliches Ganglion, welches ausserhalb der Schädelhöhle liegt. Aus demselben gehen 
3 Nerven hervor: 

a) Der feinste derselben ist der Ramus ciliaris, der nach vorn und innen gehend, mit dem 
stärkeren R. ciliaris des Oculomotorius zum Ganglion ciliare zusammentritt. 

6) Der stärkste ist der R. nasalis, der sich ganz wie bei Iguana verhält. 

c) An Stärke zwischen den beiden vorigen steht der R. frontalis. Er theilt sich bald nach 
seinem Ursprünge in mehrere Zweige, welche hinter und innerhalb des Augapfels in die Höhe bis 
zur Stirnhaut hinter dem Auge aufsteigen, um in dieser sich auszubreiten. Ein Faden desselben 
gesellt sich zu dem R. recurrens des zweiten Astes. 

Bei Salvator nigropunctatus ward von der Form der verwandten Art keine Abweichung beob- 
achtet. Auch bei Varanus Sengalensis dieselbe Theilung des ersten Astes in seine beiden Zweige 
(R. nasalis und R. frontalis) gleich nach seinem Austritt aus der ihm angehörigen, durch einen 
tiefen Einschnitt abgetheilten vorderen Hälfte des Ganglions. Der R. ciliaris tritt nicht gleich- 
zeitig mit denselben aus dem letzteren aus, sondern ist, wie bei Iguana, Zweig des R. nasalis, 
und tritt, schwächer als der entsprechende Ast des Oculomotorius, seitwärts in die Mitte des 
ziemlich beträchtlichen Ganglion ciliare ein. i 

Ganz von derselben Form ist der erste Ast bei Lacerta ocellata. 

Bei Chamaeleo , Euprepes, Platydactylus , Agama ward nur das Verhältniss des Augenastes 
zum Ganglion ciliare untersucht, die übrigen Verzweigungen nicht weiter verfolgt. 

Die Krokodile zeigen insofern eine abweichende Bildung, als nicht alle zur Stirnhaut über 
dem Auge sich vertheilenden Fasern von einem einfachen R. frontalis ausgehen, sondern der erste 



— 9 — 

Ast auch nach Absendung seines R. ciliaris noch wiederholt Fasern an die Stirnhaut sendet. Bei 
Crocodilus biporcatus trennt sich die Wurzel des ersten Astes, deren Ursprung vorher (pg. 6) darge- 
stellt ist, unter rechtem Winkel von denjenigen des zweiten und dritten Astes, und geht nach vorn 
und unten, um durch ein eigenes Loch aus dyn Schädel zutreten. Noch halb im Knochenkanal bildet 
sie ein sehr deutliches, ovales, plattes Ganglion (Taf. III, fig. 5, A), aus welchem 2 Zweige hervorgehen : 

a) Der schwächere wendet sich sogleich nach aussen, schmiegt sich hinter dem M. rectus 
externus herum bis zum hinteren Augenwinkel, und breitet sich mit mehreren Zweigen in der Haut 
des unteren und oberen Augenlides aus. Von den das letztere versorgenden Nerven lassen sich 
einzelne Fäden bis zur Stirngegend verfolgen. 

t) Der bei Weitem stärkere ist der eigentliche Hauptstamm. Er geht gerade aus nach vorn, 
giebt einen schwachen Zweig (Taf. III, fig. 5 c) in das benachbart liegende Ganglion ciliare (g c), 
tritt über den Opticus und den M. rectus internus fort, und läuft, an der Innenfläche des Augapfels 
dem Patheticus dicht anliegend, bis zur vorderen Ecke der Orbita. Hier tritt er unter dem M. 
obliquus superior fort nach vorn, und giebt mehrere Zweige nach aussen, die sich am vorderen 
Augenwinkel in der Haut des oberen und unteren Augenlides verbreiten, während der Hauptstamm 
selbst in die Nasenhöhle eindringt. 

2. Vom zweiten Aste des Trigeminus. 

Dass der zweite und dritte Ast des Trigeminus bei den Sauriern ein gemein- 
schaftliches Ganglion haben, das halb ausserhalb der Schädelhöhle liegt, ist erst 
(pg. 6) erwähnt. Bei den meisten tritt der zweite Ast aus der äusseren Spitze 
dieses Ganglions hervor, — nur beim Chamaeleon ward ein abweichender Aus- 
tritt aus der hinteren Seite desselben erst (pg. 6) beschrieben. 

Der zweite Ast ist bedeutend stärker, als der erste, aber meist um ein 
wenig schwächer, als der dritte. Muskeläste, wie Boianus einzelne bei Emys 
angiebt, werden bei den Sauriern und Krokodilen nie von ihm entsendet. Er ist 
dagegen beständig wichtig: 1) durch seine Zweige an die Haut der Stirn und 
der Augenlider; 2) durch einen eigenthümlichen Drüsenast von ganz besonderer 
Form (an die Conjunctiva des Auges und an die Hardersche Drüse); 3) durch 
zwei sympathische Verbindungsschiingen, die eine an den Bamus palatinus, die 
andere (R. recurrens) an den hinteren Hauptstamm des Facialis selbst; 4) durch 
das Verhalten seiner vorderen Endigung als N. alveolaris superior, und 5) durch 
seine mit Gaumenästen des R. palatinus sich verbindenden Gaumenzweige. 

Sein Verlauf bei den Sauriern, welcher von demjenigen der Krokodile in 
einigen wesentlichen Punkten abweicht, ist der Hauptform nach folgender: 

Gewöhnlich tritt der Maxillaris superior ohne Zweige abzugeben durch die 
vordere und äussere Parthie der Kaumuskeln schräg nach vorn und aussen bis 
hinter das Auge, um hier Zweige für die Haut der Stirn, für das obere und 
untere Augenlid, und den Ramus recurrens ad Nervum facialem abzugeben, und 
ausserdem den erst erwähnten Drüsenast zu entsenden. Nach ihrer Abgabe 
durchbohrt die Fortsetzung des Nerven als eigentlicher Infraorbitalis von hinten 
her die äussere Parthie des M. adduetor maxillae superioris, um zwischen diesem 

2 



— 10 — 

und dem äusseren Theil der unteren Fläche des Augapfels seinen Weg nach 
vorn fortzusetzen. Bei diesem Verlauf entsendet er seine hinteren Verbindungs- 
zweige an den N. palatinus (Ramus communicans posterior cum N. palatino), 
tritt dann wieder aus dem M. adductor maxillae superioris hervor, und wendet 
sich nach aussen an den Oberkieferknochen, um alsbald einen oder mehrere feine 
Zweige nach innen abzusenden, die mit den vorderen Verbindungszweigen des 
R. palatinus verschmolzen in der Mundhaut längs der Innenfläche des Zahnrandes 
des Oberkieferknochens sich verbreiten. Nach Abgabe dieser Zweige tritt der 
Maxillaris superior in den Kanal des Oberkiefers ein, und verläuft in ihm als 
eigentlicher Nervus alveolaris superior nach vorn bis zur Spitze des Zwischen- 
kiefers, beständig Zweige an die Zähne und an die äussere Haut entsendend. 

Dies der Verlauf bei den Sauriern. Besondere Abweichungen von dieser 
Form werden bei der Schilderung der einzelnen Parthieen angegeben werden. 
Der Maxillaris superior der Krokodile (Crocod. biporcatus) unterscheidet sich 
namentlich dadurch, dass der R. infraorbitalis (Taf. HI. fig. 5, X) erst dann (in der 
Gegend des neunten Zahns) in den Knochenkanal eintritt, nachdem er zuvor 
schon einen Alveolaris posterior (fig. 5, ju) abgegeben, der in der Gegend des vier- 
zehnten Zahns in seinen Kanal sich einsenkt, dessen letztes Ende er indessen 
selbst bei seinem Eintritt in den Knochen wieder aufnimmt. Dass übrigens bei 
den Krokodilen ein wirklicher Plexus sphenopalatinus stattfindet, der mit Zweigen 
des Ramus palatinus die gewöhnliche Schlinge bildet, dass auch hier ein Drüsenast, 
nur von etwas abweichender Form, vorhanden ist, so wie überhaupt manche andere 
specielle Abweichung von dem Typus der Saurier, wird bei den besonderen 
Formen der einzelnen Nervenzweige erwähnt werden. 

a) Vom Ramus recurrens ad nervum facialem*). 

Bei allen Sauriern ohne Ausnahme geht aus dem Maxillaris superior da, 
wo derselbe hinter dem Augapfel seine Zweige für die Haut der Stirn und der 
Augenlider entlässt, ein häufig durch Fäden des ersten Astes (R. frontalis) ver- 



*) Ben dz (Bidrag til den sammenlignende Anatomie af Nervus Glossopharyngeus, Vagus, Acces- 
sorius Willisii og Hypoglossus. Kjnbenhavu 1843, pg. S, Tab. I, 24.) entdeckte diesen Nerven 
zuerst bei Chelonia Mydas , wo er aus Fäden des ersten und zweiten Astes des Trigeminus 
gebildet wird, und nicht in den Facialis, sondern direct in den Halstheil des Sympalbicus ein- 
mündet, und mit dem Ganglion petrosum in Verbindung steht. — Wach Bonnsdorf (Descriptio 
anatomica Nervorum cerebralium Corvi Coruicis Linn. Actis Societ. Fenniae inseria. Helsingfors 
1850. pg. 510) bat Schlemm (Observatt. neurolog. Berol. 1834, pg. 18) bei Meleagris 
Gallopavo einen Nervus recurrens aus dem ersten Aste des Trigeminus an den Facialis zu- 
rücklaufend gesehen, von dem Staun ius (Lehrbuch der vergleich. Auatomie pg. 283) ganz 
allgemein angiebt, dass er den Vögeln zukomme. B o n n s do r f versichert, diese Verbindung 
finde bei Corvus Cornix nicht statt. Der Nervus vidianus , mit welchem B. diesen Nerven 
vergleicht, einspringe hier aus dem zweiten Aste des Trigeminus. — Mit den Rami recurrentes 
bei den Fischen darf unser Nerv indessen theils wegen seines oberflächlichen Verlaufes, theils 
deshalb nicht verglichen werden, weil diese nach Stannius sich nie mil dem Glossopharyn- 
geus, sondern stets nur mit Vagus und Hypoglossus verbinden. 



— 11 — 

stärktet' Nerv von sehr eigenthümlicher Form hervor, der vielleicht nur den 
Reptilien eigen ist. Löst man nämlich vorsichtig die Knochenleiste ab, die sich 
bei vielen von ihnen vom Scheitelbein zum Ouerfortsatz des Hinterhauptsbeines 
erstreckt, so findet man an ihrer inneren Seite neben einem ziemlich starken 
Gefässstamm (Arteria temporomuscularis Boianus) einen äusserst feinen Nerven- 
faden, der aus dem zweiten Aste des Trigeminus an der genannten Theilungs- 
stelle entsprungen, sich rückwärts über den Kopf wendet, neben jener Arterie 
dicht unter der Stirnhaut (oder, wie bei Lacerta, unter den dem Hautskelett 
angehörigen Deckknochen der Stirn) nach hinten läuft, hinter dem Ouerfortsatz 
des Hinterhauptsbeines abwärts steigt, und sich in den hinteren Hauptstamm des 
Facialis gewöhnlich da einsenkt, wo dieser seinen äusseren Verbindungsast zum 
Glossopharyngeus (R. communicans externus cum Glossopharyngeo) und die 
Chorda tympani entlässt. Diesen Nerven habe ich mit Bestimmtheit beobachtet 
bei Iguana tuberculata, Istiurus Amboinensis, Varanus Bengalensis, Salvator nigro- 
punctatus, Sah. Merianae, Euprepes Sebae, Lacerta ocellata, Chamaeleo vulgaris, 
Platydactylus guttatus. Auch bei den Krokodilen ist er als viel stärkerer Nerv 
vorhanden, entspringt hier aber schon aus dem Ganglion des Trigeminus selbst, 
um nicht, wie bei den Eidechsen, in einem grossen Bogen über den Kopf nach 
hinten zu laufen, sondern um, dem Schädel nahe anliegend, in dem vorderen 
Theil der äusseren Gehörkapsel nach hinten zu gehen, und dort, gerade wie 
bei den Eidechsen, mit dem hinteren Hauptstamm des Facialis zu verschmelzen. 
(Taf. III, fig. 5, x.) 

Die speciellen Formen dieses Nerven sind folgende: 

Bei Varanus Bengalen^is theilt sich der Maxillaris snperior hinter und unter dem Auge in 
3 Aeste: der stärkste ist der eigentliche Infraorbitalis; der zweite, viel schwächere, ist ein Nerv, 
der bald nach seinem Ursprung in den Driisenzweig und die Augenlideräste sich theilt. Der 
dritte, schwächste endlich entlässt mehrere feine, in der Stirnhaut hinter dem Auge sich verbrei- 
tende Fäden und ausserdem unsern R. recurrens zum Facialis. Dieser läuft wie gewöhnlich als 
äusserst feiner Nervenfaden an der inneren Seite der vom Scheitelbein zum Querfortsatz des 
Hinterhauptsbeins sich erstreckenden Knochenleiste nach hinten, tritt an der Grenze zwischen 
Quadratbein und Querfortsatz nach unten, und senkt sich in den hinteren Hauptstamm des Facialis ein. 

Bei Iguana tuberculata giebt ebenfalls der Maxillaris superior hinter dem Augapfel 2 Nerven 
ab, von denen der eine die für die Haut der Augenlider, die Conjunctiva und die Hardersche 
Drüse bestimmten Fäden enthält, während der zweite, für die Haut der Stirn bestimmte, unsern 
R. recurrens abgiebt. Dieser tritt ober- und ausserhalb der Kaumuskeln in Begleitung der Arteria 
temporomuscularis nach hinten unter dem Os frontale posterius fort, da wo dieser Knochen sich 
mit dem Os quadrato-jugale verbindet, tritt dann mit dem genannten Gefäss unter die Knochen- 
leiste, die vom Scheitelbein sich schräg nach hinten und aussen bis zum Querfortsatz des Occipi- 
tale laterale erstreckt, läuft dann unter dieser Leiste nach hinten, und tritt hinter dem Querfortsatz 
nach unten, um in den Theil des Facialis einzumünden, der die Chorda tympani, den Muskelzweig 
und den äusseren Verbindungsast zum Glossopharyngeus abgiebt. (Taf. II. fig. 3, x.) 

2 * 



_ 12 — 

Bei Istiurus Amboinensis entl'ässt der Maxillaris superior 3 Nerven. Der erste und dritte 
sind für die Haut der beiden Augenlider bestimmt. Der mittlere giebt einzelne Fäden an die 
Stirnhaut ab, und wendet sich dann auf demselben Wege, wie bei den übrigen Eidechsen, als 
R. recurrens rückwärts, und verschmilzt hinter dem Kopfe mit dem hinteren Hauptstamm des 
Facialis, da, wo dieser sich in seine Endäste theilt. (Taf. III. fig. l,x.) 

Bei Salvator Merianae tritt der zweite Ast des Trigeminus ebenfalls durch die Kaumuskeln 
hindurch schräg nach vorn und aussen. Hinter dem Augapfel giebt er den R. recurrens ab, um 
erst etwas später den Drüsenzweig und die Aeste für die Augenlider zu entlassen. Der R. recur- 
rens enthält hier die für die Stirnhaut bestimmten Fasern, nach deren Abgabe er wie gewöhnlich, 
an der Innenseite der besprochenen Knochenleiste in Begleitung der Arteria temporomuscularis 
nach hinten läuft, um sich endlich mit dem Facialis zu verbinden. 

Salvator nigropunctatus wiederholt ganz die Form von Sah. Merianae. 

Von den übrigen Eidechsen weicht Euprepes Sebae . nur dadurch ab, .dass unser Nerv nicht 
in den hinteren Hauptstamm des Facialis vor dessen Theilung in seine Endäste, sondern in den 
vorderen der Chorda tympani analogen Zweig desselben einmündet. Gerade an seiner Einsenkungs- 
stelle in denselben steht dieser jedoch durch eine schmale Nervenbrücke mit der andern, den 
sympathischen Verbindungszweig zum Glossopharyngeus entsendenden Hälfte (Muskelast) des hin- 
teren Hauptstammes des Facialis in Verbindung. 

Bei Chamaeleo vulgaris entspringt der R. recurrens ganz wie bei den übrigen Sauriern, läuft 
aber nicht hart unter der erwähnten Knochenleiste, sondern höher und weiter einwärts mitten 
durch die hintere Parthie der starken Kaumuskeln zwischen der mittleren, nach hinten verlängerten 
und der äusseren Schädelleiste (immer in Begleitung der Arteria temporomuscularis) und senkt 
sich nahe der Theilungsstelle des hinteren Hauptstammes des Facialis in denselben ein. 

Auch bei den Krokodilen existirt ein Verbindungsnerv vom Trigeminus an den hinteren 
Hauptstamm des siebenten Paares. Derselbe gehört hier (Crocodilus biporcatus Taf. III. fig. 5, x) 
aber nicht zu den peripherischen Endigungen des zweiten Astes, sondern geht schon aus dem 
gemeinschaftlichen Ganglion des zweiten und dritten Astes hervor, läuft deshalb auch nicht über 
den Kopf nach hinten, sondern tritt dicht vor der knöchernen Gehörkapsel schräg nech aussen 
und hinten, und trifft mit dem ebenfalls fast dieselbe Richtung verfolgenden hinteren Hauptstamm 
des Facialis unter spitzem Winkel zusammen. Aus dieser Vereinigung gehen zwei Nerven hervor: 
der hintere Hauptstamm des Facialis selbst, und der Ramus communicans externus nervi Facialis 
cum Glossopharyngeo. Von beiden wird später die Rede sein. 

b) Von den Zweigen an die Stirnhaut. 
Mit dem eben beschriebenen R. recurrens zugleich gehen hinter dem Aug- 
apfel aus dem zweiten Aste des Trigeminus einzelne Fäden hervor, die hinter 
dem Bulbus in die Höhe steigen, und sich in der Haut der Stirn ausbreiten. 
Diese Fäden sind von besonderer Feinheit, — vielleicht ist das der Grund, 
weshalb ich sie nur bei den grösseren der mir zu Gebote stehenden Formen 
mit Deutlichkeit sah. . 

Bei Varanus Bengalensis entspringen sie in der eben angegebenen Weise mit dem R. recurrens 
zugleich als getrennte Fäden. Ebenso gehen auch bei Iguana tuberculata zugleich mit dem R. 
recurrens Fäden aus dem zweiten Aste des Trigeminus hervor, die sich zugleich mit Zweigen vom 
R. frontalis des ersten Astes in der Haut der Stirn ausbreiten (pag. 8). Aehnliche Zweige wurden 
endlich noch bei Salvator Merianae und Sah. nigropunctatus beobachtet. 



— 13 - 

c) Von den Zweigen für die Haut der Augenlider. 

Derselbe Punkt, wo mit dem R. recurrens die eben erwähnten Zweige für 
die Stirnhaut aus dem Maxillaris superior entspringen, ist, anscheinend beständig, 
auch die Ursprungsstelle mehrerer feiner Nerven für das obere und untere Augenlid. 

Ihr Abgang und ihre Form ist bei denjenigen Eidechsen, von denen mir grössere Exemplare 
zu Gebote standen, folgende: 

Bei Varanus Bengalensis, wo, wie erst erwähnt, der Maxillaris superior sich hinter dem Auge 
in 3 Aeste theilt, ist es der zweite, der diese Augenlidernerven entlässt. (Der erste dieser drei 
Nerven ist, wie erwähnt, der eigentliche Infraorbitalis, der dritte entsendet den R. recurrens und 
die Stirnnerven.) Derselbe theilt sich da, wo der Maxillaris superior unter den Augapfel tritt, in 
zwei Zweige, deren schwächerer der gleich zu beschreibende Drüsenast ist. Der stärkere dagegen 
tritt unter die Haut hinter dem Auge, um sich sogleich wieder in mehrere Zweige zu theilen. 
Von diesen tritt einer unter die Haut des oberen Augenlides, und lässt sich unter derselben bis 
zum vorderen Winkel des Auges verfolgen ; ein anderer läuft unter der Haut des unteren Augen- 
lides nach vorn, gerade zwischen der Haut und dem den vorderen Theil der Augenhöhle von unten 
her begrenzenden Theil des Oberkiefers; ein dritter endlich, etwas stärker als dieser, läuft, dem 
Bulbus dicht anliegend, mehr nach innen zu, ebenfalls beständig Zweige in die Haut des unteren 
Augenlides sendend. 

Bei Iguana tuberculata tritt wie immer der Maxillaris superior nach vorn und aussen zwischen 
den Kaumuskeln hindurch bis zum hinteren Augenwinkel. Auf diesem Wege giebt er zwei Aeste, 
a und b ab. 

a) tritt hinter dem Auge an der vorderen Grenze der Kaumuskelmasse nach oben. Am 
oberen Augenlid angelangt entsendet er den vorhin abgehandelten R. recurrens, und verbindet sich 
alsdann mit einem von innen und unten längs der häutigen Seitenwand des Hirnschädels aufsteigenden 
Endzweige des R. frontalis vom ersten Aste. Aus dieser Verbindung gehen zwei feine Nerven hervor: 

a geht unter dem oberen Augenlide bis zum vorderen Augenwinkel und löst sich mit zahl- 
reichen Fäden in der Haut desselben auf; 

ß geht ebenfalls unter dem oberen Augenlide nach vorn, aber etwas weiter nach innen zu, 
um ebenso wie a in der Haut desselben sich zu verzweigen. 

V) tritt hinter das untere Augenlid und theilt sich in zwei Aeste: 

a läuft unter dem vorderen Augenlide nach vorn, und giebt zahlreiche Fäden in die Haut 
desselben ab, um selbst in dessen vorderen Winkel zu endigen; 

ß ist der gleich zu beschreibende Drüsenzweig. 

Bei Salvator niyropunctatus (Taf. I, fig. 1, ß) und Istiurus Amboinensis wurden ebenfalls mit 
Deutlichkeit Zweige beobachtet, die am hinteren Augenwinkel aus dem zweiten Aste des 
Trigeminus hervorgehend, die beiden Augenlider und die den Oberkieferknochen bedeckende Haut 
mit Nerven versorgen. 

d) Vom Drüsenzweig des zweiten Astes. 
So möchte ich einen sehr beständigen, aber äusserst feinen Nerven nennen 
(dargestellt Taf. I, fig. l,y), der, wenigstens zuweilen, eine deutlich gangliöse 
Natur hat, und immer die Conjunctiva und die Hardersche Drüse mit Fäden 
versorgt. Derselbe steht mit den Verbindungszweigen zum Raums palatinus 
paris septimi (mit dem Plexus sphenopalatinus) durchaus in keiner weiteren 
Verbindung, als dass er ebenfalls aus dem zweiten Aste des Trigeminus 



— 14 — 

entspringt, und ist eben wegen seiner Aehnlichkeit mit der Form von Nerven- 
zweigen, die man einem selbstständigen sympathischen System zuzuschreiben 
gewohnt ist, bei seinem Mangel an allen Verbindungsfäden zum sympathischen 
Kopftheil, höchst merkwürdig. 

Die speciellen Formen dieses Nerven sind folgende: 

Sein Ursprung aus dem zweiten Aste bei Varanus Bengalensis ist vorhin (bei Gelegenheit des 
R. recurrens und der Augenliderzweige) angegeben. Er tritt hier mit dem Infraorbitalis unter den 
Bulbus, durchbohrt mit demselben den M. adductor maxillae superioris, und läuft zwischen diesem 
und dem Augapfel an der Aussenseite des zweiten Astes des Trigeminus, dem letzteren sehr nahe, 
nach vorn. Auf seinem ganzen Verlauf empfängt er beständig zahlreiche feine Fäden aus dem 
benachbarten Infraorbitalis und bildet mit denselben kleine Geflechte, aus denen feine nach aussen 
gehende Zweige entspringen, welche an der Conjunctiva sich zu verbreiten scheinen. Der durch 
diese austretenden Fäden entstehende Verlust wird immer wieder durch neue Fäden aus dem 
Maxillaris superior ersetzt. An dem vorderen Theil des Bulbus, da wo der zweite Ast des Tri- 
geminus sich nach aussen wendet, um in seinen Kanal einzutreten , tritt unser Nerv nach innen 
über den Maxillaris superior fort, und theilt sich in mehrere Zweige. Von diesen wendet sich 
einer nach innen , und geht in die Hardersche Drüse. Ein anderer Endfaden schlingt sich vorn 
um den Augapfel nach oben und endigt an der vorderen Oberfläche desselben in der Bindehaut. 

Auch von Iguana tuberculata ward vorhin der Ursprung dieses Nerven schon näher bezeichnet. 
Er verbindet sich mit einem feinen Faden des für die Augenlider bestimmten Nerven , und geht 
wie bei Varanus neben und aussen vom Maxillaris superior unter dem äusseren Theil des Augapfels 
nach vorn. Auch hier giebt er auf diesem Wege zahlreiche Fäden ab, die sich geflechtartig unter 
einander verbinden und in die Bindehaut des Auges gehen. (Ganglienartige Anschwellungen, wie 
bei Salvator, wurden eben so wenig wie bei Varanus bemerkt.) Dieser Abgang von Nervenfäden 
wird auch hier beständig wieder ersetzt durch zahlreiche auf seinem ganzen Wege in ihn ein- 
tretende Fäden des benachbarten Infraorbitalis. Ob der Nerv hier in der Harderschen Drüse 
endigt, wie bei Varanus, Hess sich nicht ermitteln. 

Nachdem der Maxillaris superior bei Salvator Merianae kaum unter den Augapfel getreten 
ist, giebt er den Drüsenzweig ab, der als äusserst feiner Nerv etwas ausserhalb vom Infraorbitalis 
und mit diesem parallel nach vorn verläuft. Er ist hier besonders ausgezeichnet durch seine 
gangliöse Natur, indem er aus einer grossen Zahl zwar äusserst kleiner, aber schon durch eine 
starke Loupe wahrnehmbarer Ganglien besteht, welche von hinten nach vorn einander in grader 
Linie folgend, durch feine Fäden mit einander verbunden sind, und sich fast wie eine Schnur 
Perlen ausnehmen. In jedes dieser Ganglien treten Fäden aus dem naheliegenden Infraorbitalis 
ein, aus jedem derselben treten andere, wie es scheint, an die Conjunctiva, aus. Unter dem vor- 
deren Drittheil des Augapfels angelangt, empfängt dieser gangliöse Nerv einen stärkeren Verbin- 
dungszweig vom zweiten Aste des Trigeminus, und legt sich dann hart unter die Hardersche Drüse, 
um ihr verhältnissmässig beträchtliche Nervenfasern zu geben. Er selbst schmiegt sich vorn um 
den Augapfel in die Höhe und scheint in der Conjunctiva zu endigen. 

Eben so deutlich ist dieser Drüsenzweig bei Salvator nigropunctatus (Taf. I, fig. I,y), der 
ganz die Form von Salv. Merianae wiederholt, nur dass keine Ganglien i.p der Bahn desselben 
beobachtet wurden. Uebrigens dieselbe Abgabe von Zweigen an die Conjunctiva, dieselbe Aufnahme 
neuer Fäden (vgl. die rechte Seite der Abbildung) aus dem Infraorbitalis (A). 

Auch bei den Krokodilen habe ich diesen Nerven, wenn auch in etwas anderer Form, wieder- 
gefunden. Bei Crocodilus hiporcatus tritt der zweite Ast des Trigeminus (Taf. III, fig. 5, n) von 
hinten und innen nach vorn und aussen bis hinter den Augapfel, tritt hier über die hinterste 



— 15 — 

dickste Schicht des M. adductor maxillae superioris, und giebt, über derselben liegend, einen 
starken Zweig, den später zu beschreibenden Alveolaris posterior (ft), ab. Gleich nach seiner 
Abgabe entsendet er einen sehr feinen Nerven (Taf. III, fig. 5, y), der mit ihm selbst parallel, 
und sogar in der Mitte des Bulbus wieder auf eine kurze Strecke mit ihm verschmelzend, nach 
vorn verläuft. Er löst sich im vorderen Theile der Orbita in mehrere feine Fäden auf, die sich 
geflechtartig auf der Conjunctiva ausbreiten. Einer derselben lässt sich eine Strecke nach vorn 
und oben um den Augapfel herum verfolgen. — Es fehlen hier also die bei den Eidechsen schon 
während seines ganzen Verlaufes aus dem Driisenzweig austretenden Nervenfäden für die Con- 
junctiva, und statt der Ersatzfäden, die derselbe dort beständig aus dem Infraorbitalis erhält, 
findet bald nach seinem Austritt wieder eine Verschmelzung mit dem letzteren statt, bei welcher 
Gelegenheit vielleicht eine Aufnahme neuer Fäden erfolgt. 

e) Von den Verbindungszweigen des zweiten Astes des Trigeminus zum N. palatinus. 

(Dargestellt Taf. I, fig. 1,8,8'.) 

Es ward bei Gelegenheit der eben beschriebenen Zweige des Maxillaris 
superior wiederholt erwähnt, dass der letztere bei allen Sauriern und Krokodilen 
von hinten nach vorn tretend bald nach ihrer Entsendung den M. adductor 
maxillae superioris (Taf. I, fig. 1,K) durchbohrt, um zwischen diesem und dem 
darüber liegenden Augapfel nach vorn zu verlaufen. Erst in dem vorderen Theil 
der Augenhöhle tritt er wieder aus diesem Muskel heraus, nun bald den Charakter 
eines N. alveolaris superior annehmend. 

Auf diesem Wege gehen beständig nicht ganz unbeträchtliche Nervenzweige 
aus ihm hervor (sie sind immer viel stärker, als der Drüsenzweig, der R. recur- 
rens und die Augenliderzweige), die nach innen und unten tretend, den M. 
adductor maxillae superioris durchbohren, um entweder direct zu eigenthümlichen 
Schlingen mit dem R. palatinus zusammen zu treten, oder mit Zweigen des 
letzteren einen kurzen Nervenstamm zu bilden, der, sowie jene Schlingen, mit 
dem Plexus sphenopalatinus verglichen werden muss. Der Antheil des R. pala- 
tinus an diesen Schlingen wird bei Gelegenheit des Facialis besprochen werden, 
sowie auch einer späteren Erörterung vorbehalten bleiben muss, welche aus dem 
R. palatinus austretenden Nervenzüge diesen aus dem Trigeminus in denselben 
übergehenden Nervenfasern entsprechen. Hier möge nur die Bemerkung Stelle 
finden, dass nur der R. communicans posterior nervi palatini cum nervo maxil- 
lari superiore an diesem Analogon des Sphenoidalgeflechtes Antheil nimmt. 

Bei Iguana tuberculata treten bei dem eben erwähnten Verlaufe des Infraorbitalis nach 
einander drei stärkere Zweige aus ihm hervor, die den M. adductor maxillae superioris durch- 
bohren, um sich mit Zweigen des R. palatinus in einer später zu erörternden Weise zu verbinden. 

Auch bei Salvator Merianae verfolgt der Infraorbitalis nach Abgabe seines Drüsenzweiges 
den Weg zwischen Bulbus und M. adductor maxillae superioris nach vorn, und giebt nach einander 
drei nicht unbeträchtliche Nerven ab, welche den genannten Muskel nach unten zu durchbohren, 
um sich nach einander mit Zweigen des R. palatinus des Facialis zu einem kurzen Stamme zu 
verbinden. Ueber Letzteren vergl. die Beschreibung des R. palatinus. 



— 16 — 

Bei Salvator nigropunctatus schickt der zweite Ast des Trigeminus (Taf. I, fig. 1, n, A), den- 
selben Weg, wie bei den übrigen Eidechsen verfolgend, nach Abgabe des Drüsenastes (y) einen 
ziemlich starken Ast (fig. 1, 8) nach innen, der in zwei Zweige (8' und 5') gespalten, an zwei 
verschiedenen Punkten den M. adductor maxillae superioris durchbohrt, um unterhalb dieses 
Muskels, dem Os pterygoideum aufliegend, mit zwei Aesten (g und g) des R. palatinus (p) zu 
einem kurzen, unter der Mitte des Bulbus liegenden, feinen Nervenstamm (e) sich zu verbinden; 
aus dessen vorderem Theil gehen zwei Zweige hervor, von denen einer (<£') wieder an den R. 
palatinus sich anlegt, um mit ihm zu verschmelzen, während der andere (£) nach aussen läuft, 
den M. adductor maxillae superioris durchbohrend nach oben tritt, und sich wieder an den 
Infraorbitalis anlegt, mit dem er eine kurze Strecke parallel nach vorn geht, und dann unter sehr 
spitzem Winkel mit ihm verschmilzt. Zweige an die Gaumenhaut, die aus diesem gemischten 
Nervenstamm des Facialis und Trigeminus hervorgingen, wurden nicht beobachtet. 

Bei Varanus Bengalensis entlässt an derselben Stelle, wie bei den übrigen Eidechsen, der 
Maxillaris superior einen ziemlich starken Nervenzweig, der den M. adductor maxillae superioris 
durchbohrend nach innen tritt, um mit dem Ramus communicans posterior nervi palatini cum 
maxillari superiore zu einer Schlinge zu verschmelzen. Es wird hier also nicht, wie bei Iguana 
und Salvator ein kurzer, aus Zweigen des Trigeminus und des R. palatinus gebildeter Nerven- 
stamm zusammengesetzt, sondern das ganze Sphenoidalgeflecht ist auf eine einfache Schlinge 
reducirt. Ueber den Antheil des Facialis an dieser Schlinge vgl. die Beschreibung desR. palatinus. 

Viel stärker ausgebildet ist das Sphenoidalgeflecht bei den Krokodilen. Bei Crocodilus bipor- 
catus giebt, wie schon erst erwähnt, der Infraorbitalis, nachdem er über den M. adductor maxillae 
superioris getreten, einen starken Nervenzweig nach aussen ab (Taf. III, fig. 5 ? ft), den R. alve- 
olaris posterior, während er selbst erst viel später den Charakter eines Alveolaris anterior annimmt. 
Jener, der R. alveolaris posterior, giebt bald nach seinem Ursprünge 2 — 3 deutliche starke Zweige 
nach aussen ab (fig. 5, 8, 8'), zu denen sich noch ein fünfter (c), vom Infraorbitalis selbst her- 
rührender, gesellt. Alle diese Zweige vereinen sich in der äusseren Ecke der Orbita, dem Ober- 
Kieferknochen dicht anliegend, zu einem sehr ausgebildeten, netzartigen Geflecht (pl.) mit kleinen 
viereckigen Maschen. Aus diesem Geflecht, das in ähnlicher Ausbildung bei keiner Eidechse 
gefunden wurde, gehen nach allen Seiten Nerven von ziemlicher Stärke hervor. Einige schlagen 
sich nach aussen, zwischen Haut und Oberkieferknochen in die Höhe, und breiten sich in der 
Haut der Wangengegend aus. Andere laufen zurück bis zum Mundwinkel, um hier zu endigen. 
Noch andere (zwei bis drei, fig. 5, 4) biegen nach innen um, laufen quer unter dem Augapfel an den 
R. palatinus des siebenten Paares heran, um mit einem Zweige desselben (fig. 5, g) eine Schlinge 
zu bilden, aus welcher keine Zweige hervorgehen. 

f) Von den Gaumenhautzweigen. (Dargestellt Taf. I, fig. i, 5.) 

Nach Abgabe der eben abgehandelten Verbindungszweige mit dem Ramus 
communicans posterior nervi palatini cum maxillari superiore verfolgt der Infra- 
orbitalis seinen Weg unter dem Augapfel, zwischen diesem und dem von unten 
her denselben überziehenden M, adductor maxillae superiotis nach vorn ver- 
laufend. Fast an der Vorderfläcbe des Bulbus angelangt, durchbohrt er zum 
zweiten Male diesen Muskel, um wieder aus demselben hervor-, und an den 
Oberkieferknochen heranzutreten. Dieser Verlauf ist sämmtlichen untersuchten 
Eidechsen und Krokodilen eigen. 



— 17 — 

Vor dem Eintritt in den Canalis alveolaris superior, und demselben schon 
sehr nahe, entlässt er sehr beständig einen feinen Ast nach innen, der mit dem 
Ramus communicans anterior nervi palatini cum maxillari superiore (&') zu einer 
Schlinge zusammentritt (Taf. I, fig. l,^). Aus dieser Schlinge geht immer ein 
Nerv hervor (&'% der längs der Innenfläche des Zahnrandes des Ober- und später 
des Zwischenkiefers zwischen Knochen und innerer Mundhaut nach vorn läuft, 
und in der letzteren mit zahlreichen Zweigen sich ausbreitet. 

Die besonderen Verhältnisse dieses aus Fasern des Trigeminus und Facialis gebildeten 
Gaumennerveu werden bei Gelegenheit des R. palatinus erörtert werden. Sie wurden genau 
ermittelt bei Varanus Bengalensis, Iguana tuberculata, Salvator Merianae und Salvatornigropunctatus. 
Ueber Crocodilus biporcatus vergl. Taf. III, fig. 5. Hier ist 5 der in Rede stehende Zweig des 
Trigeminus, 5' der R. communicans anterior nervi palatini, $•" der aus ihrer Verbindung hervor- 
gehende Zweig für die innere Mundhaut. 

g) Von dem Zweig für die Haut des Oberkiefers. (Dargestellt Taf. I, fig. i,jj.) 

In der Regel, vielleicht beständig, wird vom Maxillaris superior zugleich 
mit dem vorigen Nerven auch nach aussen ein feiner Zweig abgesandt, der 
längs der Aussenfläche des Zahnrandes des Oberkieferknochens, zwischen diesem 
und der ihn von aussen bekleidenden Haut, eine kurze Strecke nach vorn läuft, 
und sich in der letzteren ausbreitet. Bei allen grösseren Eidechsen und bei 
den Krokodilen ward dieser Zweig beobachtet, vielleicht also, dass er bei den 
kleineren Formen nur wegen seiner Feinheit nicht aufgefunden wurde. 

h) Vom Nervus alveolaris superior. (Tal. I, fig. i, /*.) 

Die letzte Endigung des zweiten Astes des Trigeminus ist constant dieselbe. 
Nachdem er als N. infraorbitalis (Taf. I, fig. \,X) unter dem Augapfel nach vorn 
getreten ist, hier wieder den M. adductor maxillae superioris (K) durchbohrt, 
und sowohl den Zweig für die Haut des Oberkiefers, als den mit Endzweigen 
des R. palatinus sich verbindenden Ast für die innere Mundhaut abgegeben hat, 
nähert er sich von innen her dem Oberkieferknochen, tritt in den Canalis alveo- 
laris desselben ein, und verläuft nach vorn bis zur Spitze des Zwischenkiefers. 
Auf diesem ganzen Wege gehen zweierlei Zweige aus ihm hervor: 1) Rami 
dentales, bei den Sauriern ausserordentlich fein, stärker bei den Krokodilen 
(Taf. III, fig. 5, d), von oben her an die Wurzel jedes Zahns herantretend; 
2) Rami cutanei, bei den Krokodilen feiner, bei den Sauriern viel stärker als 
jene, in kleinen Absätzen durch feine Löcher des Knochens nach aussen tretend, 
und sich in der den Oberkiefer bekleidenden Haut ausbreitend. 

Dies die Form des Nerven bei allen untersuchten Eidechsen. Wesentlich von ihr verschieden 
ist, wie schon oben bemerkt, diejenige der Krokodile. Hier {Crocodilus biporcatus) existirt nämlich 
ausser dem als N. alveolaris anterior endigenden Hauptstamm des Infraorbitalis (Taf. III, *, f*') 
noch ein R. alveolaris posterior (f*) von ansehnlicher Stärke. Dieser wird schon nach aussen 

3 



_ m — 

abgegeben, sobald der Infraorbitalis den M. adductor maxillae superioris durchbohrt hat, um unter 
dem Augapfel nach vorn zu verlaufen. Dieser Alveolaris posterior entlässt, wie oben bemerkt, die 
meisten der das Sphenoidalgeflecht bildenden Zweige (8,5'), läuft dann nach aussen, um in der 
Gegend des vierzehnten Zahns in den für ihn bestimmten Kanal des Oberkiefers einzutreten- 
(Die eigentliche Fortsetzung des Infraorbitalis tritt als N. alveolaris anterior erst in der Gegend 
des neunten Zahns in den Oberkieferkanal ein.) Bei seinem Eintritt in denselben entlässt der R. 
alveolaris posterior zuerst einen Zweig nach hinten, um auch die hinteren Zähne mit Zweigen zu 
versorgen, und läuft dann im Knochen bis zum zehnten Zahn nach vorn, in jeden der auf seinem 
Wege liegenden Zähne einen sehr starken Zweig entsendend (d). Durch diesen Abgang bedeu- 
tender Aeste wird seine Stärke rasch so verringert , dass in der Gegend des neunten Zahns nur 
ein sehr schwacher Rest desselben sich mit dem nun in den Kanal eintretenden und seine Stelle 
einnehmenden Alveolaris anterior (/•*') verbinden kann. Der neunte Zahn wird noch vom Alveo- 
laris posterior versorgt. — Der Alveolaris anterior, die Fortsetzung des eigentlichen Infraorbitalis, 
nimmt bei seinem Eintritt in den Kanal das letzte Ende des Alveolaris posterior auf, und läuft, 
wie erst bemerkt, im Knochen bis zur Spitze des Zwischenkiefers nach vorn, ebenfalls an dia 
Wurzel jedes auf seinem Wege liegenden Zahns einen starken Zweig, und ausserdem schwächere 
Aeste an die den Oberkiefer bedeckende Haut abgebend. 

3. Vom dritten Aste des Trigeminus. 

Ueber den Ursprung des dritten Astes zugleich mit dem zweiten Aste aus 
dem Ganglion Gasseri ist oben (pag. 6 und 7) gehandelt worden.. Nur bei den 
Krokodilen glückte es, den Uebergang der Portio minor der Trigeminus-Wurzel 
in diesen dritten Ast zu verfolgen. An Stärke übertrifft dieser beständig alle 
übrigen Hirnnerven mit Ausnahme des Opticus. Namentlich bei den Krokodilen, 
auch bei ganz kleinen Exemplaren, ist er von bedeutender Dicke, so wie auch 
seine Aeste zwar wegen der benachbarten Lage der von ihnen versorgten Organe 
die kürzesten, zugleich aber auch die stärksten sind. 

Vor der Schilderung seines Verlaufes im Allgemeinen muss nochmals hin- 
gewiesen werden auf den schon früher (pag. 7) abgehandelten Nerven für den 
M. adductor maxillae superioris, der bei den Krokodilen (und Schlangen nach 
Müller) deutlich aus der Portio motoria entspringt, bei den Sauriern bald aus 
dem Ganglion, bald aus dem dritten Aste hervorgeht. — Ein zweiter Nerv, von 
gleicher Feinheit wie der vorige, der aber den Eidechsen völlig zu fehlen 
scheint, ward bei Crocodi/us biporcatus aus der Portio minor ausgehend gefunden 
(Taf. III, fig. 5, r). Dieser wendet sich, noch bevor der ganze dritte Ast über 
das Ganglion hinausgekommen ist, auf dem unteren Boden der Orbita über der 
Gaumenhaut nach vorn, läuft bis zum vorderen Rande der vom Oberkiefer, vom 
Gaumenbein (Os palatinum Cuv.) und vom Os pterygoideum externum Cuv. 
begrenzten Grube, um hier mit vielen feinen Zweigen in der unteren und inneren 
Parthie des M. pterygoideus zu endigen, der mit seinen von vorn nach hinten 
sich erstreckenden Fasern die erwähnte Grube von unten her ganz begrenzt. 



— 1/9 — 

Bei den Eidechsen erstrecken sich die Fasern des genannten Muskels nicht 
so weit nach vorn, — dies der einfache Grund, weshalb auch der diesen Theil 
desselben versorgende Nerv minder ausgebildet, vielleicht nicht vorhanden ist. 

Der dritte Ast des Trigeminus hat, obgleich mit dem zweiten, wie erst 
erwähnt, aus einem gemeinschaftlichen Ganglion entspringend, doch bisweilen 
eine besondere Oeffnung im Schädel, in dem Falle nämlich, wenn das Ganglion 
nicht theilweise aus dem Knochen hervorragt. Dann liegt die Oeffnung für den 
dritten Ast etwas hinter und unter derjenigen für den zweiten Ast, allseitig vom 
Felsenbein begrenzt. Dies ist z. B. der Fall bei Istiurus Amboinensis. In 
den meisten Fällen ist, wie oben angegeben, beiden Aesten eine Oeffnung 
gemeinschaftlich. — 

Von seinem Austritte an ist er sogleich schräg nach aussen und unten 
gerichtet, vor dem Quadratbein abwärts bis zum Unterkieferknochen verlaufend. 
Auf diesem Wege entsendet er einen Zweig nach vorn und aussen an die Haut 
dei Wangengegend, bisweilen auch an den M. levator anguli oris, und seine 
Kaumuskelzweige. Am Unterkiefer angelangt, tritt er in den Canalis alveolaris 
inferior ein, um selbst als N. alveolaris inferior nach vorn zu verlaufen. Auf 
diesem Wege verbindet er sich mit einem Zweige vom hinteren Hauptstamm 
des Facialis, der Chorda tympani, entsendet zahlreiche Zweige aus dem Knochen 
nach aussen an die den Unterkiefer bedeckende Haut, und schickt endlich regel- 
mässig einen nicht unbeträchtlichen Ast nach innen, der sich theils in der Haut 
des Unterkiefers, theils im M. mylohyoideus, theils endlich (als Ramus lingualis) 
zugleich mit Endzweigen des Hypoglossus in der Zunge verbreitet. 

a) Vom Zweig für die Haut der Wange und den M. levator anguli oris. 

Gewöhnlich unmittelbar nach seinem Austritt aus dem Schädel entsendet 
der dritte Ast des Trigeminus einen Nervenzweig, den man den R. subcutaneus 
malae nennen könnte, wenn nicht dieser Name beim Menschen zur Bezeichnung 
eines bekannten Hautzweiges des zweiten Astes diente. Auch dieser Nerv der 
Saurier scheint bei oberflächlicher Betrachtung aus dem zweiten Aste zu stammen, 
da er demselben an seiner unteren Seite dicht anliegt, und ganz dieselbe Richtung 
verfolgt, wie jener. Verfolgt man seinen Weg aber in centripetaler Richtung, 
so halt es nicht schwer, sich von seinem Ursprünge aus dem Anfange des 
dritten Astes zu überzeugen *). 

Schon gleich nach seinem Ursprünge legt sich dieser Nerv dicht an die 
untere Seite des zweiten Astes an, und tritt mit demselben durch die vordere 



*) Auch Vogt beschreibt bei Python einen feineu Ast des -Ramus tertius, der parallel dem ersten 
Zweige des Ramus secundus nach vorn und aussen läuft, und sich in der äusseren Haut des 
Mundwinkels, zum Theil auch in der Mundschleimhaut in der Ecke des Mundes vertheilt. 
Millers Arch. 1839, pg. 4.6. 

3 * 



— 20 — 

und äussere Parthie der Kaumuskeln hindurch schräg nach vorn und aussen, 
wendet sich, an der Haut über dem Mundwinkel angelangt, um die vordere 
Grenze der Kaumuskeln herum nach aussen und eine kurze Strecke nach hinten, 
und breitet sich in der Haut über und hinter dem Mundwinkel aus. Von dieser 
Form ward der Nerv gefunden bei Lacerta ocellata, Varanus Bengalensis, Iguana 
tuberculata. Bei Salvator Merianae und Salvator nigropunctatus dringen seine 
Fasern nur theilweise in die Haut des Mundwinkels ein: seine hauptsächliche 
Verbreitung erfolgt hier in dem ausnahmsweise bei Salvator vorhandenen M. 
levator anguli oris (vom äusseren Rande des Os frontale posterius schräg nach 
unten und vorn an die Haut des Mundwinkels). — 

b) Nerven für die Hebemuskeln des Unterkiefers. 
Ausser dem eben erwähnten Nerven, der nur bisweilen an Muskeln sich 
verbreitet, gehen beständig noch drei Muskelnerven aus dem Stamme des dritten 
Astes hervor: 

a) an die hinteren Hebemuskeln des Unterkiefers, 

b) an die äusseren Hebemuskeln 

und etwas später, als a und b tritt von der inneren Seite des Stammes ein 
Nerv hervor 

c) der, stärker, als die beiden vorigen, die inneren Hebemuskeln des Unter- 
kiefers (Mm. pterygoidei) mit Zweigen versorgt. 

Bei allen darauf untersuchten Sauriern wurden diese Nerven in der ange- 
gebenen Form gefunden. 

c) Ramus recurrens cutaneus maxillae inferioris. (Taf. I, fig. i,t.) 

Bei allen Sauriern und Krokodilen tritt der dritte Ast des Trigeminus nach 
Entsendung aller Muskelzweige nach aussen und unten an den Oberkieferknochen 
heran. Bevor er in seinen Kanal tritt, entspringt aus ihm ein Nerv von sehr 
eigenthümlicher Form. Während der Stamm selbst nämlich nach vorn umbiegt, 
wendet sich dieser, an seiner hinteren Seite entspringend, nach hinten, und 
tritt vor dem Gelenk des Ouadratbeins in einen eigenen Kanal des Unterkiefers 
ein, um in demselben, unter diesem Gelenk durch, nach hinten zu verlaufen. 

Gefunden habe ich diesen Nerven bei allen darauf untersuchten Formen, 
nämlich : Iguana tuberculata, Istiurus Amboinensis, Varanus Bengalensis und Niloticus, 
Lacerta ocellata, Euprepes Sebae, Chamaeleo vulgaris, Crocodilus acutus, Crocodilus 
biporcatus und Alligator punctidatus. Seine Stärke ist indessen so gering, und 
der Knochen an dieser Stelle so fest, dass es mir nur bei einer Eidechse 
(Salvator nigropunctatus), und bei den Krokodilen gelang, seine Endigung in der 
den Unterkiefer bedeckenden Haut zu ermitteln. 

Bei Salvator nigropunctatus tritt unser Nerv, wie überall, vor dem Gelenk des Quadratbeines 
in einen eigenen Kanal des Unterkiefers, der sich nahe der Aussenfläche des Knochens befindet. 



— 21 — 

Dieser Kanal mündet mit einer feinen Oeffnung an der Aussenseite des Unterkiefers, unter und 
etwas vor dem Trommelfell nach aussen, — und durch diese Oeffnung tritt der genannte Nerv 
wieder hervor. Gleich nach seinem Hervortritt theilt sich derselbe in mehrere feine Zweige, von 
denen die meisten und stärkeren sich in der das Unterkiefergelenk bedeckenden Haut ausbreiten. 
Ein Faden lässt sich bis zum vorderen Rand des Trommelfells verfolgen, und dürfte vielleicht als 
R. auricularis zu deuten sein. 

Bei den übrigen Sauriern scheint dieser Nerv einen abweichenden Verlauf zu haben. Ich 
konnte nirgends an der Aussenfläche des Unterkieferknochens eine Oeffnung seines Kanals finden, 
es gelang vielmehr öfter, den Letzteren unter dem Gelenk des Quadratbeins nach hinten zu ver- 
folgen. — Uebrigens ist zu bemerken, dass an dieser Stelle (unter dem Gelenk des Quadratbeins) 
zwei Knochenkanäle sich kreuzen, ohne sich jedoch zu berühren; einer, der Aussenseite des 
Knochens nahe gelegen, in welchem unser Ramus recurrens cutaneus nach hinten verläuft, — der 
andere, mehr an der Innenseite des Knochens, führt die Chorda tympani von hinten nach vorn. 

Auch bei den Krokodilen gehen an der Biegungsstelle des Maxillaris inferior Nerven aus 
demselben hervor, die diesem rücklaufenden Aste der Saurier analog zu sein scheinen, obgleich 
es mir nicht gelang, jenen bei Salvator bis zum Gehörgang verlaufenden Faden aufzufinden. 
Crocodilus acutus zeigt folgende Form : An der Stelle, wo der dritte Ast des Trigeminus nach vorn 
umbiegt, um in seinen Knochenkanal einzutreten, entsendet er aus seiner hinteren Fläche zwei Nerven : 

a) Der vordere derselben läuft vertical abwärts, die bisherige Richtung des Hauptstammes 
einhaltend, tritt in ein feines, vor dem Gelenk des Unterkiefers gelegenes Loch des letzteren ein, 
verlässt jedoch gleich darauf wieder den Knochen durch eine an der innern Seite desselben 
gelegene Oeffnung, verfolgt seinen Weg nach unten, und breitet sich in der den Unterkiefer an 
dieser Stelle von unten her bedeckenden Haut aus. 

b) Der hintere Nerv ist nur halb so stark, als a; er wendet sich etwas rückwärts, und 
theilt sich in zwei Aeste: 

a) Der vordere, stärkere dringt hinter a von oben her in einen für ihn bestimmten Kanal 
des Unterkiefers ein, biegt in demselben, dem unteren Rande des Knochens ziemlich nahe, unter 
rechtem Winkel nach vorn um, und verläuft in der letzteren Richtung durch das ganze letzte 
Drittheil des Unterkieferknochens. Dann endlich theilt dieser Nerv sich in zwei feine Fäden, die 
aus dem Kanal nach unten heraustreten, und sich in der den Unterkiefer von unten her bedeckenden 
Haut ausbreiten. 

ß) Der hintere, schwächere, dringt noch weiter nach hinten als a in den Knochen ein, durch- 
bohrt denselben in vertikaler Richtung, und breitet sich ebenfalls in der Haut aus, die den 
Unterkiefer an dieser Stelle bedeckt. 

d) Vom Nervus alveolaris inferior und dessen Zweigen. 
Nach Abgabe des eben abgehandelten R. recurrens cutaneus schlägt der 
bisher schräg nach aussen und unten verlaufende Maxillaris inferior die Richtung 
nach vorn ein, tritt in den Canalis alveolaris maxillae inferioris, nimmt die von 
hinten her in einem feinen Kanal herangetretene Chorda tympani auf (vergl. 
über letztere den hinteren Hauptstamm des Facialis), und verläuft als Nervus 
alveolaris inferior bis zur Spitze des Unterkiefers. Auf diesem Wege giebt 
derselbe ausser zahlreichen Fäden nach oben an die Wurzeln der Zähne und 
ausser stärkeren Zweigen nach aussen an die Haut des Unterkiefers einen Nerven 
ab, den man gleichzeitig als R. linguales und R. mylohyoideus betrachten könnte. 



— 22 — 

Die speciellen Formen dieses Zweiges sind folgende : 

Bei Varanus Bengalensis findet sich am Anfang des zweiten Drittheils des Unterkiefers an 
dessen unteren Seite ein rauher Vorsprung, als Ansatzpunkt des M. hyomaxillaris. Hier dringt 
der genannte Zweig des Alveolaris inferior aus dem Knochen hervor, und theilt sich in mehrere 
Zweige. Einige derselben breiten sich an der Haut des Unterkiefers aus, zwei andere verzweigen 
sich am M. mylohyoideus, während der stärkste über die vorderen Zungenbeinmuskeln nach innen 
dringt, und sich mit einem Endzweige des Hypoglossus zu einer Schlinge verbindet, aus welcher 
mehrere feine Nerven hervorgehen, die von der Seite her in die Zunge eindringen. 

Auch bei Iguana tuberculata tritt ein starker Zweig am Ende des vorderen Drittheils des 
Unterkiefers durch ein an dessen Innenfläche gelegenes Loch nach innen, und theilt sich, wie bei 
Varanus, in mehrere feine Zweige. Auch hier breiten sich einige in der Haut des Unterkiefers, 
andere im M. mylohyoideus aus, während der Hauptzweig diesen Muskel, dann auch den darüber 
liegenden M. genioglossus durchbohrt, und einige feine Zweige abgiebt, welche deutliche Schlingen 
bilden mit einigen der letzten Endzweige des Hypoglossus. Zwischen diesen Endzweigen beider 
Nerven findet hart an der Aussenseite des M. lingualis ein feines Geflecht statt , von welchem 
sogar mehrere äusserst feine Zweige in ein sehr kleines, an der Aussenfläche des genannten 
Muskels liegendes Ganglion zusammenstrahlen. Der in Rede stehende Endzweig des Maxillaris 
inferior tritt darauf an der Seite des starken Zungenmuskels in die Höhe, und dringt mit einigen 
der letzten Zweige des Hypoglossus von der Seite her in die Zunge ein. 

Ganz dieselbe Form findet sich bei Salvator nigropunctatus , nur mit der Abweichung, dass 
keine Verbindung mit Endzweigen des Hypoglossus (wenigstens nicht ausserhalb der Zunge) statt- 
findet, und dass die Endzweige beider Nerven neben einander in die Zungenwurzel eindringen. 

Bei Platydactylus guttatus wieder fast ganz die Form, wie bei Iguana. Der für die Zunge 
bestimmte Endzweig durchbohrt von unten her den hier vorhandenen unteren Bauch des M. genio- 
hyoideus und verbindet sich geflechtartig mit mehreren feinen, ebenfalls durch den genannten Muskel 
hindurch tretenden Endzweigen des Hypoglossus. Aus diesem Geflecht geht ein Hauptstamm und 
mehrere feinere Nerven hervor, die alle von der Seite her sich in die Zungenwurzel einsenken. 

Agama spinosa zeigt denselben Ast des Alveolaris inferior von etwas ansehnlicherer Stärke, 
im Uebrigen aber von derselben Form, wie bei den anderen Eidechsen. Der für die Zunge 
bestimmte Zweig tritt quer hinüber durch die unteren Zungenbeinmuskeln an die Zungenwurzel, 
legt sich hier dicht an einen der drei Endzweige des Hypoglossus (vergl. diesen), verlässt ihn aber 
sogleich wieder, um vollständig mit einem anderen (dem dritten) Endaste dieses Nerven zu ver- 
schmelzen. Die aus dieser Verbindung hervorgehenden zwei Nerven dringen beide von der Seite 
her in die Zungenwurzel ein. 

Bei Istiurus Amboinensis theilt sich der aus seiner Oeffnung (diese hat dieselbe Lage wie 
bei Varanus) hervorgetretene Nerv ebenfalls sogleich in drei Zweige, von denen einer in die Haut 
des Unterkiefers, ein anderer in den M. mylohyoideus geht, während der dritte, stärkste, nach 
innen an den M. hyoglossus herantritt, und sich hier mit einem der Endzweige des Hypoglossus 
vereint. Durch ihre Verbindung wird ein feiner Nervenstamm gebildet, der, die bisherige Richtung 
dieses vom Hypoglossus stammenden Nerven beibehaltend, nach vorn läuft. Auf seinem Wege 
giebt er nach einander drei Zweige aus, die von der Seite her in die Zunge eindringen, während 
die letzte Endigung dieses Nervenstammes, die ohne Zweifel dem Hypoglossus angehört, im M. 
genioglossus sich verbreitet. 

Bei Cliamaeleo vulgaris liegt das Loch für den Austritt unseres Nerven etwas weiter nach 
hinten, nämlich in der Mitte der Innenfläche des Unterkiefers. Gleich nach seinem Hervortritt 
theilt sich derselhe in zwei Aeste. Der erste tritt unter den M. mylohyoideus, und breitet sich in 



— 23 — 

diesem, so wie in der ihn bedeckenden Haut aus. Der zweite durchbohrt diesen Muskel, und tritt 
über dem M. geniohyoideus von der Seite her an die Zungenwurzel heran , um in dieselbe ein- 
zudringen. Eine Verbindung mit Endzweigen des Hypoglossus findet ausserhalb der Zunge nicht statt. 

Bei den Krokodilen liegt die Oeffnung für den Austritt dieses Nerven, der überhaupt eine 
etwas abweichende Form zeigt, noch weiter nach hinten. Gleich nachdem nämlich (bei Croeodilus 
acutus) der Maxillaris inferior in seinen Kanal eingetreten, um in ihm nach vorn zu verlaufen, 
entlässt er einen starken Nerven, der sich wieder in zwei Zweige theilt: 

«) Einer derselben bleibt im Canalis alveolaris inferior, und läuft, in demselben unter dem 
Stamme des Maxillaris inferior liegend, nach vorn. In der Gegend des dreizehnten Zahns theilt 
er sich wieder in zwei Aeste. Der stärkere tritt hier aus dem Kanal hervor, und breitet sich in 
der inneren Haut des Mundes, nahe dem Zahnrande des Unterkiefers, aus. Der feinere läuft 
weiter nach vorn bis zur Gegend des neunten Zahns, verlässt hier ebenfalls den Kanal, und endet 
wie der vorige. 

b) Der zweite Ast unseres Nerven tritt sogleich nach seinem Ursprung durch ein Loch an 
der Innenseite des Knochens hervor, und theilt sich in vier Zweige. Zwei davon breiten sich im 
Mylohyoideus und in der Haut des Mundwinkels aus; einer geht in die hier liegende Hautdrüse; 
einer endlich läuft längs des Innenrandes des Unterkiefers zwischen Haut und Mylohyoideus nach 
vorn, giebt feine Zweige an die Haut, und drei bis vier feine Nerven ab, die den M. mylohyoideus 
durchbohren, und sich auf dem muskulösen Boden der Mundhöhle ausbreiten. Dieser Nerv lässt 
sich bis zum ersten Drittheil des Unterkiefers verfolgen, wo er in der Haut endigt. 



Dritter Abschnitt. 

Vom Nervus Facialis. 

Die Wurzel des N. facialis (auf den Abbildungen mit 7 bezeichnet) ist 
immer ein einfacher, feiner, walzenförmiger Nervenstrang, hart vor der Wurzel 
des Acusticus von der Seitenfläche des verlängerten Markes entspringend, und 
immer durch einen eigenen feinen Knochenkanal des Felsenbeins aus dem Schädel 
tretend. Bei allen Sauriern und Krokodilen bleibt, im Gegensatz zu der Bildung 
vieler Fische und nackter Amphibien, diese Wurzel von derjenigen des Trigeminus 
völlig getrennt, — nur in den letzten Endigungen beider Nerven werden oft 
eigenthümliche Schlingenbildungen beobachtet. 

Eben aus dem Schädel getreten, bisweilen noch im Knochenkanale selbst, 
schwillt sie zu einem beständig vorhandenen, zwar nicht grossen, aber immer 
deutlichen Ganglion an (auf allen Abbildungen mit C bezeichnet). Ich habe 
dies Ganglion bei allen untersuchten Arten, am grössten bei Iguana tuberculata, 
angetroffen.*) — Gewöhnlich hat dasselbe eine abgestumpft dreieckige Gestalt, 



*) Bei den Vögeln scheint es nicht beständig zu sein; Bounsdorf beobachtete indessen doch 
zuweilen ein Ganglion geniculum bei Corvus Cornix 1. 1. pg. 525. Bei den Amphibien ist es 
beständig vorhanden, nur bisweilen (bei den Ecaudata) mit dem Ganglion des Trigeminus ver- 
schmolzen. Vergl. meine frühere Abhandlung. Unter den Fischen besitzen es nach Staun ins 
die Plagiostomen, wo der Raums palatinus direct aus dem Facialis entspringt. 



— 24 — 

und dann gehen aus zwei seiner Ecken die beiden Hauptstämme des Facialis 
hervor, während die dritte Ecke der Punkt ist, wo die Wurzel selbst in das 
Ganglion eintritt. Bei einigen, Iguana, (Taf. II, fig. 3, C) ist die Gestalt des 
Ganglions oval, — dann gehen ausser den beiden Hauptstämmen noch andere 
Nervenzweige aus ihm hervor. 

Es werden nämlich constant zwei aus dem Ganglion des Facialis austretende 
Hauptstämme beobachtet, ein vorderer, der R. palatinus, und ein hinterer Haupt- 
stamm. Unter sämmtlichen untersuchten Formen ist keine, wo einer dieser 
Hauptstämme fehlte, oder auch nur durch Verschmelzung mit anderen Hirnnerven 
seinen Ursprung vom Facialis aufgegeben hätte, — ausser ihnen gehen zuweilen 
aus dem Ganglion noch Verbindungszweige an das Ganglion petrosum des 
Glossopharyngeus hervor, die indessen in der Regel aus dem R. palatinus, nur 
ausnahmsweise aus dem Ganglion entspringen. 

A. Vom Ramus palatinus. (Dargestellt Taf. i,_ %. 1, P , P .) 

Der Nervus palatinus scheint bei den kaltblütigen Wirbelthieren von besonderer 
Wichtigkeit zu sein. Bei den Fischen entsendet er nach Stannius feine Zweige zur 
Schleimhaut des Gaumens, seltener auch an Muskeln (z. B. den queren Gaumen- 
muskel bei Perca, Cottus u. A.), und steht anscheinend immer mit dem zweiten 
Aste des Trigeminus in Verbindung. *) Bei den Amphibien scheinen nur häutige 
Gebilde von ihm versorgt zu werden, doch fehlen auch hier nicht die Verbindungen 
mit dem zweiten Aste des Trigeminus. **) Bei den Reptilien endlich, von denen 
ich freilich nur die Saurier und Krokodile untersuchen konnte, entlässt er nur 
Aeste an die Schleimhaut des Gaumens, bildet aber ausserdem beständig die 
Brücke, wodurch der zweite Ast des fünften Paares, und, wenn es vorhanden 
ist, das Sphenoidalgeflecht entweder direct, oder durch Vermittelung des Gangl. 
petrosum mit dem Halstheil des Sympathicus in Verbindung steht. 

Immer hat bei den Sauriern und Krokodilen dieser Nerv die Form, die 
unter den Fischen schon bei Chimaera, Raia, Spinax und Carcharias vorkommt, 
und die sich bei allen nackten Amphibien, am deutlichsten bei den Salamandrinen 
wiederholt, sofern er nie, (wie bei Silurus~) als Ast des Trigeminus, oder gar 
(wie bei Lophius) als gesonderter Nerv erscheint, sondern beständig als Ast 
des mit einer gangliösen Anschwellung versehenen Facialis auftritt. Nach seinem 
Ursprünge aus dem Ganglion wendet er sich nach innen und unten, um dann 
nach vorn durch einen kurzen Kanal im Basilarstück des Keilbeins (Vgl. Taf. I, 
fig. 1, Canalis vidianus Auct.) zu laufen. Aus ihm hervorgetreten, läuft unser 



*) Vgl. über die genaueren Verhältnisse: Stannius das peripher. Nervensystem der Fische, pg. 54 ff. 
**) Besonders deutlich ist diese Verbindung bei Pelobates und Bombinator. Vergl. meine frühere 
Abhandlung pg. 22. 



— 25 — 

Nerv über den Gelenkfortsatz des Keilbeins fort, und tritt über dem Os ptery- 
goideum nach vorn, fast auf der Mitte des Bodens der Orbita seinen Weg 
verfolgend. Bei den Krokodilen (Taf. III, fig. 5, p), wo der R. palatinus dem 
vorderen Stiele des Keilbeins fest anliegend nach vorn verläuft, erinnert seine 
Form mehr an diejenige der Fische, wo er "'•') zwar auch durch einen kurzen 
Kanal des Os sphenoideum basilare, dann aber längs der Aussenseite des ver- 
schmälerten Abschnittes dieses Knochens nach vorn läuft. Auf seinem Wege 
nach vorn entspringen dreierlei Nerven von ihm: 1. Verbindungsäste zum N. 
infraorbitalis ; 2. Verbindungsäste zum Glossopharyngeus; 3. Zweige an die 
Schleimhaut des Gaumens. 

Was zunächst die ersteren dieser Nerven betrifft, so finden sich gewöhnlich 
zwei Verbindungsstellen zwischen R. palatinus und Maxillaris superior, die eine, 
bald nachdem der R. palatinus auf das Gaumengewölbe getreten, die zweite im 
vorderen Abschnitte der Orbita. Nur die erstere möchte als Analogon des 
Sphenoidalgeflechtes zu betrachten sein, während die zweite wohl nur eine Ver- 
mischung von Nervenfasern des fünften und siebenten Paares zur Versorgung 
der Gaumenhaut bewirkt. Zur besseren Unterscheidung wollen wir jene als 
hinteren, (R. communicans posterior), diese als vorderen Verbindungsast (R. 
communicans anterior) bezeichnen. 

a) Vom R. communicans posterior rami palatini cum Maxillari 

SUperior e. (Dargestellt Taf. I, fig. 1, g, g.) 

Die hinteren Verbindungsäste zwischen R. palatinus und Maxillaris superior, 
über deren Verhältniss zum Kopftheil des Sympathicus später bei Gelegenheit 
des letzteren die Rede sein wird, erscheinen, wie früher pag. 15 schon dar- 
gethan ist, entweder als einfache brückenartige Verbindungsschiingen zwischen 
beiden Nerven, oder die aus den letzteren stammenden Elemente treten auf dem 
Boden der Orbita zu einem kurzen Stamme zusammen. 

Das erste Verhalten ward früher (pg. 16) von Varanus Bengalensis geschildert, wo ein 
einfacher Nervenzweig aus dem Maxillaris superior quer hinübertritt an den R. palatinus. Hier 
möge nur erwähnt werden, dass, wenn man diesen ganzen Zweig als aus dem ersteren kommend, 
und in den letzteren einmündend betrachtet (nicht umgekehrt), die Form seiner Verschmelzung 
mit dem R. palatinus auf ein Rücklaufen einiger von seinen Fasern in der Bahn des letzteren 
schliessen lässt. Man sieht nämlich schon bei massiger Vergrösserung an dieser Verbindungsstelle 
einen Theil seiner Fasern sich nach vorn mit dem R. palatinus wenden, um mit diesem ver- 
schmolzen, in centrifugaler Richtuug nach vorn zu verlaufen. Andere wenden sich unzweifelhaft 
nach Tiinten, verschmelzen ebenfalls mit dem R. palatinus, und gehen in centripetaler Richtung 
(nach hinten) fort. Es leuchtet ein, dass diese letzteren auch als aus dem R. palatinus stammend 
und an den Maxillaris superior hinübergehend aufgefasst werden können. 



*) S tan n ins das peripher. Nervensystem der Fische, pg. 56. 



— 26 — 

Bei Iguana tuberculata findet sich dagegen die zweite der erst angeführten Verbindungsweisen. 
Die Form, unter der diese sich darstellt, ist folgende: Nachdem der R. palatinus seinen Kanal 
verlassen hat und auf das Os pterygoideum getreten ist, um zwischen diesem und dem M. adductor 
maxillae superioris nach vorn zu verlaufen, giebt er gleich anfangs drei bis vier feine Fäden nach aussen, 
die sich geflechtartig unter einander, und dann mit einem von oben nach unten den genannten 
Muskel durchbohrenden Aste des Infraorbitalis zu einem feinen Nervenstamme verbinden, der, 
dem letztgenannten Nerven nahe liegend, aber durch den M. adductor maxillae superioris von 
ihm getrennt, von hinten nach vorn läuft. Dieser durch Elemente des R. palatinus und des 
Maxillaris superior zusammengesetzte Nerv empfängt bald darauf noch einen den M. adductor 
maxillae superioris durchbohrenden Zweig des letzteren, und theilt sich in zwei Aeste, von denen 
einer wieder zurück geht an den R. palatinus, um mit diesem zu verschmelzen, während der andere 
sich rrilt einem neuen Zweige des Maxillaris superior zu dem später abzuhandelnden Zweig für 
die innere Mundhaut vereint. 

Etwa in der Mitte der Orbita giebt der R. palatinus noch einen neuen Zweig ab, stärker 
als die vorigen, der sich schräg nach aussen und vorn wendet, und, ebenfalls einen starken den 
M. adductor maxillae superioris durchbohrenden Verstärkungszweig aus dem Infraorbitalis empfängt, 
dann nach vorn und innen über die tellerförmige Ausbreitung der Gaumenhaut tritt, um hier sich 
zu verzweigen. 

Bei Salvator nigropunctatus bilden ebenfalls Nerven, die aus dem R. palatinus und dem 
Maxillaris superior fast gleichzeitig ausgehen, einen schon früher (pg. 16) beschriebenen kurzen 
Nervenstamm (vgl. Taf. I, fig. 1, e). 

Ganz ähnlich verhält sich Salvator Merianae. Nachdem der R. palatinus in gewöhnlicher 
Weise über den Gelenkfortsatz des Keilbeins fort nach aussen auf das Os pterygoideum getreten 
ist, an dessen innerem Rande er, dem Knochen fest anliegend, unter dem M. adductor maxillae 
superioris nach vorn verläuft, giebt er einen Zweig nach aussen, der ebenfalls unter dem genannten 
Muskel nach vorn gehend, drei nach einander aus dem Infraorbitalis ausgetretene Nervenzweige 
aufnimmt, und so einen kurzen Nervenstamm bildet, aus welchem bei dieser Art keine an die 
Gaumenhaut gehenden Zweige beobachtet wurden. Das vordere Ende dieses Nervenstammes biegt 
wieder nach innen um, und mündet wieder in den R. palatinus ein. 

Die Krokodile wiederholen dagegen die Form von Varanus Bengalensis. Nachdem bei 
Crocodilus biporcatus der R. palatinus, dem Felsenbein dicht anliegend, bis zur Basis des Keilbeins 
getreten, und bis zur hinteren Ecke der Orbita über die vordere flache Ausbreitung des M. ptery- 
goideus gelangt ist, giebt er einen Zweig ab (Taf. III, fig. 5, g), der unter rechtem Winkel sich 
von der bisherigen Richtung ab und nach aussen wendet, um mit dem früher (pg. 1 6) beschriebenen 
aus dem Sphenoidalgeflecht hervorgehenden Aste des Trigeminus zu einer Schlinge (g-4) s ' cn 
zu verbinden. 

So bilden bei allen Sauriern und Krokodilen *) diese hinteren Verbindungs- 
äste eine Brücke zwischen R. palatinus (Facialis) und Maxillaris superior 
(Trigeminus). Ob durch ihre Vermittelung Nervenfasern aus diesem in jenen, 
oder aus jenem in diesen übergeführt werden, ist schwer zu entscheiden. Ich 
möchte mich für die erste dieser Ansichten entscheiden, und glauben, dass 



Vogt beschreibt diese hintere Verbindung zwischen R. palatinus und Maxillaris superior bei 
Python tigris als seinen ersten Plexus (Müll. Arch. 1839, pg. 48). Auch Müller in seinen 
Bemerkungen zu Vogts Arbeit erwähnt dieser Verbindung (1. 1. pg. 60), und bildet sie von 
Python tigris ab. (Vgl. Neurologie der Myxinoiden, Taf. IV, fig. 3, 5".) 



— 27 — 

diese hinteren Verbindungsäste zwischen Trigeminus und Palatinus die erste der 
sympathischen Schlingen sind, die sich weiter unten am Rumpf in ähnlicher 
Weise wiederholen *). Diese Schlingenbildung setzt sich vom R. palatinus dann 
nach hinten durch einen in den Halstheil des Sympathicus gehenden Nerven 
fort (den später zu beschreibenden Hamus communicans internus rami palatini 
cum nervo glossopharyngeo). 

Ueber den genaueren Zusammenhang unseres Verbindungszweiges mit den 
übrigen sympathischen Schlingen vergl. das Kapitel über den Kopftheil des 
Sympathicus. 

b) Vom Ramus communicans anterior rami palatini cum Maxillari 

SUperiore. (Dargestellt Taf. I, fig. 1, ä\) 

Nachdem der R. palatinus die hintere Verbindungsschlinge mit dem zweiten 
Aste des Trigeminus gebildet hat, tritt er meist ohne Abgabe weiterer Zweige 
mehr oder weniger nahe an den schmalen Knorpelstiel des Keilbeins heran, läuft 
auf dem Boden der Orbita nach vorn, und spaltet sich an der vorderen Grenze 
derselben in mehrere Zweige. Einige derselben breiten sich in der Schleimhaut 
des Gaumens auf der vorderen Decke der Mundhöhle aus, einer derselben, den 
wir mit dem Namen des vorderen Verbindungszweiges zwischen R. palatinus 
und Maxillaris superior bezeichnen wollen, tritt beständig nach aussen an den 
Oberkieferast des Trigeminus heran, um mit ihm eine neue Verbindung von 
eigenthümlicher Form einzugehen. Ueberall tritt dieser R. communicans anterior 
als wirklicher Ast des R. palatinus auf, und während wir es als wahrscheinlich 
ansehen mussten, dass durch den hinteren Verbindungsast Nervenfasern an 
den Facialis übergeführt werden, kann hier fast nur von solchen Fasern die Rede 
sein, die umgekehrt aus dem R. palatinus an den Trigeminus hinübertreten. 
Denn meistens lässt sich dieser vordere Verbindungsast als besonderer Nerv, der 
nur vom Maxillaris superior Verstärkungsfasern erhält, bis zu seiner endlichen 
Ausbreitung an der die innere Fläche des Zahnrandes des Oberkiefers bedeckenden 
Mundhaut verfolgen. 

Bei Salvator nigropunctatus giebt der zweite Ast des Trigeminus vor seinem Eintritt in den 
Oberkieferkanal einen feinen Ast nach innen ab (Taf. I, fig. 1,5), der sich mit unserem, im vor- 
deren inneren Winkel der Orbita abgegebenen, R. communicans anterior (fig. 1,5') des R. palatinus 
zu einer Schlinge verbindet. Aus dieser Schlinge geht ein Nerv hervor (fig. 1,5"), der zwischen 
innerer Mundhaut und Zahnrand des Oberkieferknochens parallel mit dem im Kanal des letzteren 
verlaufenden Alveolaris superior nach vorn tretend, sich an der den Knochen von innen her be- 
deckenden Mundhaut ausbreitet. Ich sah bei meinem Exemplar deutlich von beiden Seiten her 
Fasern in diesen Nerven übergehen , ' einen anderen Theil der in jener Schlinge enthaltenen Fäden 



*) Namentlich Stannius liebt die Aehnlichkeit dieser Schlingenbildungen am Kopf mit den sub- 
vertebralen Schlingen am Rumpfe hervor. (Das periph. Nervensystem der Fische, pg. 72.) 

4* 



— 28 — 

jedoch nicht an der Bildung desselben Theil nehmen, sondern quer von der einen Seite nach der 
anderen hinübertreten. Ob diese letzteren vom Oberkieferast zum R. palatinus, oder umgekehrt 
von diesem zu jenem verlaufen, war unmöglich, zu entscheiden. 

Bei Varanus Bengalensis tritt unser Nerv in der vorderen Grenze der Orbita als einer der 
drei Endzweige des N. palatinus (die beiden anderen breiten sich in der Schleimhaut des Gaumens 
aus) an den Maxillaris superior da heran, wo dieser im Begriff ist, als N. alveolaris superior in 
seinen Knochenkanal einzutreten, legt sich hier dicht an diesen Nerven an, und verschmilzt mit ihm, 
um bei dieser Verbindung sich durch Fasern aus dem Trigeminus zu verstärken. Sogleich darauf 
trennt er sich wieder vom Maxillaris superior, und während dieser in den Oberkieferkanal eindringt, 
verläuft er selbst an der, der Mundhöhle zugewandten, Fläche des Knochens, zwischen diesem 
und der Mundhaut. Vorn, an der Grenze des Zwischenkiefers, zerfällt er in mehrere Zweige, die 
sich an der, den Knochen von innen her bedeckenden, Mundhaut ausbreiten. 

Bei Iguana tuberculata verbinden sich, wie schon vorhin erwähnt, die hinteren Verbindungs- 
Aeste in der Form mehrerer feiner Nerven unter einander und mit einem von oben her den M. 
adductor maxillae superioris durchbohrenden Zweig des Infraorbitalis zu einem kurzen Nerven- 
stamm. Dieser empfängt auf dem vorderen Theil des Bodens der Augenhöhle noch einen ferneren 
Zweig des Maxillaris superior, und wird nun selbst zum Theil zu dem in Rede stehenden vorderen 
Verbindungszweig, ohne jedoch dass, wie bei Varanus Bengalensis, eine wirkliche Verschmelzung 
mit dem zweiten Aste des Trigeminus stattfände. Nachdem er nämlich hart an den Oberkiefer- 
Knochen herangetreten, empfängt er, ganz wie bei Salvator nigropunctatus, einen kurzen Ver- 
stärkungsast aus dem ganz benachbart liegenden Maxillaris superior, und einen anderen von innen 
her aus dem R. palatinus, und legt sich alsdann an die Innenseite des Zahnrandes des Ober- 
kieferknochens fest an, um auf dieselbe Weise, wie bei Varanus und Iguana zu verlaufen und 
sich auszubreiten. 

Salvator Merianae wiederholt in Bezug auf diesen Nerven ganz die Bildung von S. nigropunctatus. 

Von diesen Formen der Eidechsen zeigen die Krokodile nur geringe Abweichungen. Bei 
Crocodilus biporcatus läuft der R. palatinus (Taf. III, fig. 5, p), nach der Bildung der hinteren 
Verbindungsschlinge (g), gerade aus nach vorn, dem vorderen Knochenstiel des Keilbeinkörpers 
dicht anliegend. In der vorderen inneren Ecke der Orbita endigt er in mehreren feinen Zweigen. 
Einige derselben breiten sich in der Gaumenhaut aus (Taf. III, fig. 5, p'), ein anderer tritt nach 
aussen ($') nahe an den Oberkieferknochen heran, und verbindet sich mit einem in der Gegend 
des zwölften Zahns vom zweiten Aste des Trigeminus entsendeten Zweig (ß) zu einem Nerven, 
der sich gleich darauf in zwei Theile spaltet. Der schwächere breitet sich sogleich in der Gaumen- 
haut aus; der stärkere (^") lässt sich auf der letzteren, der er an der inneren und unteren Seite 
des Oberkieferknochens dicht anliegt, bis etwa in die Gegend des achten Zahns verfolgen, wo er 
sehr fein in der den inneren Rand des Knochens bedeckenden Mundhaut sich verliert. *) 

*) Aehnliche Verbindungen der letzten Endzweige des R. palatinus mit Aesten des Trigeminus 
sind auch bei anderen Wirbellbieren beobachtet worden. Unter den Fischen erwähnt Stan- 
n i n s ( das peripher. Wervens. d. Fische, pg. 42 ) bei Cyclopterus, Pleuronectes, Salmo, Corre- 
gonus, JEsox, Cyprinus, Anguilla Zweige des Maxillaris superior, welche mit Endzweigen des 
R. palatinus Verbindungen, oft in der Form von Schlingen, eingeheu, und „die Schleimhaut der 
Mundhöhle am Eingang der letzteren" mit Faden versorgen. Bei CoiUtis fossilis wird sogar 
der ganze N. palatinus zu dieser Verbindung mit der ganzen Fortsetzung des Maxillar. super, 
verwandt. — Bei Emys Europaea beschreibt Boianus (Tab. XXVI, fig. 130, ß 6 ), als aus dem 
Maxillaris super, hervorgehend, einen R. palatinus posterior und R. palatinus anterior, welche 
sich auf der Schleimhaut des Gaumens ausbreiten. Letzterer bildet in der vorderen Ecke der 
Augenhöhle mit dem Ramulus posterior ex infraorbitali eine Schlinge. — Auch bei Python 
tigris erwähnen Vogt und Müller ähnlicher Nerven. (Müll. Arch. 1S39, pg.49 und pg. 61.) 



— 29 — 

c) Zweige an die Gaumenhaut. 

Auf dem ganzen Wege des R. palatinus bis zum vorderen Winkel der 
Orbita habe ich nie Zweige an die Gaumenhaut aus ihm hervorgehen sehen, 
möchte jedoch auf deren Anwesenheit auch im hinteren Abschnitte der Augen- 
höhle daraus schliessen, dass bei der Fortnahme des Os pterygoideum von unten 
her der darauf liegende R. palatinus dem Knochen dicht anhaftet, und nur mit 
einiger Mühe von ihm zu trennen ist. Vielleicht, dass dieses Anhaften eben 
durch feine Nervenfasern bewirkt wird, die hier natürlich den Knochen nach 
unten durchdringen müssen, um zur Gaumenhaut zu gelangen. 

Deutliche Gaumenzweige treten erst in der vorderen inneren Ecke der 
Augenhöhle auf, und zwar scheint sich immer der ganze Rest des R. palatinus 
in diese Zweige aufzulösen. 

An demselben Punkte, wo bei Varanus Bengalensis der eben beschriebene R. communicans 
anterior aus dem R. palatinus hervorgeht, theilt sich dieser in noch zwei andere Zweige: 

a) Der äussere derselben läuft gerade aus nach vorn an der inneren Seite der vorderen 
Gaumengrube, tritt bis zum Zahnrand des Zwischenkiefers und breitet sich hier in dem vorderen 
Theil der Schleimhaut des Mundes aus. 

V) Der zweite, innere Endast des R, palatinus, etwa halb so schwach wie der vorige, läuft 
nach innen und vorn auf der Haut des Gaumens , verschmilzt in der Mittellinie mit dem ent- 
sprechenden Nerven der anderen Seite, und endigt in der Schleimhaut des Gaumens. 

Bei Iguana tuberculata tritt der R. palatinus nach Abgabe der vorhin beschriebenen hinteren 
und vorderen Verbindungszweige ziemlich nahe an die Mittellinie heran, um endlich an der vor- 
deren Grenze der Orbita in mehrere Aeste sich aufzulösen, die sich in der vorderen Haut des 
Gaumens ausbreiten. Eine Verbindung eines dieser Endzweige mit einem entsprechenden Zweige 
von der anderen Seite ward nicht beobachtet. 

Bei Salvator Merianae und Salv. nigropunctatus treten gleichzeitig mit dem R. communicans 
anterior mehrere Zweige hervor, die sich (Taf. I, fig. l,p') auf der Gaumenhaut, besonders auf 
der tellerförmigen Platte derselben ausbreiten. Bei Chamaeleo , Euprepes, Lacerta, Agama und 
Istiurus wurden diese Gaumenzvveige ebenfalls beobachtet, ihre Feinheit war jedoch zu gross, um 
eine klare Vorstellung über ihre Ausbreitung zu gewinnen. 

Bei Crocodilus biporcatus wurden dieselben genau verfolgt. Sie gehen auch hier als letzte 
Endzweige des R. palatinus da aus demselben hervor, wo dieser den vorderen Verbindungsast zum 
Trigeminus entsendet (Taf. III, fig. 5, p'). Ihre Ausbreitung ist ganz diejenige von Iguana und Salvator. 

B. Von den Verbindungszweigen zwischen Facialis und Glossopharyngeus. 

Der Facialis steht mit dem Glossopharyngeus beständig durch zwei Nerven 
in Verbindung, die sich in Bezug auf ihre Einmündung in den letzteren ziemlich 
gleich verhalten, sofern sie beide entweder in das Gangl. petrosum sich ein- 
senken, oder sich mit dem Stamm des Glossopharyngeus selbst verbinden. 
In ihrem Urprunge sind beide sehr verschieden, — der eine, innere, entspringt 
beständig aus dem R. palatinus, höchstens aus dem Ganglion des Facialis 
selbst; der andere, äussere, geht immer aus dem hinteren Hauptstamme des 



- 30 - 

Facialis hervor. Den ersteren (auf allen Figuren mit i bezeichnet) wollen wir 
mit dem Namen des R. communicans internus rami palatini cum Glosso- 
pharyngeo belegen, -r- der letztere (überall mit e bezeichnet) wird sich von 
ihm als R. communicans externus nervi Facialis cum Giossopharyngeo unter- 
scheiden lassen. 

a) Vom Ramus communicans internus rami palatini cum Giosso- 
pharyngeo. (Taf. I, fig. 1,1, i.) 

Dieser Nerv gehört zu den feinsten Nerven der Saurier, — nur mit grosser 
Vorsicht und Mühe gelingt es, ihn vom Glossopharyngeus aus bis zu seinem 
Ursprünge aus dem R. palatinus oder, der seltenere Fall, aus dem Ganglion des 
Facialis zu verfolgen. Zugleich gehört er aber auch zu den beständigsten 
Nerven und scheint ganz allgemein zum Plane des Nervensystems der Saurier 
zu gehören. 

Aus dem R. palatinus oder dem Ganglion des Facialis entspringt er ge- 
wöhnlich mit zwei bis drei feinen Fäden, die sich, sogleich nach hinten laufend, 
bald zu einem feinen Stamme verbinden. Dieser legt sich nahe an den eben 
aus seiner Schädelöffnung hervorgetretenen Glossopharyngeus an, um mit ihm 
selbst zu verschmelzen, oder an derselben Stelle wie dieser in das Ganglion 
petrosum einzumünden. In einigen Fällen glückt es, ihn unter dem letzteren 
hindurch in den Halsstamm des Sympathicus zu verfolgen, — ein Umstand, aus 
welchem sich seine Natur als einer der Hauptschlingen des letzteren beweisen 
lässt. Vergl. hierüber den Abschnitt vom Kopftheil des Sj'mpathicus. 

Als vom R. palatinus entspringend, ist unser Nerv bei Chamaeleo vulgaris am deutlichsten. 
Da, wo dieser, auf dem Gaumengewölbe nach vorn laufend, unter den Bulbus tritt, entsendet er 
zwei feine Zweige nach hinten (Taf. II, fig. 4, i), die sich gleich darauf zu einem Nerven ver- 
binden. Dieser verläuft, dem Keilbeinkörper dicht anliegend, tief unter dem Ganglion des Facialis 
durch rückwärts bis zum Ganglion petrosum (D), passirt dasselbe sogar eine ganz kurze Strecke, 
biegt dann kurz hinter demselben knieförmig nach innen und vorn um, und mündet so in das 
Ganglion petrosum ein, dass er wie ein aus demselben ausgesandter, erst nach hinten gehender, 
dann sogleich nach vorn umbiegender Nerv erscheint. — Diese Form der Einmündung in das 
Ganglion petrosum ward indessen bei keiner anderen Eidechse beobachtet. — 

Bei Varanus Bengalensis wird unser Nerv (Taf. II, fig. 2, i) aus drei Fäden gebildet, die 
nach einander aus dem R. palatinus, der letzte aus dem Ganglion des Facialis, entspringen. Er 
läuft, dem Keilbeinkörper anliegend, nach hinten, tritt an den Stamm des Glossopharyngeus heran 
(Taf II, fig. 2, 9), und verschmilzt mit demselben, jedoch so, dass er ihm nur wie angeklebt 
erscheint, und sich deutlich unter demselben durch in den Halstheil des Sympathicus verfolgen 
lässt (Taf. II, fig. 2, s'). i 

Ganz ähnlich ist das Verhalten bei Sahator nigropunctatus. Auch hier entspringen aus dem 
R. palatinus kurz nach dessen Ursprünge zwei feine Nerven, die, der Basis cranii fest anliegend 
(Taf. I, fig. I, ii), sich bald vereinigen, und nun in der Form eines feinen einfachen Nerven- 
stammes (i) rückwärts bis zum Ganglion petrosum (D) verlaufen. In das letztere tritt dieser nicht 
vollständig ein, sondern legt sich der unteren Fläche desselben fest an, und verwächst mit ihm, 



— 31 — 

jedoch so, dass er sich deutlich in den vereinigten Stamm (F) von Vagus und Hypoglossus 
verfolgen lässt. 

Bei Istiurus Amboinensis entlässt der R. palatinus, kurz, nachdem er aus dem Ganglion ge- 
treten, zwei feine Fäden, die sich unmittelbar nach ihrem Ursprünge zu einem Faden vereinen 
(Taf. III, fig. 1, i). Dieser geht eine kurze Strecke parallel mit dem hinteren Hauptstamm des 
Facialis schräg nach aussen und hinten, und tritt mit dem etwas stärkeren R. communicans 
externus (e) und mit der feinen Wurzel des Glossopharyngeüs (9) selbst von innen und vorn her 
in das Ganglion petrosum (D) ein. 

Aehnlich bei Platydactylus guttutus, wo ich es indessen unentschieden lassen muss, ob unser 
Verbindungsast (Taf. III, fig. 3, i) nur aus dem R. palatinus entspringt, oder auch aus dem 
Ganglion des Facialis eine Verstärkung erhält. Er tritt mit dem feinen Stamme des Glosso- 
pharingeus (9) von innen und hinten her in das schwache Ganglion petrosum (D) ein. Von vorn 
her tritt der R. communicans externus (e) erst an den aus dem Ganglion hervorgehenden Stamm. 

Etwas abweichend ist die Form von Aguma spinosa. Hier treten der R. communicans 
internus (Taf. III, fig. 2, i) und externus (e) schon vor ihrer Einmündung in den Glossopharyngeüs 
zu einem kurzen Nervenstamm (a) zusammen. Dieser verbindet sich mit dem feinen Stamm des 
neunten Paares (9), ohne dass sich eine Spur einer Anschwellung fände. Aus dem verbundenen 
Stamme geht einerseits die Fortsetzung des Glossopharyngeüs (99) in den Hypoglossus, anderer- 
seits der mit dem Vagus verschmelzende Halstheil des Sympathicus hervor (s). 

Durch Vergleichung dieser eben geschilderten Formen lassen sich leicht auch bei den übrigen 
Sauriern die, diesem R. communicans externus entsprechenden, Elemente auffinden. Bei Iguana 
tubercutata (Taf. II, fig. 3, i i) entspringen die beiden ihn repräsentirenden Nerven nicht aus dem 
R. palatinus, sondern schon aus dem Ganglion des Facialis (C) selbst. Beide gehen, ohne sich 
zu vereinigen, an der Basis cranii nach hinten, und treten von innen und vorn zugleich mit dem 
Glossopharyngeüs (9) und dem R. communicans externus (e) in das Ganglion petrosum (D) ein. 

Bei Lacerta ocellata lässt sich noch besser, als bei Varanus, dieser Nerv in den Halstheil 
des Sympathicus verfolgen. Er geht hier nämlich (Taf. II, fig. 1, i) ganz bei dem Ganglion 
petrosum (D) vorbei , und mündet erst jenseits desselben mit den übrigen, den Halstheil des 
Sympathicus bildenden, Nervenstämmen zusammen (e e und s"). *) 



'" ■') Ob der von Vogt (Beilr. z. Neurologie der Reptilien) beschriebene „vordere Kopfstamm" 
{Chehnia Mydas, Monitor JNiloticus, Varanus spec, Lacerta ocellata) unserem Nerven analog 
sei, ist mir wahrscheinlich, lässt sich aber nicht mit Sicherheit entscheiden, da Vogt denselben 
immer aus dem Sphenoidalgeflecht entstehen lässt. Ich habe diesen Ursprung bei unserem 
Nerven nie nachweiseu können, sondern immer gesehen, dass er entweder aus dem R. palatinus, 
oder aus dem Ganglion des Facialis entsteht. Allerdings steht, wie oben dargethan , der R. 
palatinus immer mit dem Spheuoidalgeflecht des zweiten Astes des Tiigeminus in Verbindung, 
und hiedurch konnte es kommen, dass Vogt, der vom Verlauf des R. palatinus keine klare 
Vorstellung hatte, sondern denselben vielleicht als einen vom Trigeminus entspringenden Nerven 
des Sphenoidalgeflechtes ansah, den aus dem R. palatinus entspringenden Nerven als vom 
Sphenoidalgefleclile abgehend schilderte. — Das zweite, was mir bei Vogts Darstellung zu 
erinnern bleibt, ist, dass dieser Forscher bei mehreren Eidechsen eine Verbindung des in Rede 
stehenden Nerven mit einem Ast des Abducens angiebt. Es ist mir trotz aller gerade auf 
diesen Punkt gerichteten Aufmerksamkeit nie gelungen, diesen Verbindungsast aufzufinden. Bei 
Cliamaeleo sali ich allerdings einen Nerveufaden aus dem Abducens in der Richtung nach 
unserem Nerven abgehen, er war aber zu fein, um ihn selbst mit Hülfe einer sehr scharfen 
Loupe bis ans Ende verfolgen zu können. — Uebrigens hat Müller (vergl. Neurologie der 
Myxinoiden Taf. IV, fig. 3 und fig. 4) unsern Nerven bei Python tigris und Crotalus horridus 
abgebildet. Bei jenem (fig. 3, 8) entspringt derselbe aus dem R. palatinus (7*) und geht rück- 
wärts ins Ganglion petrosum (von Müller als Ganglion cervicale supremum bezeichnet). Bei 
Crotalus entspringt er vom Facialis (fig. VII), da wo dieser den R. palatinus (66) entlässt, und 



— 32 — 
b) Vom Ramus communicans externus nervi facialis cum Glosso- 

pharyilgeo. (Auf allen Figuren mit e bezeichnet.) 

Der zweite der Aeste, wodurch der Facialis mit dem Glossopharyngeus 
oder dem Ganglion petrosum in Verbindung steht, ist wo möglich noch bestän- 
diger, als der erst beschriebene. Er ist von mir bei allen untersuchten Formen 
aufgefunden worden, und geht beständig vom hinteren Hauptstamm des Facialis 
ab, meist da, wo dieser zugleich die Chorda tympani und den Muskelast ent- 
lässt. Seine Einmündung ist nicht bei allen dieselbe: meist senkt er sich mit 
dem R. communicans internus und dem Glossopharyngeus von innen her ins 
Ganglion petrosum ein, bisweilen aber verbindet er sich ohne Anschwellung mit 
dem Glossopharyngeus; in noch anderen aber selteneren Fällen umgeht er den 
Glossopharyngeus und das Ganglion petrosum gänzlich, steht mit letzterem nur 
durch feine Fäden in Verbindung, und setzt sich direct in den Halstheil des 
Sympathie us fort. 

Bei Varanus Bengalensis (Taf. II, fig. 2, e) besteht unser Nerv aus zwei neben einander ent- 
springenden und verlaufenden Zweigen. Der hintere Hauptstamm (fig. 2, f) entsendet dieselben, 
nachdem er die Chorda tympani (t) entlassen und den R. recurrens aus dem Trigeminus (x) 
aufgenommen, so dass nach Abgang unserer beiden Nerven nur der Muskelast (m) übrig bleibt. 
Beide Nerven senken sich in den Stamm des Glossopharyngeus da ein, wo dieser die beiden Ver- 
bindungsäste (1, 1) vom anfänglich vereinten Vagus und Hypoglossus aufnimmt, und wo auch der 
R. communicans internus (i) an ihn herantritt. 

Beim Leguan entspringt dieser Nerv gerade da aus dem hinteren Hauptstamm des Facialis 
(Taf. II, fig. 3, e), wo dieser (f) von vorn und oben her den R. recurrens Trigemini (x") erhält, 
während der Facialis selbst nach aussen geht, um sich in Chorda tympani (t) und Muskelast (m) 
zu theilen. Die Verbindung des Nerven mit dem Ganglion petrosum erfolgt entweder direct, indem 
er (linke Seite meines Exemplars) zugleich mit den beiden inneren Verbindungszweigen (ii) und 
mit dem Glossopharyngeus selbst (9) von innen her in's Ganglion petrosum (D) einmündet, — 
oder indem er (rechte Seite) mit einem der beiden Zweige (i) verschmilzt, ehe diese sich in's 
Ganglion einsenken. 

Bei Istiurus Amboinensis geht dieser Nerv ebenfalls an der Theilungsstelle des hinteren 
Hauptstammes des Facialis aus demselben hervor, und mündet, wie bei Iguana, mit dem feinen 
Stamme des Glossopharyngeus (Taf. III, fig. 1, 9) und dem R. communicans internus (i) in's 
Ganglion petrosum (D) ein. Aus letzterem geht ausser dem Stamm des Glossopharyngeus (9) 
nur der Halsstamm des Sympathicus (s) hervor. 

Bei Salvator nigropunetatus theilt sich ebenfalls der hintere Hauptstamm des Facialis nach 
Aufnahme des R. recurrens (Taf. I, fig. 1, x) vom Trigeminus und nach Abgabe der Chorda 
tympani (t) in den Muskelast (m) und den in Rede stehenden Nerven, der, nach hinten verlaufend, 
da in's Ganglion petrosum (D) einmündet, wo auch der Glossopharyngeus selbst (9) in dasselbe eingeht. 

Bei Salvator Merianae entspringt unser Nerv (Taf. III, fig. 4, e) an derselben Stelle aus dem 
hinteren Hauptstamm des Facialis, wo dieser sich nach Aufnahme des R. recurrens (x) in Muskel- 
geht (99) mit dem Glossopharyngeus (IX) zusammen in den vereinigten Stamm der hinteren 
Hirnnerven ein. Müller vergleicht diesen Nerven mit der Jakobsonschen Anastomose, — eine 
Ansicht, der wir, trotz unserer abweichenden Meinung über den N. vidianus (unsern R. palatinus), 
nur beipflichten können. 



- 33 — 

Ast (m) und Chorda tympani (t) .theilt. Ein merkwürdiger Unterschied von der Bildung des 
Salvator nigropunctatus besteht jedoch darin, dass bei dem Mangel eines Ganglion petrosum unser 
Nerv (e) den feinen Stamm des Glossopharyngeus (9) aufnimmt, ohne eine Spur einer gangliösen 
Anschwellung zu zeigen ; bald darauf nimmt der so entstandene feine Stamm noch einen Faden 
(1) aus dem vereinigten Stamm von Vagus und Hypoglossus auf, und mündet alsdann in den 
letzteren da ein, wo der (dem Hypoglossus angehörige) Verbindungszweig des ersten Halsnerven 
sich in denselben einsenkt. Hiedurch entsteht ein kurzer Nervenstamm (F), der Glossopharyngeus, 
Vagus, Hypoglossus, Accessorius und Sympathicus enthält. 

Bei Chamaeleo vulgaris ist unser Nerv (Taf. II, fig. 4, e) der am weitesten nach innen liegende 
der vier Endzweige, in die sich der hintere Hauptstamm des Facialis (f) theilt. Er läuft in einem 
nach hinten convexen Bogen nach innen , und tritt von aussen und hinten dicht neben dem R. 
communicans internus (i) so in das Ganglion petrosum (D) ein, dass er (gerade wie der Ast i) 
wie ein von diesem ausgehender Nerv erscheint. 

Bei Euprepes Sebae entspringt der in Rede stehende Verbindungsast gerade da aus dem hin- 
teren Hauptstamm des Facialis, wo von oben und vorn her der R. recurrens Trigemini in diesen 
einmündet. Sein Ursprung und Verlauf bei dieser Eidechse ist aus mehreren Gründen interessant. 
Erstens lässt sich nämlich mit ziemlicher Deutlichkeit der Uebergang des R. recurrens Trigemini 
in unseren Nerven verfolgen, so dass letzterer deutlich als die, durch Fasern des Facialis ver- 
stärkte Fortsetzung des ersteren erscheint. Jener (der R. recurrens) mündet zwar in diejenige 
Hälfte des hinteren Hauptstammes des Facialis ein, die sich später als Chorda tympani verhält, 
während dieser aus der zweiten Hälfte entspringt, die sich gleich darauf als Muskelast verzweigt, — 
aber beide Hälften des hinteren Hauptstammes sind gerade da, wo der eine den R. recurrens 
aufnimmt, der andere den R. communicans externus abgiebt, durch eine schmale Nervenbrücke mit 
einander verbunden, so dass man den letzteren als die, allerdings verstärkte, Fortsetzung des R. 
recurrens erkennt. Ferner aber ist das auffallend an der Bildung von Euprepes, dass unser 
äusserer Verbindungsast mit dem Glossopharyngeus zwar sich verbindet, denselben aber (als 
Halsstamm des Sympathicus) eher wieder verlässt, ehe dieser sein Ganglion petrosum gebildet. 

Platydactylus guttalus erinnert in mancher Beziehung an die Form von Euprepes, sofern 
auch hier unser R. communicans externus (Taf. III, fig. 3, e) sich direct in den Halsstamm des 
Sympathicus (s) verfolgen lässt. Nur mündet er nicht mit Glossopharyngeus (9) und innerem 
Verbindungsast (i) zusammen von hinten her in's Ganglion petrosum (D) ein, sondern kreuzt erst 
den aus diesem hervorgehenden Stamm (gl) , an der Kreuzungsstelle mit dem letzteren fest 
verwachsend. 

Schon aus diesen Formen von Euprepes und Platydactylus geht deutlich hervor, dass auch 
dieser zweite Verbindungsast zwischen Facialis und Glossopharyngeus als eine der sympathischen 
Schlingen zwischen zwei verschiedenen Nerven zu betrachten sei. Noch deutlicher folgt dies aus 
der Bildung von Lacerta ocellata. 

Während er hier nämlich auf der linken Seite meines Exemplars, wie bei Iguana und Salvator 
nigropunctatus, in's Ganglion petrosum selbst einmündet (vgl. dieAbbildungTaf.il, fig. l,e') steht 
er auf der rechten Seite nur durch einige Nervenfäden (a, a) mit demselben in Verbindung, geht 
aber (ähnlich wie der R. communicans internus) selbst an dem Ganglion vorbei, um sich in einen 
der geflechtartig mit einander verbundenen Halsstämme des Sympathicus (e e) fortzusetzen. 

Auch bei den Kroliodilen findet sich dieser Verbindungsast, und zwar von ansehnlicher Stärke. 
Auch hier (Crocodilus biporcatus, Taf. III, fig. 5, e) entspringt er aus dem hinteren Hauptstamm 
des Facialis gerade da, wo dieser den R. recurrens (x) aus dem Ganglion des Trigeminus aufge- 
nommen hat. Nur verschmilzt er nicht mit dem Glossopharyngeus , sondern verläuft in einem 

5 



— 34 — 

eigenen Knochenkanal nach hinten bis zum gemeinschaftlichen Ganglion (D) der hinteren Hirnnerven, 
in dessen vordere kleinere Hälfte er zugleich mit den Wurzeln des Vagus, Glossopharyngeus und 
Accessorius eintritt. 

So findet sich also, wie aus den eben gegebenen Specialbeschreibungen 
hervorgeht, bei den Sauriern und Krokodilen allgemein dieser R. communicans 
externus nervi Facialis cum Glossopharyngeo. Bald mündet er direct ins Ganglion 
petrosum ein (Iguana tuberculata, Salvator nigropunctatus, Chamaeleo vulgaris, 
Istiurus Amboinensis) ; bald liegt dieses Ganglion ganz ausserhalb der Verbindung 
unseres Nerven mit dem Glossopharyngeus (Euprepes Sebae, Platydactylus guttatus); 
bei einigen verbindet er sich mit dem Glossopharyngeus, um gleich darauf (ohne 
Ganglienbildung) in den vereinigten Stamm der hinteren Hirnnerven einzumünden 
(Salvator Merianae); bei anderen endlich (rechte Seite von Lacerta ocellata) 
steht er nur durch einzelne Fäden mit dem Ganglion petrosum in Verbindung 
und lässt sich deutlich als einer der den Halstheil des Sympathicus bildenden 
Hauptstämme erkennen. 

Dass dieser ganze Zweig, wie namentlich aus der letzten Bildung sich er- 
giebt, ein Theil von einer der beiden grossen sympathischen Schlingen zwischen 
T rigeminus und hinteren Hirnnerven sei, wird später, in dem Abschnitte über 
den Sympathicus, gezeigt werden. 

C. Vom hinteren Hauptstamm des Facialis. 

(Auf allen Figuren mit f bezeichnet.) 

Des besseren Zusammenhanges wegen waren wir genöthigt, auf den vorigen 
Seiten schon einen Nerven (den R. communicans externus nervi Facialis cum Glosso- 
pharyngeo) zu betrachten, der vom hinteren Hauptstamm des Facialis ausgeht, 
ehe der Verlauf des letzteren im Allgemeinen und seine übrigen Verzweigungen 
genauer auseinandergesetzt wurden. Jetzt, nach Abzug aller derjenigen in den 
Facialis einmündenden oder von ihm ausgehenden Zweige, die als Verbindungs- 
schiingen des Sympathicus anzusehen sind, nämlich der Rami communicantes 
internus et externus cum Glossopharyngeo, wird es leicht sein, die übrigen 
Zweige des Facialis kennen zu lernen, die als der eigentliche Verbreitungs- 
bezirk des Antlitznerven zu betrachten sind. 

Aus dem Ganglion des Facialis geht ausser dem R. palatinus und einigen 
unbeständigen Aesten (bei Iguana dem R. communicans internus cum Glosso- 
pharyngeo) noch der hintere Hauptstamm des siebenten (Paares hervor, an Stärke 
den R. palatinus meist um ein Geringes übertreffend, der eine dem letzteren 
entgegengesetzte Richtung einschlägt. (Vergl. namentlich f auf der linken Seite 
von Taf. I, fig. I). Er wendet sich nämlich sogleich nach hinten, anfangs der 
Seite des Schädels dicht anliegend, tritt über das lange Gehörknöchelchen fort, 
und theilt sich gleich darauf in seine drei Endäste. Vor der Theilung oder an 



— 35 — 

der Theilungsstelle selbst, seltener etwas später, empfängt er den ober- und 
ausserhalb des Schädels in einem grossen Bogen nach hinten verlaufenden 
Kanins recurrens aus dem Trigeminus (vergl. über diesen pag. 10 ff). Dass 
letzterer als eine der beiden Hauptparthien zu betrachten sei, mit denen der 
Kopftheil des Sympathicus bei den Sauriern (überhaupt den Reptilien?) beginnt, 
wird später bei näherer Erörterung der sympathischen Schlingen dargethan 
werden. Als seine Fortsetzung ist der dritte der aus dem hinteren Hauptstamm 
des Facialis hervorgehenden Aeste zu betrachten, nämlich der vorhin abgehandelte 
R. communicans externus cum Glossopharyngeo. Zieht man diese Verbindungs- 
zweige, wodurch der Facialis einerseits mit dem Glossopharyngeus und dem 
sympathischen Halstheil, andererseits mit dem Trigeminus (R. recurrens) ver- 
bunden ist, ab, so bleiben, als dem eigentlichen Verbreitungsbezirk desselben 
angehörig, nur zwei Nerven übrig, die Chorda tympani und der Muskelast. 

a) Von der Chorda tympani. 

(In den Figuren mit t bezeichnet.) 

Einen als Chorda tympani sich verhaltenden Nerven, der aus dem hinteren 
Hauptstamme des Facialis hervorgehend sich längs der hinteren Fläche des 
Quadratbeins nach unten schmiegt, in ein Loch des Unterkieferknochens hinter 
dem Gelenk des Ouadratbeins eindringt, und dann im Knochen nach vorn um- 
biegt, um in einem eigenen Kanal nach vorn zu verlaufen und sich bald darauf 
mit dem Alveolartheile des dritten Astes des Trigeminus zu verbinden, habe 
ich mit Bestimmtheit gefunden bei Lacerta ocellata, Varanus Bengalensis, Varanus 
Niloticus, Euprepes Sebae, Platydactylus guttatus, Agarna spinosa, Salvator nigro- 
punctatus , Salvator Merianae, Iguana tuberculata, Istiurus Amboinensis. Bei 
Chamaeleo vulgaris und den Krokodilen habe ich mich von seinem Dasein nicht 
überzeugen können. *) Da sich, wie oben auseinander gesetzt (pag. 21 und 22) ein 



') Es ist dies ohne Zweifel derselbe Nerv, den Vogt bei Monitor Niloticus, Varanus spec, 
Lacerta ocellata, Platydactylus guttatus, Chamaeleo Africanus als Paukenast beschreibt, ihm 
eine Verbreitung im Paukenfelle zuschreibend. Bei aller auf diesen Punkt gerichteten Auf- 
merksamkeit habe ich- nie das kleinste Fädchen aus diesem Nerven ans Trommelfell gehen sehen, 
ihn dagegen ohne Ausnahme bei allen oben genannten Eidechsen bis in sein Loch im Unter- 
kiefer verfolgen können. Ist dies derselbe, von Vogt nur nicht bis zu Ende verfolgte Ast, so 
wäre die Chorda tympani nach der Notiz dieses Forschers auch bei Chamaeleo zu statuiren. 
Bei den Krokodilen hat auch Vogt seinen Paukenast vermisst. — Dass die Chorda auch den 
Schlangen eigen sei, wird aus Müllers Darstellung (vergl. Neurologie der Myxinoiden in d. 
Abhandl. der Berl. Akad. d. Wissensch. 1838, pag. 230) mehr als wahrscheinlich. Hier tritt 
aus dem Ganglion cervicale supremum (unserem Ganglion petrosum), in welches vorher mehrere 
Zweige aus dem Facialis eingetreten sind, ein Zweig (Taf. IV, fig. 3,9') „zum hinteren Winkel 
„des Unterkiefers, und tritt hier in eine sehr kleine Oeffnung, er verbindet sicli wahrscheinlich 
„im Innern des Unterkiefers mit dem N. alveolaris inferior." — Nachdem Platner bekanntlich 
die Chorda bei den Vögeln und ihren Uebergang in den R. maxillaris inferior aufgefunden 
(bei der Krähe), ist es bemerkenswert!), dass Bounsdorf (Act. Fenn. 1850, pag. 553) diesen 
Nerven gerade bei Corvus Cornix vermisste, ihn jedoch bei Grus cinerea mit ziemlicher Be- 
stimmtheit auffand. 

5 * 



— 36 - 

Ast des Alveolaris inferior Trigemini beständig im M. mylohyoideus und als 
Ramus lingualis in der Zunge verbreitet, muss bei dem eben geschilderten Ver- 
lauf des in Rede stehenden Nerven wenigstens die Möglichkeit zugegeben 
werden, dass Fasern des Facialis an dieser Ausbreitung Theil 
nehmen. Da es ferner mehr als wahrscheinlich ist, dass es sympathische 
Fasern sind, die durch unsern R. recurrens vom zweiten Ast des Trigeminus 
(vergl. oben pg. 10 und weiter unten die Abhandlung über den Kopftheil des 
Sympathicus) an den hinteren Hauptstamm des Facialis übergeführt werden, und 
da dieser R. recurrens von dem letzteren meist vor Abgang der Chorda, zuweilen 
sogar (Euprepes Sebae, Iguana tuberculata) von der Chorda selbst aufgenommen 
wird, so muss zweitens wenigstens die Möglichkeit zugegeben werden, dass 
auf diesem Wege auch sympathische Fasern, aus dem zweiten 
Aste des Trigeminus stammend, in die Zunge gelangen. 

Bei allen erst genannten Formen ward der Ursprung der Chorda tympani 
und ihr Verlauf bis zur OefFnung im hinteren Vorsprung des Unterkiefers ver- 
folgt, bei einigen (Varanus Bengalensis, Salvator nigropunctatus) ward ihr 
weiterer Verlauf im Knochenkanal bis zur Verbindung mit dem Maxillaris in- 
ferior beobachtet. 

Nachdem bei Varanus Bengalensis der hintere Hauptstamm des Facialis (Taf. II, fig. 2, f ) in 
seiner Richtung nach hinten und aussen über die Columella fortgetreten, entlässt er einen Zweig (a) 
nach aussen, der sich sogleich wieder in zwei feinere Nerven theilt. 

a) Der eine (fig. 2, ß) schlägt sich wieder nach innen und vorn, um sich wieder mit dem 
Hauptstamm des Facialis an der Stelle zu vereinen, wo der R. recurrens aus dem Trigeminus in 
diesen einmündet. 

ß) Der zweite (fig. 2, t) ist die Chorda tympani, welche über der Columella zurück an das 
Quadratbein herantritt, sich, der hinteren Fläche desselben anliegend, nach unten schlingt, und 
dicht hinter dem Gelenk dieses Knochens in ein besonderes Loch im hinteren Fortsatz des Unter- 
kiefers einsenkt, um in einem eigenen, an der Innenseite des letzteren gelegenen, Kanal nach vorn 
zu gehen, und sich mit dem Maxillaris inferior Trigemini zu vereinen. 

Bei Iguana tuberculata spaltet sich der hintere Hauptstamm des Facialis (Taf. II, fig. 3, f), 
schon bevor er über die Columella nach aussen und hinten getreten ist, in zwei anfangs eng mit 
einander verbundene Zweige. 

oc) Der hintere (fig. 3, m), den R. communicans externus cum Glossopharyngeo (e) ent- 
lassend, giebt sich als der weiter unten zu beschreibende Muskelast zu erkennen. 

ß) Der vordere nimmt den R. recurrens (x) ex Trigemino auf, schmiegt sich dann in einem 
Bogen an der hinteren Fläche des Quadratbeins nach unten, um als Chorda tympani durch ein 
feines Loch hinter dem Gelenk des Quadratbeins in den für ihn bestimmten Kanal des Unterkiefers 
einzutreten. 

Auch bei Salvator Merianue tritt der hintere Hauptstamm über das Gehörknöchelchen fort 
nach hinten. Etwas hinter dem letzteren wendet er sich schräg nach aussen, um sich alsbald in 
gleicher Höhe mit der Austrittsstelle des Vagus in drei Aeste zu spalten. An dieser Theilungs- 
stelle empfängt er den über den Schädel nach hinten getretenen R. recurrens Trigemini (Taf. III, 
fig. 4, x), so, dass es scheint, als ginge dieser allein in den ersten dieser drei Zweige über. 



— 37 — 

Dieser erste Zweig, die Chorda tympani (fig. 4, t), von gleicher Stärke mit dem Muskelast (m), 
und dem Verbindungsast zum Glossopharyngeus (e), legt sich an den hinteren und inneren Rand 
des Quadratbeins an, um, ganz wie bei den übrigen Sauriern, längs desselben bis zu seinem Ein- 
tritt in den Unterkiefer zu verlaufen. 

Salvator nigropunctatus (Taf. I, fig. 1, t) wiederholt ganz die Form von Salvator Merianae. 
Die Chorda ward auch hier, wie bei Varanus Bmyalensis, in einem an der Innenseite des Unter- 
kieferknochens gelegenen Kanal, bis zur Verschmelzung mit dem dritten Aste des Trigeminus, verfolgt. 

Bei Lacerta ocellata theilt sich der hintere Hauptstamm des Facialis nach Aufnahme des R. 
recurrens aus dem Trigeminus (Taf. II, fig. 1, x), und nach Abgabe des R. communicans externus 
(e) in den Muskelast (m) und die Chorda tympani (t). Letztere zeigt bis zum Eintritt in ihr 
feines Loch im Unterkiefer ganz denselben Verlauf, wie bei den übrigen Eidechsen. 

Dass die Chorda tympani bei Euprepes Sebae den R. recurrens aus dem Trigeminus aufnimmt, 
an der Verbindungsstelle aber durch eine feine Nervenbrücke mit dem, den Verbindungsast zum 
Glossopharyngeus entsendenden, Muskelast des Facialis in Verbindung steht, ward oben (pag. 33) 
erwähnt. Die Chorda geht hierauf wieder zurück über die Columella, legt sich an die hintere 
und innere Kante des Quadratbeins an, und läuft, demselben dicht anliegend, um, wie gewöhnlich, 
in ihr Loch hinter dem Gelenk des Quadratbeins einzutreten. 

Bei Istiuriis Amboinensis, Agama spinosa, Platydactylus guttatus wurden keine wesentliche 
Abweichungen beobachtet. 

Bei Chamaeleo vulgaris verläuft der hintere Hauptstamm des Facialis (Taf. II, fig. 4, f) über 
den inneren Anheftungspunkt der Columella fort schräg nach hinten und aussen, um ziemlich nahe 
dem Ganglion petrosum den R. recurrens aus dem Trigeminus aufzunehmen, und unmittelbar 
darauf sich in vier Zweige zu spalten. 

Der vorderste von ihnen (fig. 4, t) wendet sich schräg nach aussen und vorn, tritt wieder 
über die Columella zurück, und schlägt die Richtung nach dem Unterkiefergelenk ein. Es glückte 
nicht, ihn bis an's Ende zu verfolgen. 

Bei Crocodilus biporcatus tritt der hintere Hauptstamm des Facialis (Taf. III, fig. 5, f) schräg 
nach unten, hinten und aussen, und verbindet sich hinter der knöchernen Gehörkapsel mit dem 
starken R. recurrens (x) aus dem Ganglion Trigemini unter spitzem Winkel, aus dessen Scheitel- 
punkt nicht nur der oben beschriebene starke R. communicans externus cum Glossopharyngeo (e), 
sondern noch ein zweiter Ast hervorgeht, der ganz die Richtung des vorherigen hinteren Haupt- 
stammes verfolgt. Von diesem letzteren, hauptsächlich im M. digastricus sich verbreitenden 
Zweige, geht ein feiner Ast hervor, der zwar auch, wie bei Chamaeleo, die Richtung nach dem 
Unterkiefergelenk einschlägt, den es aber eben so wenig glückte, bis an's Ende zu verfolgen. 

b) Vom Muskelaste des Facialis. 

(Auf allen Figuren mit m bezeichnet.) 

Ganz allgemein ist dies der zweite der beiden Endzweige, in die sich nach 
Aufnahme des R. recurrens und nach Abgabe des R. communicans externus cum 
Glossopharyngeo der hintere Hauptstamm des Facialis spaltet. Sein Ursprung 
aus dem letzteren ist bei den Specialbeschreibungen der Chorda tympani schon 
mit angegeben worden. Sein Verlauf, schräg nach aussen und hinten an den 
M. digastricus maxillae inferioris, sowie seine Verbreitung in diesem, und in 
dem M. longissimus colli Boianus (hintere, von den Dornfortsätzen der ersten 
Halswirbel entspringende Parthie des Mylohyoideus), ist so beständig bei allen 



— 38 — 

Arten dieselbe, dass eine specielle Darlegung der einzelnen Formen vollkommen 
überflüssig erscheint. Dass der Facialis durch seine Ausbreitung an diesen 
beiden Muskeln wiederum seine Function als Nerv der Athemmuskeln bekundet, 
ist einleuchtend. 

Vierter Abschnitt. 

Vom Nervus glossopharyngeus. 

Der Ursprung des Glossopharyngeus ist bei allen Sauriern von dem des 
Vagus getrennt *). Seine feine Wurzel entspringt von der Seitenfläche des ver- 
längerten Markes (auf allen Figuren mit 9 bezeichnet) ziemlich nahe hinter dem 
Ursprung des Acusticus. Beständig tritt ferner dieselbe durch ein eigenes feines, 
vor dem des Vagus gelegenes Loch im Occipitale laterale aus dem Schädel. 

Während indessen alle untersuchten Saurier diesen getrennten Ursprung und 
Austritt des Glossopharyngeus zeigten, konnte ich denselben bei Crocodilus 
biporcatus, Crocodilus acutus, und Alligator punctulatus nicht finden **). Man 
könnte die vorderste der fächerförmig zusammenstrahlenden Wurzeln des Vagus 
(vergl. von Crocodilus biporcatus, Taf. III, fig. 5, 10), wie Vogt es thut, als 
Wurzel des Glossopharyngeus deuten, ohne jedoch im Stande zu sein, einen 
directen Beweis für diese Ansicht zu liefern, da diese Wurzel keine getrennte 
Schädelöffnung hat, und sich ganz verhält wie die übrigen Vagus -Wurzeln. 

Auch bei den Sauriern indessen, wo ein getrennter Ursprung des Glosso- 
pharyngeus sich nachweisen lässt, bleibt dieser in seinem Verlaufe nur selten 
frei. Bisweilen verschmilzt er früher oder später mit dem Stamme des Hypo- 
glossus, um dann als dessen Ast aufzutreten, ***) oft erhält er Verstärkungs- 
zweige vom Vagus, die dann wieder aus seinem Stamme als eigenthümliche 
Zweige hervorgehen, — überall endlich finden sich die schon oben abgehandelten 



*) Ben dz giebt (1. 1. pg. 15) bei Chamaeleo Africanus eiue Verschmelzung von Glossopharyngeus, 
Vagus und Hypoglossus an, die ich bei dem von mir untersuchten Exemplare nicht finde. 
Ebenso wenig kann ich Vogt beistimmen, der von Iguana und Platydactylus eine ähnliche 
Verschmelzung berichtet. — So scheint der Glossopharyngeus auch bei den übrigen Ordnungen 
einen getrennten Ursprung und Austritt aus dem Schädel zu haben. Unter den Schildkröten 
bei Etnys Europaea nach Botanus, bei Testudo graeca und Chelonia mydas nach Ben dz. 
Von den Schlangen bildet Müller einen getrennten Ursprung des neunten Paares ab von 
Python tigris uud Crotalus horridus. (Vergl. Neurologie der Myxinoideu Taf. IV, fig. 3 u. 4.) 
**) Wach Ben dz ist der Glossoph. bei Alligator lucius vollständig vom Vagus getrennt. Nach 
Vogt hat er bei Champza und Crocodilus zwar eine eigene Wurzel, tritt aber nicht aus einem 
besonderen Kanal aus, sondern mündet in die Oeffnuug des Vagus ein, in dessen Ganglion er 
sich einsenkt. 
***) Als Ast des Vagus, wie bei den meisten der nackten Amphibien, habe ich ihn nie auftreten 
sehen, und ruuss auch hier dem Ausspruche von Ben dz in Bezug auf Chamaeleo, so wie von 
Vogt in Bezug auf Platydactylus, Iguana und Draco widersprechen. 



— 39 — 

Verbindüngszweige vom Facialis (R. communicans internus rami palatini und 
R. communicans externus nervi Facialis). — Alle diese fremden Beimengungen 
machen es oft schwierig zu entscheiden, welche der austretenden Zweige dem 
Glossopharyngeus selbst, und welche den benachbarten Hirnnerven angehören. 

a. Vom Ganglion petrosum. 

(Auf den Figuren mit D bezeichne!.) 

Bevor wir diese fremden Verstärkungszweige weiter berühren, von denen 
übrigens nach dem oben Gesagten die Verbindungsäste des Facialis keiner wei- 
teren Erörterung bedürfen, ist es nöthig, eines Ganglions zu erwähnen, durch 
dessen Vermittelung meist die Vereinigung des Glossopharyngeus mit jenen 
Verbindungszweigen aus dem Facialis, oft auch mit denjenigen aus dem Vagus 
erfolgt. Wir bezeichnen dasselbe vorläufig nach Ben dz' Vorgange als Ganglion 
petrosum, und behalten uns vor, die Gründe für diese Bezeichnung später, 
im Abschnitte über den Sympathicus näher auseinander zu setzen. Dasselbe 
liegt, wenn es überhaupt vorhanden ist, in der Bahn des Glossopharyngeus, 
meist kurz nach dessen Austritt aus dem Schädel, nimmt den von hinten kom- 
menden Glossopharyngeus, die Verbindungszweige aus dem Facialis, meist auch 
diejenigen aus dem Vagus auf, und entlässt auf der anderen Seite ausser dem 
Stamm des Glossopharyngeus noch den Halsstamm des Sympathicus oder einen 
Theil desselben. 

Sehr deutlich ist das röthliche elliptische Ganglion petrosum bei Iguana tuberculata (Taf. II, 
fig. 3, D). Ausser der eigentlichen Wurzel des Glossopharyngeus (9) treten hier drei Zweige aus 
dem Facialis (i i und e) in dasselbe ein, von denen oben ausführlich die Rede gewesen ist. Gleich 
aus dem hinteren Theil dieses Ganglions tritt ein feiner Nervenfaden (a) , der mit einem Zweige 
des Vagus zusammen (ß) einen der drei sympathischen Halsstämme (s") bildet. Aus dem anderen 
Ende des Ganglions entstehen drei Nerven: der feinste (y) verbindet sich mit dem eben erwähnten 
sympathischen Stamm. Der zweite, stärkere (s'), bildet für sich den zweiten der Hauptstämme 
des Sympathicus am Halse. Der dritte endlich (g I) giebt sich in seinem Verlauf als eigentlicher 
Glossopharyngeus zu erkennen. 

Bei Istiurus Amboinensis liegt das starke Ganglion petrosum (Taf. III, fig. 1, D), nicht nahe 
am Schädel, sondern noch etwas ausserhalb des Ganglion radicis nervi Vagi (E), von dem es 
noch um das Doppelte an Stärke übertroffen wird. In dasselbe treten ein : die Wurzel des neunten 
Paares (9) und die beiden Verbindungsäste vom Facialis (i und e). Austreten: der Halsstamm 
des Sympathicus (s) und der anfangs mit diesem verbundene Stamm des Glossopharyngeus (g 1). 
Letzterer erhält gleich darauf einen Verstärkungszweig vom Vagus (I), und verschmilzt dann mit 
dem Hypoglossus. 

'Bei Salvator nigropunctatus (Taf. I, fig. 1, D) münden in das spindelförmige Ganglion pe- 
trosum ausser dem eigentlichen Glossopharyngeus (9) noch die beiden Verbindungszweige vom 
Facialis (der innere derselben [i] lässt sich als feiner weisser Streif unter dem Ganglion fort in 
den vereinigten Stamm von Vagus und Hypoglossus verfolgen), und zwei Zweige (1) aus dem 
vereinigten Stamm. 



— 40 — 

Bei Salvator Merianae existirt dagegen bestimmt kein gesondertes Ganglion petrosum, sondern 
die Wurzel des neunten Paares tritt bald nach ihrem Austritt aus dem Schädel (Taf. III, fig. 4, 9) 
in den gemeinschaftlichen Stamm der hinteren Hirnnerven ein (F), der weder hier, noch sonst, 
eine gangliöse Anschwellung zeigt. 

Ob die Vereinigung von Nerven ein Ganglion zu nennen sei, blieb, mir zweifelhaft bei 
Varanus Bengalends, wo sechs verschiedene Wurzeln zu einem Stamme zusammentreten (drei 
Verbindungszvveige aus dem Facialis [Taf. II, fig. 2, i und ee], zwei Verstärkungsäste aus dem 
Vagus [1, I] , und die Wurzel des Glossopharyngeus selbst [9]). Dieser Stamm erscheint gleich- 
förmig dick, und nicht stärker, als die ein- und austretenden Nerven ihn erwarten lassen. Bei 
Varanus Niloticus ist dagegen das Ganglion sehr deutlich und gross; ausser den von hinten her 
in dasselbe einmündenden Verbinduugszweigen vom Facialis und ausser dem Glossopharyngeus 
selbst, tritt noch ein kurzer Verstärkungsast aus dem Vagus in dasselbe ein. Ein einfacher 
Stamm geht daraus hervor, der sich bald in Vagus und Halsstamm des Sympathicus theilt. 

Platydactylus guttatiis zeigt ebenfalls eine schwache aber deutliche Anschwellung, die dem 
Ganglion petrosum verglichen werden mnss (Taf. III, fig. 3, D). Der Glossopharyngeus verbindet 
sich ausserhalb des Schädels mit dem R. communicans internus (i), und schwillt nun zu einem 
schwachen länglichen Ganglion an. An den aus diesem Ganglion hervorgehenden einfachen Stamm 
tritt von vorn her unter rechtem Winkel der äussere Verbindungszweig des Facialis (e) heran, 
und lässt sich, an der Kreuzungsstelle mit ihm verschmelzend, in den Halsstamm des Sympathicus 
verfolgen. Ich kann Vogt durchaus nicht beipflichten, nach welchem bei Platydactylus alle hinteren 
Hirnnervenwurzeln sich in einen grossen Stamm vereinen, aus dem Glossopharyngeus, Hypoglossus, 
Vagus und Sympathicus austreten sollen. 

Bei Agama spinosa ist an der gewöhnlichen Stelle kein Ganglion vorhanden. Die beiden 
Verbindungszweige vom Facialis (Taf. III, fig. 2, i und e) verschmelzen mit einander zu einem 
kurzen Stamm, der gleich darauf in den Glossopharyngeus sich einsenkt, ohne dass dieser hier 
eine Spur einer Anschwellung zeigte. Der so entstandene Stamm (g s) theilt sich bald wieder in 
den mit dem Vagus verschmelzenden sympathischen Halstheil (s), und in den mit dem Hypo- 
glossus sich verbindenden Glossopharyngeus (g 1). Letzterer, in der Form eines kurzen Ver- 
bindungszweiges erscheinend, zeigt allerdings eine schwache längliche Anschwellung, -die aber 
schwerlich als Ganglion petrosum zu deuten sein möchte. 

Bei Chamaeleo africanus wird weder von Bendz (1. 1. pg. 15), noch von Vogt (1. 1. pg. 26) 
ein Ganglion petrosum erwähnt. Beide schildern hier die Wurzeln des Vagus, Glossopharyngeus 
und Hypoglossus in einen einzigen starken Stamm (Ganglion nach Vogt) zusammentretend. Ich 
finde bei meinem Exemplar ein von diesen Darstellungen ganz verschiedenes Verhalten: Der 
Glossopharyngeus tritt als feiner, aber deutlich zu unterscheidender Nerv (Taf. II, fig. 4,9) durch 
ein etwas vor dem des Vagus gelegenes Loch aus dem Schädel, legt sich sogleich eng an den 
vereinigten Stamm von Vagus und Hypoglossus an , und erhält von diesem einen bedeutenden 
Verstärkungsast (1). Hiedurch erscheint der Nerv zwar stärker, als vorher, anfangs aber noch 
gleichförmig dick, schwillt jedoch gleich zu einem kleinen, aber deutlichen, dem vereinigten 
Stamme von Vagus und Hypoglossus sehr dicht anliegenden, Ganglion an (D). Aus diesem gehen 
fünf Nerven hervor: Die beiden Verbindungszweige . vom Facialis (i und e, von uns als in's 
Ganglion einmündend angesehen), der Schlundzweig des Glossopharyngeus (g), ein starker, bis- 
weilen aber auch vom Schlundzweige ausgehender, Verstärkungsdst an den Hypoglossus (o), und der 
Halsstamm des Sympathicus (s). 

Euprepes Sebae besitzt ein Ganglion in dem Stamm des Glossopharyngeus, das aber nicht, 
wie sonst gewöhnlich, nahe der Austrittsstelle des letzteren liegt, und ausserdem weder mit dem 
Facialis noch mit dem Vagus in Verbindung steht. Der sehr feine Glossopharyngeus läuft, nachdem 



— 41 — 

er dicht vor dem Vagus aus dem Schädel getreten, schräg nach hinten und aussen bis etwa in 
die Gegend des Unterkieferfortsatzes, verbindet sich hier mit dem gewöhnlichen R. communicans 
externus nervi Facialis, und bildet mit ihm einen kurzen Stamm, in den noch ein feiner Faden 
aus dem Vagus einmündet, der aber durchaus keine Spur einer gangliösen Anschwellung zeigt. 
Dieser kurze aber gleichförmig dicke Stamm theilt sich bald in zwei Nervenstämme: a) Der eine 
verfolgt seine Richtung nach hinten, nimmt noch einen Faden aus dem Vagus auf, und giebt sich 
durch seinen späteren Verlauf als Halsstamm des Sympathicus zu erkennen. — b) Der zweite ist 
der eigentliche Glossopharyngeus, der sich schräge nach hinten und aussen schlägt, noch einen 
Faden aus dem Vagus aufnimmt, und nun erst zu einem kleinen halbkugelförmigen Ganglion 
anschwillt, in das weiter kein Zweig vom Sympathicus, Vagus und Facialis einmündet. 

So liegt auch bei Lacerta ocellata (wenigstens auf der rechten Seite meines Exemplars) das 
Ganglion petrosum (Taf. II, fig. 1,D) nur in der Bahn des Glossopharyngeus, ohne dass die Ver- 
bindungszweige aus dem Facialis in dasselbe einmündeten (i und e). Beide gehen vielmehr an dem 
Ganglion vorbei, und nur der äussere derselben (e) ist durch zwei Fäden (oc, a) mit ihm ver- 
bunden. Auf der linken Seite (rechte Seite der Figur) mündete dagegen bei dem von mir unter- 
suchten Exemplar der äussere Verbindungsast (e') in das Ganglion (Dd) ein, während der innere (i) 
auch hier dasselbe umgeht. *) 

Was die Krokodile betrifft, so schreibt Ben dz bei Alligator lucius dem Glossopharyngeus, 
dessen Wurzel mit der des Vagus durch eine gemeinschaftliche OefFnung aus dem Schädel gehe, 
ein kleines ovales Ganglion petrosum zu**), das dicht vor dem Ganglion cervicale supremum liege, 
und mit diesem durch Zellgewebe verbunden sei. (Ein nach vorn gehender Verbindungszweig, 
unser R. communicans externus nervi Facalis cum Glossopharyngeo, ward nicht weiter verfolgt). 
Der Glossopharyngeus ist nach Ben dz hier vollständig getrennt vom Vagus, und nur durch einen 
feinen Nervenfaden ist das Ganglion radicis nervi Vagi mit dem Ganglion petrosum verknüpft. — 
Nach dieser Schilderung sind bei Alligator lucius drei sehr benachbarte Ganglien vorhanden, 
Ganglion cervicale supremum , Ganglion radicis nervi Vagi und Ganglion petrosum , — eine 
Bildungsweise, die ich bei keiner Eidechse und keinem Krokodil aufgefunden habe. Bei Alligator 
punctulatus, den ich zu untersuchen Gelegenheit hatte, fand ich eben so, wie bei Crocodilus bipor- 
catus und Crocodilus acutus, dass die Wurzeln des Glossopharyngeus, Vagus, Accessorius und 
theilweise auch die des Hypoglossus in ein grosses, hart am Schädel gelegenes Ganglion zusam- 
menmünden , das also nach der Bildung von Alligator lucius als aus jenen drei Ganglien ver- 
schmolzen anzusehen sein würde. (Von Crocodilus biporcatus dargestellt Taf. III, fig. 5, D). 

b. Von den Verstärkungszweigen des Vagus an den Glossopharyngeus. 

(Auf den Figuren mit l bezeichnet.) 

Bei vielen Sauriern, jedoch keineswegs bei allen, werden Verstärkungs- 
zweige vom Vagus an den Glossopharyngeus abgegeben. Es ist wichtig, ihr 

*) In Vogts flüchtigen Darstellungen ist bei keiner Eidechse ein Ganglion erwähnt, das dem 
Ganglion petrosum verglichen werden könnte. Bendz erwähnt dasselbe dagegen 'überall, wo 
er einen getrennten Verlauf des Glossopharyngeus beschreibt (Lacerta agilis, Amphisbaena ) ; 
unter den Schildkröten findet es sich nachBoianus bei Emys Europaea, und nach Bendz bei 
Chelonia Mydas, Testudo. Bei den Schlangen scheint dies Ganglion vorzukommen. Müller 
bildet dasselbe als Ganglion cervicale supremum von Python tigris ab (1. 1. Taf. IV, fig. 3), 
erwähnt seiner jedoch nicht bei der Klapperschlange. Auch bei Tropidonotus natrix ist es von 
Bendz (I. 1. pg. 19) nicht aufgefunden. 
**) Bidrag til den sammenlignende Anatomie afN. Glossopharyng. Vagus og Hypoglossus. Kiöbenhavn 
1843, pg. 10. 



— 42 — 

Verhältniss bei den verschiedenen Formen genau zu ermitteln, weil dies der 
einzige anatomische Weg ist, durch den man zur Entscheidung über einzelne 
Nervenzweige gelangen kann, die, obgleich häufig als Aeste des Glossopharyn- 
geus auftretend, dennoch nicht ihm angehören, sondern von Fasern des Vagus 
abzuleiten sind. 

Diese Verbindungszweige sind immer sehr kurz, — häufig so kurz, dass 
es der grössten Vorsicht bedarf, um sie darzustellen. Die Schwierigkeit ihrer 
Behandlung wird dadurch erhöht, dass sie bald nach dem Austritt der hinteren 
Hirnnerven aus dem Schädel, wo diese noch sehr nahe bei einander verlaufen, 
abgegeben werden. Bei einigen erfolgt ihre Abgabe und respect. Aufnahme erst 
jenseits, bei vielen noch diesseits des Ganglion petrosum. Zuweilen fehlen sie, 
obgleich die ihnen entsprechenden Endzweige aus der Bahn des Glossopharyn- 
geus hervorgehen, dann aber ist der letztere selbst vorher auf eine kurze Strecke 
mit den übrigen hinteren Hirnnerven zu einem- gemeinschaftlichen Stamm ver- 
schmolzen, — eine Form, bei der ein Uebergang von Fasern des Vagus an den 
Glossopharyngeus noch einfacher bewirkt wird, als auf dem Wege wirklicher 
Verstärkungszweige. 

Sehr nahe am Schädel werden diese Zweige vom Vagus an den Glossopharyngeus abgegeben 
bei Varanus Bengalensis (Taf. II, fig. '2, 1). Es sind deren zwei, von ungleicher Stärke, gleichzeitig aus 
dem Vagus (v) da abgegeben, wo dieser sich gleich nach dem Austritt aus dem Schädel von dem ihm 
anfangs verbundenen Theil (der ersten Hirnwnrzel [h']) des Hypoglossus trennt. Sie gehen schräg nach 
aussen, und münden gleichzeitig da in den Glossopharyngeus (9) ein, wo dieser die oben abgehandelten 
Verbindungszweige aus dem Facialis (e e und i) aufnimmt. So treten hier sechs Nerven (e, e, i, 
9, I, I) zur Bildung eines Stammes zusammen, der sich durch diese Verstärkungen zwar an- 
sehnlich verdickt zeigt, ohne dass man sich jedoch mit Bestimmtheit für das Dasein einer gängliösen 
Anschwellung entscheiden könnte. 

Auch bei Varcmus Niloticus, wo indessen ein sehr deutliches Ganglion petrosum in der Bahn 
des Glossopharyngeus vorhanden ist, geht ein feiner Verbindungszweig aus dem benachbarten Vagus 
von der Seite her in die Mitte desselben ein. 

Bei Chamaeleo vulgaris (Taf. II, fig. 4) empfängt ebenfalls der feine Glossopharyngeus (9) 
gleich nach seinem Austritt aus dem Schädel einen kurzen aber starken Zweig (1) aus dem be- 
nachbarten Vagus (10), und schwillt sofort zu dem oben geschilderten Ganglion petrosum an (D). 

Bei Salvator nigropunctatus (Taf. 1, fig. 1), wo der Glossopharyngeus vom Vagus getrennt 
bleibt, und ein deutliches Ganglion petrosum (D) zeigt, münden in die innere Fläche desselben 
zwei kurze Zweige (1, 1) aus dem Vagus ein. 

Auch bei Salvator Merianue (Taf. III, fig. 4) existirt ein Verbi§dungszweig (1) aus dem 
Vagus (10) an den Glossopharyngeus (9), welcher letztere sich aber kurz nach dessen Aufnahme und 
nach der Vereinigung mit dem äusseren Verbindungsast aus dem Facialis (e) wieder in den vereinigten 
Stamm (F) von Vagus und Hypoglossus einsenkt. 

Erst jenseits des Ganglion petrosum empfängt der Glossopharyngeus diesen Verstärkungsast 
aus dem Vagus (Taf. II, fig. 3, 1) bei Iguana tuberculata, obgleich zu bemerken ist, dass das 
Ganglion petrosum selbst durch eine geflechtartige Verbindung sympathischer Fäden mit Vagus 
und Hypoglossus in Verbindung steht. — 






— 43 — 

Aehnlich bei Istiurus Amboinensis (Taf. III, fig. 1). Der Vagus giebt hier erst nach der Bil- 
dung seines grossen Ganglion radicis (E) einen starken Verbindungszweig (I) an den Glossopharyngeus 
ab, der in den letzteren (gl) erst jenseits des Ganglion petrosum (D) einmündet. Der Glosso- 
pharyngeus selbst verschmilzt bald nach seiner Aufnahme vollständig mit dem Hypoglossus (h). — 

Bei Lacerta ocellaia (Taf. II, fig. 1) fehlen diese Verstärkungszweige des Vagus an den 
Glossopharyngeus gänzlich. Aus jenem gehen nur mehrere feine sympathische Fäden (ß, ß', ß") 
hervor, die in das hier stark entwickelte Halsgeflecht eingehen, also nur auf indirecte Weise mit 
dem durch das Ganglion petrosum (D) damit verbundenen Glossopharyngeus (9 — gl) in Verbin- 
dung stehen. 

Ebenso findet sich auch bei Euprepes Sebae kein eigentlicher Verstärkungsast des Vagus. 
Auch hier steht der letztere nur durch einzelne (drei) sehr feine sympathische Fäden mit dem 
Glossopharyngeus in Verbindung. 

Bei Platydactylus guttatus tritt, wie bei Iguana und Istiurus, der nicht unbeträchtliche Ver- 
stärkungszweig aus dem Vagus (Taf. III, fig. 3, 1) erst jenseits des Ganglion petrosum (D) in den 
Glossopharyngeus (gl) ein. 

Bei Agama spinosa ist das Verhältniss ziemlich verwickelt. Hier (Taf. III, fig. 2) verbindet 
sich der Vagus (10), nachdem er aus seinem Ganglion radicis (E) hervorgetreten, mit einem 
Theile (der ersten Hirnwurzel h') des Hypoglossus. Aus diesem vereinigten Stamme (hv) geht 
gleich darauf ein starker Verstärkungsast (1) an den Glossopharyngeus (99) ab, mit dem dieser 
zu einem kleinen Ganglion (petrosum? D) anschwillt. Unmittelbar nachher geht aus dem ver- 
einigten Stamm (hv) ein anderer Zweig (h) ab, der sich mit dem Rest des Hypoglossus (aus 
der zweiten Hirnwurzel, h", und dem ersten Halsnerven, 13, gebildet) vereinigt. Dieser letzte, 
wieder in den Hypoglossus eingehende Ast entspricht ohne Zweifel jener ersten Hirnwurzel des 
zwölften Paares. *) 

c. Verlauf des Glossopharyngeus im Allgemeinen. 

Nachdem der Glossopharyngeus ausserhalb des Schädels alle Verbindungs- 
zweige aus Facialis und Vagus (wenn solche vorhanden sind), aufgenommen hat, 
und nach seiner Trennung vom Halstheil des Sympathicus als selbstständiger 
Stamm entweder aus dem Ganglion petrosum oder aus einem gemeinschaftlichen 
Stamm der hinteren Hirnnerven hervorgetreten ist, verläuft er in der Regel 
folgendermassen : 

Während der Vagus und der Halstheil des Sympathicus horizontal nach 
hinten laufen, schlägt sich der Glossopharyngeus, oft unter Abgabe von Schlund- 
zweigen, nach aussen, um sich gewöhnlich dicht an den etwas mehr hinter- 



*) Von Ameiva teguixin bildet Müller (vergl. Neurologie der Myxinoiden Taf. IV, fig. 5) einen 
deutlichen Verslärkuugszweig des Vagus (X) au den Glossopharyngeus (IX) ab. — Beudz 
(Bidrag etc. pg. 13) erwähnt eines solchen bei Lacerta agills, wahrend Amphisbaena nach 
dieses Forschers Darstellung (pg. 17) seiner entbehrt. — Unter den Schlangen bildet Müller 
(1. 1. fig. 3) bei Python tigris einen Ast aus der Wurzel des Vagus iu das Ganglion cervicale 
supremum (unser Gangliou petiosum) ab, während nach demselben Forscher bei der Klapper- 
schlange (1. I. fig. 4) eine gänzliche Verschmelzung der hinteren Hirnneiveu, [wie bei Sulvutor 
Merianae] stattfindet. — Auch bei TropiclonotUS natrix ist nach Ben dz (1. 1. pg. 18) Vagus 
und Glossopharyngeus ganz verschmolzen. — Unter den Schildkröten fehlt der Verbindungsasl 
aus dem Vagus an den Glossopharyngeus bei Emys Europaea (nach Boianus fig. 105), ist 
dagegen vorhanden bei Chelonia Mydas (nach Bendz, 1. 1. pg. 5). 

6 * 



1 



— 44 — 

wärts entsprungenen Hypoglossus anzulegen, von diesem, abgesehen von seinem. 
Ursprung und seiner Verbreitung, leicht durch seine bedeutendere Feinheit zu 
unterscheiden *). Beide treten, von aussen durch die Mm. longissimus colli 
(Boianus) und Cucullaris bedeckt, um die hintere Spitze des grossen (hinteren) 
Zungenbeinhoms herum, wobei in der Regel der Glossopharyngeus an der vor- 
deren Seite des Hypoglossus verläuft. Sie liegen auf diesem Wege einander sehr 
nahe, verschmelzen sogar bisweilen gänzlich mit einander. Beide biegen dann nach 
innen und vorn, und verlaufen parallel dem vorderen Bande des hinteren Zungen- 
beinhoms über dem M. geniohyoideus, (der selbst wieder vom M. mylohyoideus 
von unten her bedeckt wird) bis zur Aussenseite des hinteren Ansatzpunktes 
des M. hyoglossus (hinterer Rand des hinteren Zungenbeinhoms), um sich hier 
zu trennen. Der Hypoglossus tritt unter oder in den M. hyoglossus, der Glosso- 
pharyngeus dagegen bleibt über diesem Muskel, läuft unter dem M. hyoideus 
(vom hinteren Zungenbeinhom an das vordere) nach vorn, und steigt da gegen 
die Mundhöhle in die Höhe, wo die beiden Zungenbeinhörner sich entweder 
mit einander, oder mit dem kurzen Körper des Zungenbeins unter spitzem 
Winkel verbinden, und endigt nahe dem Kehlkopf mit Schlund-, Kehlkopfs- 
und Zungen -Zweigen. 

Von diesem Verlauf, der sich bei Lacerta ocellata, Iguana tuberculata, Platydactylus guttatus, 
Salvator nigropunctatus, Varanus Bengalensis und Varanus ISilolicus findet, zeigt Sälvator Merianae 
insofern eine Abweichung, als der Glossopharyngeus, dessen selbstständige Wurzel (Taf. III, 
flg. 4, 9), wie oben gesagt, mit dem vereinigten Stamm der hinteren Hirnnerven sich verbindet, 
später als Ast des aus diesem Stamm hervorgehenden Hypoglossus da erscheint, wo dieser um 
die hintere Spitze des hinteren Zungenbeinhoms über dem Geniohyoideus an den Hyoglossus 
hinanläuft. 

Aehnlich bei Istiurus Amboinensis. Auch hier verschmilzt der Glossopharyngeus (Taf. III, 
fig- 'jgO vollständig mit dem Hypoglossus (h), um später wieder als Ast des letzteren aufzu- 
treten. Er trennt sich nämlich wieder von ihm da, wo dieser sich vor der hinteren Ecke des 
grossen Zungenbeinhoms zwischen die Bündel des M. geniohyoideus schlägt. 

Dasselbe Verhältniss wiederholt sich bei Agama spinosa. Der Glossopharyngeus (Taf. III, 
flg. 2, 9) nimmt den Kopftheil des Sympathicüs (a) auf, tritt indessen bald wieder von dem, durch 
diese Verschmelzung entstandenen, Stamm (gs) wieder ab (99), um mit dem erst erwähnten 
Verstärkungszweig aus dem Vagus (I) zum Ganglion petrosum (D) anzuschwellen. Der hieraus 
hervorgehende einfache Stamm (gl) mündet ganz in den benachbarten Hypoglossus (hg) ein, aus 
dem er an derselben Stelle, wie bei Istiurus, wieder abgeht. 

Bei Euprepes Sebae findet, abgesehen von der Verzweigung, in sofern eine geringe Abweichung 
von dem vorhin beschriebenen gewöhnlichen Verlaufe statt, als der äusserst feine Glossopharyngeus 
zwar auch hier in Begleitung des Hypoglossus den Bogen um das hintere Zungenbeinhom macht, 



*) Während der Hypoglossus der stärkste der hinteren Hirnnerven ist, erscheint der Glosso- 
pharyngeus immer als ein sehr feiner Stamm. Am feinsten in Vergleich zu den übrigen er- 
schien er mir bei Lacerta ocellata und Euprepes Sebae, — hier fehlen ihm nämlich die bei den 
übrigen seinen Stamm verstärkenden Elemente des Vagus. 



— 45 — 

um später hinter dem Winkel des vorderen Hornes wieder in die Hohe zu treten, aber nicht an 
der vorderen, sondern an der hinteren, später inneren, Seite des Hypoglossus verläuft. 

Was die Krokodile betrifft, so entsteht sowohl bei Crocodilus acutus und Crocodilus biporcatw, 
als auch bei Alligator punctulatus der Stamm des Glossopharyngeus aus dem vorderen Rande des 
dicht am Schädel liegenden grossen Ganglion der hinteren Hirnnerven. Bei Crocodilus biporcatus 
(Taf. III, fig. 5, D) treten sechs Nerven aus diesem Ganglion aus: 1) Der Sympathicus impar (s); 
2) ein Verbindungszweig zum ersten Halsnerven , nach unserer Ansicht dem R. externus des 
Accessorius entsprechend (y); 3) der R. laryngopharyngeus *) (lp); 4) der Glossopharyngeus (gl); 
5) der Vagus (v); 6) der Hypoglossus (h). — Von diesen entspringt der Glossopharyngeus (gl) am 
weitesten nach vorn aus dem Ganglion, so dass es scheint, als käme derselbe allein aus dem 
kleineren vorderen Abschnitt des Ganglions. Er ist indessen dem hinteren Abschnitt desselben 
fest verschmolzen, und lässt sich auf mechanischem Wege durchaus nicht isoliren. Er läuft schräg 
nach aussen und hinten , biegt dann hinter dem hinteren Hörn des Zungenbeins nach vorn um, 
indem er über den Hypoglossus forttritt, und giebt hinter dem Zungenbeinhorn einen beträchtlichen 
Zweig (£) nach innen an den aus dem N. laryngopharyngeus hervortretenden N. laryngeus superior (1 s). 
Nach Abgabe dieses Zweiges tritt der Glossopharyngeus in Begleitung des Hypoglossus an den 
M. hyomaxillaris**), unter welchem er sich in zwei Zweige theilt: 

a) geht nach innen und oben, dringt in die Fasern des Hyomaxillaris ein, und breitet sich 
mit mehreren Zweigen in demselben aus; 

ß) tritt nahe an den benachbarten Hypoglossus heran, nimmt von ihm einen seiner eigenen 
Stärke gleichen Ast auf, und schlägt sich nach vorn und innen an den M. hyoglossus hinan. Der 
grösste Theil seiner Fasern dringt in diesen Muskel ein, und breitet sich in ihm und in dem 
muskulösen Boden der Mundhöhle aus. Ein Nervenbündel dagegen dringt weiter nach vorn , tritt 
vom Hyoglossus unter den mehr nach aussen gelegenen Genioglossus, um in ihm sich zu ver- 
breiten. 

Auffallend ist hier die Ausbreitung des Glossopharyngeus an so vielen Muskeln, wobei jedoch 
eines Theils die erwähnte Verschmelzung mit dem Hypoglossus, andererseits der benachbarte 
Ursprung mit dem letzteren aus dem gemeinschaftlichen Ganglion zu berücksichtigen ist. Wichtig 
scheint ferner der Verstärkungsast (4) an den als Laryngeus superior auftretenden vorderen Ast 
des Laryngopharyngeus (1 s). 

Auch bei Crocodilus acutus entspringt der Glossopharyngeus ganz wie bei Crocodilus biporcatus 
aus dem Ganglion. Auch hier giebt er einen beträchtlichen Verstärkungszweig an den aus dem 
N. laryngopharyngeus entspringenden N. laryngeus superior, tritt über den M. sternomaxillaris ***), 
giebt diesem und dem über demselben liegenden M. hyomaxillaris ansehnliche Zweige, und läuft 
an der inneren Seite des Hypoglossus nach vorn, um endlich im muskulösen Boden der Mundhöhle 
sich auszubreiten. 



*) Dass bei allen Krokodilen ein getrennter N. laryngopharyngeus aus dem Ganglion entspringt, 
der den R. laryngeus superior (Taf. III, fig. 5, 1 s) und nebst den Rami recurrentes die Speise- 
röhrenzweige (1 d) des Vagus enthält, von denen letztere als R. desceudens glossopharyngei von 
Stannius beschrieben wurden, wird spater dargethan. Hier möge nur erwähnt werden, dass 
es mir bei der genauesten Untersuchung nicht möglich war, einen vom Vagus entspringenden, 
in diesen sogenannten R. descendens Glossopharyngei übergehenden Zweig aufzufinden, dessen 
Anwesenheit Stannius (Lehrb. pg. 19l) behauptet. 

**) Ueber die Zungenbeinmuskeln der Krokodile vgl. den Abschnitt von ^der Ausbreitung des 
Hypoglossus. 

***) Auch über diesen nur den Krokodilen eigenen Muskel verweisen wir auf den Abschnitt über 
den Hypoglossus. 



— 46 — 

Ganz dieselbe Form zeigt Alligator punctulatus, nur dass hier der bei Crocodilus so beträcht- 
liche Verstärkungszweig an den N. laryngeus superior äusserst schwach ist, und aus zwei sehr 
feinen Fäden besteht. Ferner findet hier, nach Abgabe deutlicher Zweige an den M. hyomaxillaris, 
keine eigentliche Verschmelzung mit dem Hypoglossus statt, sondern der Glossopharyngeus steht 
mit dem letzteren nur durch feine Nervenschlingen in Verbindung. 

d. Von den Zweigen des Glossopharyngeus. 

Vom Stamme des Glossopharyngeus können auf dem in dem vorigen Ab- 
schnitte angegebenen Wege nach seinem Hervorgang aus dem Ganglion petrosum 
und nach der Aufnahme der oben geschilderten Verbindungszweige aus dem 
Facialis und dem Vagus folgende Zweige abgegeben werden: 1) Schlundzweige; 
2) Muskelzweige; 3) Kehlkopfszweige; 4) Zungenzweige. — Einzelne dieser 
Aeste fehlen hin und wieder, weil es Elemente anderer Nerven sind, die nicht 
bei allen Eidechsen in der Bahn des Glossopharyngeus verlaufen. Mögen hier 
zuerst diejenigen Zweige betrachtet werden, die nicht der eigentlichen Wurzel 
des letzteren selbst, sondern den Verstärkungszweigen anderer Hirnnerven 
entsprechen. 

1) Vom Kehlkopfs zweige. (N. laryngeus superior.) 
a) Form desselben. 

Bei vielen Sauriern entspringt aus der Bahn des Glossopharyngeus ein Nerv, 
der trotz seiner den Eidechsen und Krokodilen eigenthümlichen Form ohne 
Zweifel als ein Analogon des N. laryngeus superior nervi Vagi der höheren 
Thiere zu betrachten ist. Diese seine Abstammung aus dem Vagus sind wir 
auch für die Reptilien zu beweisen im Stande, und werden die anatomischen 
Gründe dafür nach der Schilderung seiner, bei keinem Wirbelthiere bisher 
beobachteten, Form angeben. 

Nachdem der Glossopharyngeus die später zu behandelnden Schlund- und 
Muskel -Zweige abgegeben, tritt der Rest des Nerven, der nur noch den Kehl- 
kopfs- und den Zungen -Zweig enthält, constant über den M. hyoglossus fort 
nach innen an die Luftröhre, an welcher er, nahe dem Kehlkopf, mit dem von 
hinten heraufsteigenden R. recurrens vagi zusammen tritt, verschmilzt bisweilen 
mit letzterem, und endigt nach Abgabe des Zungenzweiges immer in einer sehr 
auffallenden Form. Unter dem Kehlkopf nämlich tritt der Nerv der einen Seite 
constant nach der anderen hinüber, und verschmilzt mit dem entsprechenden 
Nerven der anderen Seite zu einer einfachen oder doppelten Schlinge. 

Diese auffallende Schlingenbildung des N. laryngeus superior ward bei folgenden Eidechsen 
und Krokodilen gefunden: Lacerta ocellata, Varanus Benyalensis, Varanus Niloticus, Iguana tuber 
culata, Istiurus Amboinensis , Salvatur Merianae, Salvator nigropunctatus , Platydactylus guttatus, 
Euprepes Sebae, Crocodilus biporcatus, Crocodilus acutus, Alligator punctulatus. Von allen darauf 
untersuchten Formen ward sie nur beim Chamaeleon nicht beobachtet. Der hier aus dem Ganglion 
petrosum entspringende und diesem Nerven entsprechende Ast (Taf. II, fig. 4, g) läuft unter Abgabe 



— 47 — 

von Schlundfäden nach unten und innen, und scheint an der diesem Thier eigentümlichen Kehl- 
kopfsblase ohne Schlingenbildung zu endigen. l 

Ueberall liegt diese Schlinge unter dem hinteren Theil des Kehlkopfs, und stellt sich in 
der Form eines queren, namentlich in der Mitte abgeplatteten, bogenförmigen Nerven dar. Bei 
den Krokodilen ist die Schlinge besonders stark. Sie liegt hier über der schildförmigen Erwei- 
terung des Zungenbeinkörpers, und wird erst nach ihrer Entfernung gesehen. Bei Crocodilus 
biporcatus ist sie doppelt, und die hintere derselben so stark, die aus ihr hervorgehenden Fäden 
so fein, dass man kaum eine peripherische Endigung aller zu ihrer Bildung zusammentretenden 
Nervenfäden annehmen kann, sondern fast zu der Annahme gedrängt wird, dass die Nervenfasern 
beider Seiten hier zusammentreten, um grösstentheils auf der anderen Seite centripetal zurück 
zu laufen. Bei Crocodilus acutus und Alligator punctulatus liegt eine solche Annahme viel ferner: 
auch hier ist die Schlinge sehr beträchtlich, allein die aus dem Ende des R. laryngeus superior 
hervortretenden Zweige für die Muskeln des Kehlkopfes sind viel beträchtlicher. 

8) Vom Verhältniss des Kehlkopfszweiges zum R. recurrens N. vagi. 
Immer tritt an das letzte Ende des Kehlkopfszweiges die letzte Endigung 
des R. recurrens Vagi heran, meist in der Gegend des dritten oder vieiten Luft- 
röhrenringes. Bald findet eine völlige Verschmelzung beider Nerven, bald eine 
blosse Verbindung durch Nervenzweige statt, während in einzelnen Fällen beide 
Nerven völlig getrennt bleiben. In letzterem Falle ist es der Kehlkopfszweig, 
der die Schlinge bildet. 

Durchaus keine Verbindung beider Nerven zeigt Varanus Bengalensis. Unter dem hinteren 
Theil des Kehlkopfes communiciren die letzten Enden der Kehlkopfszweige der rechten und linken 
Seite mit einander und bilden mehrere dem Kehlkopf hart anliegende Schlingen mit einander. 
In gleicher Weise treten auch vom R. recurrens N. vagi, der übrigens getrennt verläuft, einzelne 
Fäden von der rechten Seite zur linken hinüber. 

Auch bei Platydactylus guttatus keine Verbindung des R. recurrens mit dem N. laryngeus 
superior. Der Glossopharyngeus, der von aussen und hinten her hinter den Kehlkopf gelangt ist, 
theilt sich hier in vier Zweige. Zwei derselben dringen in die seitlichen und unteren starken 
Kehlkopfsmuskeln ein, der dritte geht als R. lingualis im M. hyoglossus zur Zunge, während der 
vierte allein hinter dem Kehlkopf die Querschlinge mit dem entsprechenden Nerven der anderen 
Seite bildet. Der R. recurrens vereint sich nicht mit dem Kehlkopfszweige, und nimmt an dessen 
Schlinge keinen Theil, sondern dringt frei von der Seite her in den Kehlkopf ein, um sich in 
dessen Schleimhäuten auszubreiten. 

Mit einem Theil des R. recurrens ist der Kehlkopfszweig des Glossopharyngeus verbunden 
bei Igua.na tuberculata und Salvator nigropunctatus. Aus dieser Verbindung geht auch hier eine 
deutliche Schlinge hinter und unter dem Kehlkopf nach dem entsprechenden Nerven der anderen 
Seite hinüber. Aus der Schlinge selbst gehen Fäden in die Muskeln des Kehlkopfs hervor. Der 
übrig gebliebene Theil des R. recurrens dringt von der Seite her in den Kehlkopf ein. 

Bei Salvator Merianae findet dagegen die Verbindung des Kehlkopfszweiges mit dem Ende 
des R. recurrens erst statt, nachdem der erstere seine Schlinge gebildet hat. Diese entsteht in 
der Weise, dass der Nerv der linken Seite erst einen Verbindungszweig an denjenigen der rechten 
Seite absendet, um gleich darauf wieder von diesem Ersatzfäden zu erhalten. So findet in der 
Form einer doppelten Schlinge ein wirklicher Austausch von Fasern statt. An ein centripetales 
Zurücklaufen der Fäden eines Nerven auf der anderen Seite ist hier sicher nicht zu denken. 



— 48 — 

Eine völlige Verschmelzung des R. recurrens Vagi mit dem Kehlkopfszweige findet statt bei 
Euprepes Sebae und Lacerta ocellata, welche beide ausserdem noch darin übereinstimmen, dass der 
letztere nicht als Ast des Glossopharyngeus, sondern als Zweig des Vagus erscheint. Bei Euprepes 
Sebae tritt der Kehlkopfszweig in der Gegend des vierten Luftröhrenringes an die Trachea heran, 
nimmt den von hinten längs der äusseren Seite der letzteren heraufsteigenden R. recurrens Vagi 
vollständig auf, schickt dann dicht hinter dem Kehlkopf eine stärkere, gleich darauf noch eine 
schwächere Schlinge nach der anderen Seite hinüber, und dringt dann selbst in die Muskeln des 
Kehlkopfes ein. Bei Lacerta ocellata steht der Kehlkopfszweig nahe am Kehlkopf nach aussen 
durch verhältnissmässig starke Nervenzweige mit dem eigentlichen Glossopharyngeus in Verbindung, 
während er nach innen entweder (rechte Seite meines Exemplars) mit dem R. recurrens ganz 
verschmilzt, oder ihm (linke Seite) eine beträchtliche Verstärkung zuschickt, so dass an dieser Stelle, 
nahe dem Kehlkopf, drei Nerven mit einander communiciren : der R. recurrens, der R. laryngeus 
superior und der Glossopharyngeus. Der so verstärkte R. recurrens theilt sich alsdann in zwei 
Theile, von denen der eine quer hinter dem Kehlkopfe die starke Schlinge bildet, während der 
andere in die starken Kehlkopfsmuskeln eindringt. 

Bei den Krokodilen ist die Form dieses Kehlkopfszweiges vollkommen dieselbe, wie bei den 
Eidechsen, sein Ursprung aber ganz abweichend. Es existirt hier nämlich, wie schon vorhin 
(pg. 45) erwähnt, ein schon vom Ganglion der hinteren Hirnnerven an getrennter N. laryngo- 
pharyngeus (Taf. III, fig 5, lp), der alle den Kehlkopf, Speiseröhre, Luftröhre versorgenden Fäden 
des Vagus enthält. Dieser läuft parallel mit dem Glossopharyngeus, Hypoglossus und dem eigent- 
lichen Stamm des Vagus nach aussen und unten, und theilt sich da, wo Glossopharyngeus und 
Hypoglossus nach vorn, Vagus nach hinten umbiegen, in zwei Aeste *). Der hintere (R. de- 
scendens nervi laryngopharyngei [Taf. 3, fig. 5,1 d], von Vogt als Sympathicus superficialis, von 
Stannius [Lehrbuch pg. 191] als R. descendens Glossopharyngei bezeichnet,) versorgt die Speise- 
röhre und entlässt die Rami recurrentes nervi Vagi. Der vordere (ls) verbindet sich beständig 
mit einem Zweige**) des Glossopharyngeus (^), den dieser bei seiner Biegung nach vorn an ihn 
abgiebt. Nach dieser Verstärkung wird dieser vordere Ast des N. laryngopharyngeus zum eigent- 
lichen Kehlkopfsnerven, der nach Abgabe einiger schwacher Schlundzweige das letzte Ende des 
R. recurrens aufnimmt, und entweder eine doppelte (Crocodilus biporcatus) oder einfache Schlinge 
{Crocodilus acutus) mit dem Nerven der anderen Seite unter dem hinteren Theil des Kehlkopfes bildet. 

j/) Von der endlicheiP Verzweigung des Kehlkopfsnerven. 

Aus der Schlinge selbst gehen in der Regel keine Zweige hervor. Einzig 
bei Crocodilus biporcatus ward aus der Mitte derselben ein in den Kehlkopf ein- 
dringender Faden beobachtet. 

Das letzte Ende des diese Schlinge absendenden Kehlkopfszweiges dringt 
entweder verbunden mit Endzweigen des R. recurrens oder allein regelmässig 
in die seitlichen und unteren Muskeln des Kehlkopfes ein. Andere Ausbreitungen 
der letzten Endigung desselben wurden nicht beobachtet. In den Fällen, wo 
der R. recurrens sich nicht mit jenem verbindet (Varanus Bengalensis, Platy- 



*) Diese Theilung erfolgt bei Alligator punctulatus schon früher, nämlich bald nach dem Ursprung 
aus dem Ganglion. 
**) Kurz und siaik bei Crocodilus biporcatus, schwächer bei Crocodilus acutus. Zwei sehr schwache 
Verbindungszweige existiren bei Alligator punctulatus. 



— 49 — 

dactylus guttatus), geht dieser nicht in die Muskeln, sondern an die Schleimhäute 
des Kehlkopfes. 

8) lieber den Kehlkopfszweig als Ast des Vagus. 

Es entsteht jetzt die Frage, ob der eben beschriebene Kehlkopfszweig wirk- 
lich dem eigentlichen Glossopharyngeus angehöre. Ein Zweifel hieran kann 
schon durch den Umstand entstehen, dass derselbe nicht immer aus dem Glosso- 
pharyngeus, sondern bisweilen aus dem Stamm des Vagus entspringt (Euprepes 
Sebae, Lacerta ocellata, und nach Ben dz auch Amphisbaena) , und dass gleich- 
wohl der letztere vorher keine Verstärkungsfasern aus dem neunten Paare 
erhalten hat, von denen man diesen Kehlkopfsast ableiten könnte. Es lässt 
sich indessen auch anatomisch beweisen, dass dieser Nerv wirklich dem Vagus 
angehört, und nur hin und wieder in der Bahn des Glossopharyngeus verläuft, 
um als dessen Zweig aufzutreten. Diese Natur als eines Vagus-Astes ist diesem 
Nerven in der That auch bereits von Stannius zugesprochen*), der sein Auf- 
treten als Ast des Glossopharyngeus mit Recht durch die Innigkeit der Ver- 
bindungen zwischen Glossopharyngeus und Vagus erklärt. Folgendes ist der 
aus unseren vorher geschilderten Beobachtungen sich ergebende directe Beweis 
für die Richtigkeit des Ausspruches dieses Forschers. 

Alle Saurier, wo der R. laryngeus superior als Ast des Glossopharyngeus 
erscheint (Salvator nigropunctatus , Iguana tuberculata, Platy dactylus guttatus, 
Varanus Bengalensis)**'), sind gerade diejenigen, wo der Glossopharyngeus, wie 
vorhin ausführlich dargethan, einen oder mehrere Verstärkungsäste aus dem 
Vagus erhält, oder gar völlig mit ihm und dem Hypoglossus zu einem gemein- 
schaftlichen Stamme der hinteren Hirnnerven verschmolzen ist (Salvator Merianae 
und unter den Schlangen Tropidonotus natrix nach Bendz***), Crotalus horridus 
nach Müller). Dahingegen, wo der Kehlkopfszweig als Ast des Glossopharyn- 
geus fehlt, und als Zweig des Vagus auftritt (Euprepes Sebae und Lacerta ocellata) 



*) Lehrbuch der vergl. Auat. pg. 191, Anmerk. 9. 
**) Hieher auch Lacerta agilis. Nach B e n d z bekommt der Glossopharyngeus einen Verslärkungs- 
zweig aus dem Vagus , und breitet sich später mit einem Zweige am Kehlkopf aus. — Dass 
auch bei Ameiva teguixin und von den Schlaugen bei Python tigris , wo nach Müller, wie 
oben gesagt, Verstärkungszweige Tom Vagus au den Glossopharyngeus stattfinden, der R. laryn- 
geus superior aus dem letzteren hervorgeht, also jenem Verstärkungsaste des Vagus entspricht, 
folgt zwar nicht aus einer speciellen Beschreibung des berühmten Anatomen, aber daraus, dass 
dieser den ganzen Glossopharyngeus als „vorderen Kehlkopfsnerven" bezeichnet. — Unter den 
Vögeln findet sich dasselbe Verhältniss nach Bonnsdorf (1. 1. pg. 530, 555) bei Corvus Cornix. 
Hier erhält der Glossopharyngeus einen Verstärkungsast aus dem Ganglion radicis nervi Vagi, 
und enllässt dafür später den E. laryngeus superior. Ganz ebenso nach demselben Forscher 
(1. 1. pg. 605, 607) bei Grus cinerea. 
***) Bei dieser Schlange entlässt nach Ben dz der vereinigte Stamm von Vagus und Glossopharyn- 
geus einen sich am Kehlkopfe ausbreitenden Zweig, den dieser Forscher für den N. laryngeus 
superior der höheren Thiere hält , weil der Mangel eines Ganglion petrosum ihn verhindert, 
denselben als Glossopharyngeus zu deuten (I. 1. pg. 19). 

7 



— 50 — 

fehlen mit Bestimmtheit alle Verstärkungsfasern aus dem Vagus an den Glosso- 
pharyngeus *). Diese vorhin (pg. 41 ff.) abgehandelten Verstärkungszweige sind 
es also, die dem N. laryngeus superior entsprechen, und letzterer ist mithin 
keinesweges, wie es bei der Mehrzahl der Saurier leicht scheinen könnte, als 
Ast des Glossopharyngeus, sondern als Zweig des Vagus zu betrachten. 

Hieraus erklären sich denn auch einzelne Fälle, wo dieser Kehlkopfszweig sogar als Ast des 
Hypoglossus erscheint. Bei Agama spinosa, Istiurus Amboinensis und Salvator Merianae findet sich 
dies Verhältniss. 

Bei Agama spinosa und Istiurus Amboinensis verbindet sich der Glossopharyngeus nach Auf- 
nahme eines Verstärkungsastes aus dem Vagus (Taf. III, fig. 1,1 und fig. 2, 1) mit dem Hypo- 
glossus, — ■ natürlich also, dass nicht bloss der Geschmacksnerv selbst, sondern auch die mit ihm 
verschmolzenen fremden Elemente als Zweige desselben erscheinen. Bei Salvator Merianae geht 
der Glossopharyngeus (auch hier den Kehlkopfszweig enthaltend), mit dem Hypoglossus zu einem 
Stamm verbunden, aus dem vereinigten Stamm der hinteren Hirnnerven hervor, — ein Verhältniss, 
woraus sich leicht erklären lässt, wie die den Kehlkopfssweig bildenden Fasern des Vagus in die 
Bahn des Glossopharyngeus, und somit auch in die des Hypoglossus gelangten. 

2) Von den Schlundzweigen des Glossopharyngeus. 

Fast bei allen Sauriern gehen Schlundzweige aus der Bahn des Glosso- 
pharyngeus hervor. Bald erscheinen sie in der Form eines selbstständigen 
Astes (Euprepes, Iguana), bald sind die den Schlund versorgenden Fäden in dem 
Kehlkopfszweige enthalten , aus dem sie bei seiner Krümmung nach vorn und 
innen allmählich austreten. Letzteres Verhältniss namentlich scheint darauf 
hinzudeuten^ dass auch sie, wie der Kehlkopfszweig selbst, . vom Vagus abzuleiten 
sind. Nur lässt sich dagegen das Beispiel einiger Eidechsen, z. B. Euprepes 
Sebae, anführen, wo ein besonderer, stark ausgebildeter, vom N. laryngeus 
superior getrennter, Schlundzweig des Glossopharyngeus vorhanden ist, ohne 
dass dieser vorher Verstärkungszweige aus dem Vagus erhalten hätte. 

3) Von den Muskelzweigen des Glossopharyngeus. 

Zu den unzweifelhaft fremden in der Bahn des Glossopharyngeus ver- 
laufenden Elementen gehören die bei den Krokodilen und einigen Eidechsen 
an einzelne Muskeln entsendeten Zweige. Häufig fehlen dieselben gänzlich, 
und wo sie vorhanden sind, erstrecken sie sich ausschliesslich an Muskeln des 



*) Bei Amphisbaena alba wird von Ben dz kein Kehlkopfszweig des Glossopharyngeus namhaft 
gemacht, dagegen ein mit 2 Aesten au der Luftröhre und dem Kehlkopf sich ausbreitender 
Zweig des Vagus beschrieben. Diesem Verhältniss entspricht, dass derselbe Forscher hier 
keinen Verstäikungsast des Vagus an den Glossopharyngeus erwähnt. (1. 1. pg. 17 und 18.) 

Unter den Schildkröten fehlen bei Emys Europaea nach Boianns (fig. 105), wie oben 
erwähnt, die Verstärkungszweige des Vagus an den Glossopharyngeus. Diesem entsprechend 
geht auch hier der Kehlkopfszweig nicht aus dem Glossopharyngeus, sondern aus dem Vagus 
hervor. Einer Schlinge unter dem Kehlkopf wird nicht erwähnt. Der Kehlkopfszweig breitet 
sich auch hier in Muskeln, nämlich im M. dilatator und M. constrictor laryngis aus. (Boianus 
I. 1. fig. 107, e*. ) 



- 51 — 

Zungenbeins. Schon aus diesem Unistande wird ihre Abstammung aus dem 
Hypoglossus wahrscheinlich. Dem letzteren liegt, wie oben gesagt, der Glosso- 
pharyngeus auf seinem Wege nach unten und vorn gewöhnlich so dicht an, 
dass es oft schwer hält, ihn von demselben zu trennen. Dazu kommt, dass oft 
Verbinrlungszweige des mit dem Vagus theilweise verschmolzenen Hypoglossus 
an den Glossopharyngeus vorkommen (Varanus Bengalensis) , ja, dass endlich 
zuweilen eine wirkliche Vereinigung von Vagus, Glossopharyngeus und Hypo- 
glossus bald nach ihrem Austritte aus dem Schädel stattfindet (Salvator Merianae), 
— lauter Umstände, aus denen sich der Uebergang motorischer Fasern aus dem 
Hypoglossus an den Glossopharyngeus leicht erklären lässt. Dass indessen der 
schliessliche Beweis für die Richtigkeit dieser Ansicht sich erst aus Reizungs- 
versuchen an lebenden Thieren ergeben würde, ist einleuchtend. 

Uebrigens erklärt sich aus der Absendung einzelner Muskelzweige aus der 
Bahn des Glossopharyngeus dessen eigentümlicher Verlauf bei vielen Eidechsen. 
Nur in seltenen Fällen , wo aber beständig diese Muskelzweige ihm fehlen, 
läuft derselbe, wie man es überall erwarten sollte, dem Schlünde dicht anliegend, 
nach aussen und unten, dann nach innen und vorn zur Zunge und zum Kehlkopf. 
In der Regel macht er in Begleitung des Hypoglossus einen viel grösseren 
Bogen um das hintere Zungenbeinhorn herum, ein Weg, der dadurch bedingt 
wird, dass er selbst noch oft einzelne Aeste an die Zungenbeinmuskeln abzu- 
geben hat, bevor er seine Endigung an Kehlkopf und Zunge findet. 

Alle Muskelzweige wurden gänzlich vermisst bei Chamaeleo vulgaris, Salvator nigropunctutus. — 
Wenn dergleichen vorhanden sind, so ist am beständigsten ein Ast in den M. hyoideus (vom 
vorderen Rande des hinteren Zungenbeinhorns an den hinteren Rand des vorderen). Er wird 
vom Glossopharyngeus abgegeben, bald nachdem derselbe sich vom Hypoglossus getrennt, und 
unterhalb des M. hyoideus nach vorn zu dem Winkel verläuft, den das vordere Hörn mit dem 
hinteren oder mit dem Zungenbeinkörper bildet. Dieser Muskelzweig ward beobachtet bei : Lacerta 
oeellata, JSuprepes Sebae, Varanus Bengulensis, Iguana tuberculata. — Ausser diesem Aste ward 
einmal (bei Varanus Bengalensis) ein Zweig an den M. omohyoideus, und bei Platydactylus guttatus 
ein Ast an den M. hyoglossus beobachtet. 

Bei den Krokodilen, wo freilich Glossopharyngeus und Hypoglossus gemeinschaftlich aus dem 
grossen Ganglion der hinteren Hirnnerven entspringen, ist, wie oben pg. 45 gesagt, die Zahl der 
Muskelzweige des ersteren viel stärker, als bei den Eidechsen. Immer wird hier der M. hyo- 
maxillaris mit starken Zweigen von ihm versorgt. Unbeständig scheint der bei Crocodilus acutus 
beobachtete Zweig an den M. sternomaxillaris , und die Zweige an den M. hyoglossus und M. 
genioglossus (Crocodilus biporcatus) zu sein, welche letztere aus der kurz vor ihrer Abgabe statt- 
findenden erneuerten Verbindung mit dem Hypoglossus abzuleiten sind. 

4) Vom Zungenzweige des Glossopharyngeus. 
Nachdem in den vorhergehenden Abschnitten diejenigen Zweige des Glosso- 
pharyngeus abgehandelt wurden, welche als fremde Beimengungen anderer Nerven 
zu betrachten sein dürften, bleibt nur noch die Frage zu erledigen, welche 

7 * 



— 52 — 

peripherischen Endigungen seinen eigenen Wurzelfasern entsprechen. Diese 
Frage beantwortet sich leicht, wenn man die eintretenden Verstärkungszweige 
von anderen Nerven gegen die denselben entsprechenden austretenden Aeste in 
Rechnung bringt, — nach Abzug beider bleibt einerseits die Wurzel des Glosso- 
pharyngeus selbst nach, als deren Fortsetzung alsdann die auf der anderen 
Seite nachbleibenden Zweige zu betrachten sein werden. 

Den Verbindungsästen aus dem Facialis entspricht, wie oben pg. 30 und 32 ff 
schon theilweise angedeutet ist, und weiter unten noch näher auseinandergesetzt 
werden wird, der einfache oder doppelte Halsstamm des Sympathicus, vom 
Ganglion petrosum des Glossopharyngeus aus in der Regel beginnend. Den 
Verstärkungszweigen aus dem Vagus entspricht der Kehlkopfszweig (vgl. pg. 49), 
vielleicht auch die Schlundzweige (pg. 50), während die hin und wieder aus 
der Bahn des Glossopharyngeus ausgegebenen Muskelzweige vom Hypoglossus 
abzuleiten sind. Es bleibt demnach von austretenden Aesten nur der Zungen- 
zweig als derjenige Ast nach, der den Fasern des Glossopharyngeus selbst 
eigenthümlich ist. 

Ein eigentlicher R. lingualis des Glossopharyngeus wird bei allen denjenigen 
Formen vermisst, wo eine Verschmelzung des letzteren mit dem Hypoglossus 
stattfindet (Istiurus Amboinensis, Agama spinosa, Salvator Merianae, Chamaeleo 
vulgaris), — die Vermuthung liegt nahe, dass hier die Zungenfasern des Glosso- 
pharyngeus durch den Hypoglossus selbst bis zum Punkt ihrer Ausbreitung 
geführt werden. Bei den übrigen Sauriern ist derselbe vorhanden, gehört aber 
beständig zu den allerfeinsten und letzten Ausbreitungen des Stammes. Er wird 
beständig da abgegeben, wo der Glossopharyngeus in dem Winkel zwischen 
vorderen Zungenbeinhorn und Zungenbeinkörper in die Höhe tritt. Während 
hier der Kehlkopfszweig sich an den vordersten Theil der Luftröhre anlegt, um 
unter dem Kehlkopf die oben beschriebene Schlinge mit dem entsprechenden 
Zweige der anderen Seite zu bilden, tritt der andere Endzweig des Stammes 
als R. lingualis an den M. hyoglossus und verläuft in diesem, neben den End- 
zweigen des Hypoglossus, nach vorn bis zur Zunge. 



Fünfter Abschnitt. 

Vom Nervus Vagus. 

a. Von dem Ursprünge desselben. 

Der Vagus entspringt überall von der Seitenfläche des verlängerten Markes. 
In den meisten Fällen lassen sich seine Wurzeln (auf den Abbildungen mit 10 
bezeichnet) nur sehr schwer von denen des Accessorius Willisii unterscheiden. 



— 53 — 

Das erste, dem Vagus angehörige, Bündel liegt in der Regel der Grundfläche 
ziemlich nahe, eben hinter der Wurzel des Glossopharyngeus, während das letzte 
Wurzelbündel des Accessorius auf der Rückenfläche des verlängerten Markes 
selbst liegt, und bis hinter den ersten, bisweilen sogar bis hinter den zweiten 
Halsnerven hinabreicht. Zwischen diesen beiden äussersten Wurzeln liegt in 
schräger Linie eine Zahl von fünf bis acht Bündeln, dem Vagus und Accessorius 
gemeinschaftlich, wie es scheint, angehörig. Oft wird, ausserdem das Urtheil 
über den Ursprung des Vagus noch durch eine oder zwei von der Grundfläche 
des verlängerten Markes entspringende Wurzelbündel erschwert, so dass von drei 
verschiedenen Parthien des verlängerten Markes, Nervenbündel zu einem Stamme 
zusammenstrahlen, nämlich 1) von der Rückenseite; 2) von der Seitenfläche, 3) von 
der Grundfläche. Die dritte Parthie gehört, wie bald gezeigt werden wird, aus- 
schliesslich dem Hypoglossus an, dessen Ursprünge bisweilen mit denen des 
Vagus sich vereinen; die erste und ein Theil der zweiten sind, wie dies 
namentlich die Bildung von Salvator nigropunctatus deutlich macht, als Wurzeln 
des Accessorius zu betrachten, so dass nach Abzug dieser Beiden nur die ersten 
Wurzeln der zweiten Parthie als eigentliche Wurzeln des Vagus nachbleiben. 

Am freiesten zeigt sich der Ursprung des Vagus bei Salvator nigropunctatus (Taf. I, fig. I). 
Die feinen Wurzeln des Accessorius (II) sammeln sich zu einem dünnen Nervenstamm, der über 
(d. h. dem Rücken näher) der einfachen Wurzel des Vagus (10) durch dasselbe Loch austritt. 
Bei oberflächlicher Betrachtung scheinen beide nur einen, in der Richtung von vorn nach hinten 
schmalen, in der Richtung von unten nach oben breiten und platten Nervenstamm zu bilden. Bei 
vorsichtiger Behandlung sieht man jedoch , nachdem man die von unten her diesen Stamm be- 
deckende Wurzel des Hypoglossus (h') durchgeschnitten, und zur Seite gebogen hat, den Accessorius 
über dem Vagus nach aussen treten, und innerhalb des Kanals nur einen nicht unbeträchtlichen 
Verstärkungszweig an denselben abgeben. Eine Verbindung des Vagus mit Wurzeln des Hypo- 
glossus findet innerhalb des Schädels nicht statt, sondern die erste Hirnwurzel des letzteren (h'), 
läuft durch einen besonderen Kanal nach aussen, um ausserhalb erst mit dem Vagus sich zu vereinen. 

Bei Iguana tuberculata (Taf. II, fig. 3) scheint es unmöglich zu entscheiden, welche der 
fächerförmig in's Foramen lacerum zusammenstrahlenden Wurzeln dem Vagus, welche dem Acces- 
sorius angehören. Auch hier findet keine Verbindung der Vagus- (10) und Hypoglossus -Wurzeln 
(h' und h") statt, — ja letzterer bleibt auch ausserhalb des Schädels vollkommen frei. 

Ganz ähnlich verhält sich Lacerta ocellata (Taf. II, fig. I), Platydactylus guttatus (Taf. III, 
fig. 3) und Istiurus Amboinensis (Taf. III, fig. 1). Ueberall ein fächerförmiges Zusammenstrahlen 
der Wurzeln des Accessorius und Vagus (10 und 11), überall vollkommene Freiheit des Hypo- 
glossus im Ursprung (h' und h") und Verlauf (h). 

Bei Varamis Bengalensis (Taf. II, fig. 2) zeigen die Wurzelverhältnisse dieser drei Nerven 
eine viel complicirtere Form, die sich aber leicht durch Vergleichung mit den eben beschriebenen 
deuten lässt. Eine breite Nervenwurzel von der Grundfläche (erste Hirnwurzel des Hypoglossus h'), 
ein starker Nervenstrang von der Seitenfläche dicht hinter dem Glossopharyngeus (Vagus), und 
endlich mehrere feine Wurzeln von der Rückenseite des verlängerteu Markes entspringend (Acces- 
sorius), vereinen sich noch innerhalb des Schädels zu einem Stamme, der sich gleich ausserhalb 
desselben wieder in zwei Stämme, Vagus (v) und Hypoglossus (h) spaltet. 



— 54 — 

Bei Agama spinosa (Taf. III, fig. 2) ist der Vagus (10) mit der ersten Hirnwurzel des 
Hypoglossus (h') innerhalb des Schädels nicht verschmolzen, verbindet sich aber mit ihr gleich 
nach der Bildung seines Ganglion radicis (E). 

Was Chamaeleo vulgaris betrifft, so finde ich das von Ben dz (1. 1. pg. 15) beschriebene Zu- 
sammenstrahlen sämmtlicher Wurzeln der hinteren Hirnnerven innerhalb des Schädels in einen 
gemeinschaftlichen Stamm, den Vogt (I. 1. pg. 26) als ein bedeutendes Ganglion schildert, bei 
meinem Exemplare nicht bestätigt (vgl. Taf. II, fig. 4). Hier ist zunächst die Wurzel des Glosso- 
pharyngeus (9), wie schon oben gesagt, vollkommen frei, geht durch eine besondere Oeffnung aus 
dem Schädel und schwillt nach Aufnahme eines kurzen aber starken Verstärkungszweiges (1) aus 
dem Vagus zum Ganglion petrosum (D) an. (Ueber die Bildung des letzteren vgl. pag. 40). Als 
eigentliche Wurzeln des Vagus möchten zwei, von der Seitenfläche des verlängerten Markes etwas 
weiter nach hinten als die des Glossopharyngeus entspringende stärkere Wurzelbündel (10) anzu- 
sehen sein, die durch einen besonderen Kanal im Occipitale laterale austreten, und in demselben 
sich zu einem kurzen Stamm verbinden. Eben ausserhalb des Schädels vereinigt sich mit dem- 
selben die ebenfalls durch eine besondere Oeffnung ausgetretene Hirnwurzel (h') des Hypoglossus. 

Jenes, von Vogt für Chamaeleo beschriebene Verhältniss finde ich dagegen bei allen von 
mir untersuchten Krokodilen (Crocodilus biporcatus, Crocodilus acutus und Alligator punctulatus). 
Hier sammeln sich die Wurzeln sämmtlicher hinteren Hirnnerven in einem gemeinschaftlichen, dem 
Schädel dicht anliegenden grossen Ganglion, in welches ausserdem noch der oben beschriebene 
Verbindungsast vom Facialis einmündet. Von unten diese Wurzelverhältnisse untersuchend findet 
man bei Crocodilus biporcatus (Taf. III, fig. 5) sechs gesonderte Wurzeln in's Ganglion (D) ein- 
tretend: 1) Zwei Bündel von der Grundfläche des verlängerten Markes (h'), von unten her in die 
hintere grössere Hälfte des Ganglions einmündend, dem Hypoglossus angehörend; 2) vier Bündel in 
schräger Richtung von unten und vorn nach oben und hinten in den vorderen kleineren Theil des 
Ganglions eintretend, dem Vagus und Glossopharyngeus entsprechend (10); endlich tritt noch die 
aus sechs bis acht feinen Bündeln zusammengesetzte Wurzel des Accessorius hinzu, die nur von 
der Rückenseite aus sichtbar ist. *) 

b. Von dem Verhältniss des Vagus zu anderen Hirnnerven. 

Nur selten bleibt der Vagus in seinem ganzen Verlaufe vollständig frei 
(Euprepes Sebae, Lacerta ocellata). In der Regel findet früher oder später eine 
Verbindung mit dem Glossopharyngeus oder dem Hypoglossus, bisweilen auch 
mit beiden statt. 

Was zunächst die Verbindung mit dem Glossopharyngeus betrifft, so ist 
schon früher gesagt worden, dass eine vollständige Verschmelzung beider Nerven 
nur in dem einen Falle stattfindet, wenn überhaupt alle hinteren Hirnnerven sich 
zu einem gemeinschaftlichen Stamme vereinen. Dann theilt sich dieser letztere 
später in zwei Stämme, deren einer wiederum Glossopharyngeus und Hypoglossus 
zusammen, der andere Vagus und Halstheil des Sympathicus enthält. (Salvator 



*) Nach Vogt (1. 1. pg. 33) ist die Wurzel des GIossopharyDgeus frei, und tritt durch einen 
eigenen Kanal ans. Nach Bendz (1. 1. pg. 10) geht sie bei Alligator lucius mit dem Vagus 
durch einen gemeinschaftlichen Kanal aus dem Schädel, bleibt aber in ihrem ganzen Verlaufe 
frei, ein eignes Ganglion petrosum bildend. Unser grosses Kopfganglion scheint bei Alligator 
lucius nicht vorhanden zu sein. 



— 55 — 

Merianae, Taf III, fig. 4.) *) — In den meisten Fällen erfolgt die Verbindung 
von Vagus und Glossopharyngeus durch Zweige, die der erstere an den letzteren 
entsendet. Ueber diese Verstärkungszweige ist früher (pg. 41, 49, 50) aus- 
führlich gehandelt, und gezeigt worden, dass sie dem N. laryngeus superior, 
vielleicht auch den Schlundzweigen des Glossopharyngeus entsprechen. 

Mit dem Hypoglossus dagegen findet immer die erstere Art der Vereinigung 
statt. Nie wird diese durch Zweige bewirkt, die vom Vagus an den Hypo- 
glossus, oder von diesem an jenen entsandt werden, sondern wo eine Verbindung 
beider Nerven beobachtet wird, erfolgt diese immer nur dadurch, dass der vor- 
dere Stamm des Hypoglossus, aus einer oder auch beiden Hirnwurzeln desselben 
gebildet, sich auf eine Strecke mit dem Vagus vereint. Diese Verhältnisse 
werden bei der Darstellung des Hypoglossus ihre Erledigung finden. 

c. Vom Verhältniss des Vagus zum Sympathicus. 

Der Vagus ist in der Regel mit dem Halstheil des Sympathicus nur durch 
feine Nervenschlingen verbunden. Nur selten verschmelzen die von vorn her 
kommenden sympathischen Elemente gänzlich mit ihm, um später von seinem 
Stamme sich wieder zu trennen. In diesem Falle fehlen erklärlicher Weise alle 
Verbindungszweige. 

Völlige Vereinigung des Vagus mit dem Halstheil des Sympathicus findet sich bei Sahator 
nigropunctatus. Hier legen sich die aus dem R. palatinus nach hinten sich fortsetzenden Fasern 
des letzteren als R. communicans internus nervi palatini cum Glossopharyngeo (Taf. I, fig. I, i, i) 
an das Ganglion petrosum von unten her dicht an, lassen sich aber unter diesem durch in den 
vereinigten Stamm von Vagus und Hypoglossus verfolgen (F). Dieser theilt sich bald darauf in 
zwei Stämme. Der stärkere (h) wendet sich nach aussen, und ist in seinem Verlaufe als Hypo- 
glossus zu erkennen. Der zweite (v s), etwas schwächer, verfolgt die Richtung nach hinten , und 
theilt sich bald nach seiner Trennung von jenem in zwei Zweige, den Halsstamm des Sympathicus, 
und den Vagus. Jeder der letzteren schwillt eben unter dem Brustgürtel zu einem starken ovalen 
Ganglion an. — Ganz ähnlich ist das Verhalten bei Salvator Merianae und nach Müllers Abbildung 
bei Ameiva teguixin. 

In den meisten Fällen scheint übrigens der Halstheil des Sympathicus nur durch feine Fäden 
mit dem Vagus in Verbindung zu stehen. Diese Fäden, oft in der Form eines Geflechtes erscheinend 
(Lacerta ocellata, Iguana tuber culatd), wurden wenigstens bei den grösseren Arten niemals vermisst. 

Nach Abgabe dieser Fäden verläuft der Vagus in der Regel ohne weitere 
Verbindung mit dem Sympathicus bis zur Bildung seines Ganglion trunci. Wohl 
aber findet sich, anscheinend beständig, eine starke von Vogt bei den Sauriern 
entdeckte Verbindungsschlinge zwischen diesem Ganglion und dem ersten oder 
zweiten Brustganglion des Sympathicus. Von dieser wird weiter unten die Rede 



*) Nach Müller ( vergl. Neurologie der Myxinoiden, Taf. IV, fig. 3) verschmelzen auch bei 
Crotalus korridus sainmtliche hinteren Hirnnerven zu einem Stamm. 



— 56 — 

sein. Hier möge nur bemerkt werden, dass bei Varanus Bengalensis, wo das 
Ganglion trunci nervi Vagi weiter nach hinten liegt, als das Ganglion thoracicum 
primum, die aus dem letzteren austretenden Fäden nicht in das erwähnte Gan- 
glion, sondern in den benachbarten Stamm des Vagus sich einsenken, und dass 
dieser an der Stelle ihrer Einmündung schon eine vordere, ganz kleine An- 
schwellung zeigt. 

d. Vom Ganglion radicis nervi Vagi. 

(Auf den Abbildungen mit E bezeichnet.) 

Ein dem Vagus selbst angehöriges Wurzelganglion kommt nicht allen Sau- 
riern zu, und auch da, wo ein solches als unzweifelhaft vorhanden von den 
Autoren angegeben wird, findet häufig eine Verschmelzung mit dem Glosso- 
pharyngeus oder mit dem sympathischen Halstheil statt, so dass diese An- 
schwellung auch als Ganglion petrosum oder als Ganglion cervicale supremum 
gedeutet werden kann. Nur wenige Fälle sind mir bekannt, wo unzweifelhaft 
ein Ganglion radicis eben ausserhalb der Schädelhöhle in der Bahn des Vagus 
vorkommt. 

Als vollkommen gleichförmiger Nervenstrang ohne Spur einer Verdickung erscheint der Vagus 
von seinem Ursprung innerhalb des Schädels bis zu seiner späteren Verzweigung bei Iguana tuber- 
culata und Platydactylus guttatus . Hier nimmt der Vagus nur die Accessorius -Wurzel auf, und 
nicht einmal eine Verdickung des ursprünglichen Stammes findet durch Aufnahme von Verstärkungs- 
zweigen statt. (Taf. II, fig. 3, v und Taf. III, fig. 3, v.) 

Bei Salvator nigropunctatus ist eher eine Täuschung möglich. Die einfache starke Wurzel des 
Vagus (Taf. I, fig. 1, 10) erhält innerhalb des Kanals einen Verstärkungszweig vom Accessorius, 
und nimmt, eben ausserhalb' des Schädels, die durch einen besonderen Kanal austretende erste 
Hirnwurzel des Hypoglossus (h') auf.' Bis hieher erscheint der Stamm gleichförmig dick. Etwas 
später, nach Abgabe zweier Verbindungszweige (I, I) für das benachbarte Ganglion petrosum und 
eines Astes (u) für die Carotiden-Drüse zeigt sich freilich bei fast gleichzeitiger Aufnahme der 
Verstärkungszweige aus dem R. palatinus des Facialis (i) und der ferneren Elemente des Hypo- 
glossus (h" und k, der zweiten Hirnwurzel und dem ersten Halsnerven angehörig) eine beträcht- 
liche Verstärkung des Stammes (F), die aber nicht bedeutender ist, als dass sie nicht lediglich 
durch diese Verstärkungszweige erklärt würde. Der Stamm erscheint verstärkt, aber nicht 
ganglienartig angeschwollen. 

Selbst bei Salvator Merianae (Taf. III, fig. 4) , wo die Wurzel des Vagus mit einem Theil 
des Hypoglossus aus dem Schädel hervortritt, und dann auch den Glossopharyngeus (9) aufnimmt, 
wo man also mindestens eine dem Ganglion petrosum entsprechende Anschwellung erwarten sollte, 
findet sich ein einfacher, durch die Aufnahme so vieler Elemente ansehnlich verdickter, aber 
keineswegs ganglienartig angeschwollener Stamm (F). 

Ebenso wenig finde ich ein Ganglion radicis bei Varanus Bengalensis (Taf. II, fig. 2). Die 
Wurzel des Vagus , diejenige des Accessorius , und die erste Hirnwurzel des Hypoglossus treten 
hier, wie oben bemerkt, schon innerhalb des Schädels zur Bildung eines gleichförmig dicken 
Stammes zusammen, der gleich ausserhalb des Foramen lacerum sich in die seinen Elementen 
entsprechenden Stämme theilt. 



— 57 — 

Bei Chamaeleo vulgaris, wo von Vogt und Bendz ein deutliches Ganglion radicis angegeben 
wird, war auch ich zuerst in Zweifel. Bei sorgfältiger Behandlung der bei diesem Thier sehr 
feinen Nerven gelang es indessen, das dem Vagus sehr nahe anliegende Ganglion petrosum 
(Taf. II, fig. 4, D), mit welchem dieser durch Zellgewebe und einen sehr kurzen Verbindungszweig 
vereinigt ist, zu isoliren, worauf alsdann der vereinigte Stamm von Vagus und Hypoglossus gleich- 
förmig dick erschien. Wenn also bei den von jenen beiden Forschern untersuchten Exemplaren 
ein Ganglion an der Austrittsstelle des Vagus sich fand, so ist diese Anschwellung leicht durch 
eine Verschmelzung des Ganglion petrosum mit dem letzteren erklärt, — *■ zumal da beide Autoren 
den Stamm des Glossopharyngeus aus diesem Ganglion hervorgehen lassen, den ich bei meinem 
Exemplar aus dem getrennten Ganglion petrosum austreten sah. 

Bei Lacerta ocellata treten die fächerförmig zusammenstrahlenden Wurzeln des Vagus im 
Foramen lacerum zu einem Nerven zusammen , der sich auf den ersten Blick angeschwollen, oder 
vielmehr in der Richtung von unten nach oben verdickt darstellt. Diese Verdickung ist indessen 
so unbedeutend, dass «s erst einer mikroskopischen Untersuchung an frischen Exemplaren be- 
dürfen wird, um die ganglienartige Natur dieser Anschwellung zu erweisen. 

Bei Istiurus Amboinensis ist dagegen bestimmt ein grosses Ganglion radicis nervi Vagi 
(Taf. III, fig. 1, E) gleich nach dem Austritt des letzteren aus der Schädelhöhle vorhanden. Aus 
demselben geht nach hinten und aussen der feine R. externus Accessorii (y), nach innen und 
hinten der starke Stamm des Vagus (v) hervor. 

Ebenso ist auch bei Agama spinosa ein sehr deutliches ovales Ganglion radicis vorhanden, 
aus welchem hier jedoch nur der gleich darauf mit der ersten Hirnwurzel des Hypoglossus ver- 
schmelzende Stamm des Vagus hervorgeht (Taf. III, fig. 2, D). *) 

Dass bei den Krokodilen (Crocodilus biporcatus, Crocodilus acutus und Alligator punetulatus) 
ein grosses Ganglion hart am Schädel vorhanden sei, in welches Glossopharyngeus, Vagus, Acces- 
sorius und Hypoglossus eintreten , und welches ausserdem noch den Kopftheil des Sympathicus 
aufnimmt, ist oben erwähnt. Dies Ganglion kann demnach als aus drei verschmolzenen Ganglien 
(Ganglion petrosum, Ganglion cervicale supremum und Ganglion radicis nervi Vagi) gebildet an- 
gesehen werden, um so mehr, als bei Alligator lucius nach Bendz in derThat diese drei Ganglien 
getrennt vorhanden sind. 

e. Vom Ganglion trunci nervi Vagi. 

Das von Vogt und Bendz gleichzeitig entdeckte Ganglion trunci nervi 
Vagi, das der letztere auch bei den Schlangen, Schildkröten (Testudo) und 



*} Von amleren Autoren erwähnt Vogt (1.1. pg. 15) kein Ganglion radicis bei Monitor Niloticus, 
ebenso wenig bei dem Varanus vom Senegal. — Von Ameiva teguixin bildet Müller (1. 1. 
Taf. IV, fig. 5) kein Ganglion radicis nervi Vagi ab. — Bei Amphisbaena alba ist Bendz 
(1. 1. pg. 17) über das Dasein eines Ganglion radicis in Zweifel. Vagus und Glossopliaryngeus 
gehen hier durch eine gemeinschaftliche Oeffnung aus dem Schädel, und letzterer besitzt ein 
deutliches Ganglion petrosum. — Auch Vogt (1. 1. pg. 30) beschreibt kein Ganglion radicis 
nervi Vagi bei Amphisbaena. Bei Lacerta agilis erwähnt Bendz (1.1. pg. 13) desselben 
dagegen als unzweifelhaft vorhanden. — Unter den Schlangen fiudet es sich nach Bendz bei 
Tropidonotus natrix (1. 1. pg. 19). Von Python tigris und Crotalus horridus hat M üll e r (1. 1.) 
kein Ganglion radicis nervi Vagi abgebildet. Die Vereinigung der hinteren Hirnnerven der 
letztgenannten Art schildert Vogt (1. 1. pg. 44) als ein grosses Ganglion, das in ähnlicher Form 
auch bei Naja Haje vorhanden sein soll (1. 1. pg. 47). Derselbe Forscher erwähnt dagegen 
keines Ganglions bei Coluber siculus (pg. 49) und Viperaprester. Bei beiden sind die hinteren 
Hirnnerven zu einem gemeinschaftlichen Stamm vereint. — Von den Schildkröten giebt Bendz 
(1. 1. pg. 6) bei Chelonia Mydas und bei Testudo (pg. 9) ein grosses Ganglion radicis nervi 
Vagi an. — Desselben erwähnt Boianus (fig. 107, X) bei Emys Europaea. 

8 



— 58 — 

Krokodilen auffand, ist insbesondere von Ben dz sowohl seiner Lage und Form 
nach, als in Bezug auf die aus demselben hervorgehenden Zweige so gründlich 
geschildert*), dass eine weitere Erörterung vollkommen überflüssig erscheint. 
Ich habe dasselbe von ansehnlicher Grösse bei allen untersuchten Sauriern und 
Krokodilen im Stamme des Vagus bei dessen Eintritt in die Brusthöhle, in 
der Nähe des Herzens, gefunden. Es ist oval, platt und meist von röthlicher 
Farbe ; in der Regel steht es durch einen starken Zweig mit dem ersten Brust- 
ganglion des Sympathicus in Verbindung. Vor Bildung desselben gehen nur 
selten aus dem den Hals hinablaufenden Stamme des Vagus Zweige aus. Von 
diesen wird später gehandelt werden. 

f. Von den Aesten des Vagus. 

1) Vom N. lary ngopharyngeus. 

Von allen Zweigen des Vagus zeigen die den Kehlkopf und den Schlund 
versorgenden Aeste die grösste Neigung, sich von den übrigen Elementen des- 
selben früh zu isoliren, — ohne Zweifel aus dem Grunde, weil sie Organe zu 
versorgen haben, die ziemlich weit nach vorn liegen, während der eigentliche 
Verbreitungsbezirk der übrigen Theile des Vagus erst von der Brusthöhle an 
beginnt. So ist schon oben (pg. 49 ff) ausführlich bewiesen worden, dass der 
R. laryngeus superior (der indessen, wie oben gesagt, zugleich auch meistens 
die Schlundfäden enthält, und deshalb eigentlich nach Ben dz Vorgange als 
N. laryngopharyngeus aufgefasst werden muss) häufig in der Form eines Ver- 
stärkungsastes aus der Bahn des Vagus schon sehr früh in diejenige des Glosso- 
pharyngeus übertritt, um aus dem letzteren wieder in der Form eines seiner 
Aeste auszutreten, — und auch dieses Anlehnen an den Geschmacksnerven 
erklärt sich auf leichte Art aus dem Umstände, dass gerade dieser beständig 
an den von jenen Elementen versorgten Organen (Kehlkopf und Schlund) vor- 
bei läuft. **) 

Nur selten hält dieser Kehlkopf- Schlund -Nerv noch etwas länger mit den 
übrigen Fasern des Vagus zusammen, erst jenseits des Ganglion trunci aus- 
tretend, — eine Form, die nur bei Euprepes Sebae und Lacerta ocellata beob- 
achtet wurde, und die sich vielleicht daraus erklärt, dass diese Eidechsen einen 
verhältnissmässig kurzen Hals haben, mithin der Umweg in die Brusthöhle hinab 
und dann wieder zurück an Kehlkopf und Schlund bei ihnen nicht so gross ist, 
wie bei den übrigen Sauriern. Ebenso selten aber (nur bei den Krokodilen und 



*) ßidrag elc. pg. 31. 

**) An ähnliche Verhältnisse bei den übrigen Ordnungen der Reptilien und bei den Vögeln ist 

oben (pg. 49 Anm.) erinnert. Bei den letzteren erklärt sich aus der Länge ihres Halses leicht 

bei diesem Nerven die Vermeidung des grossen Umweges durch die Brusthöhle. 



— 59 — 

nach Ben dz bei den Schildkröten) erscheint der N. laryngopharyngeus als ein 
gleich vom Anfange an selbstständiger Nerv, enthält aber in diesem Falle auch 
noch diejenigen Fasern des Vagus, wodurch die am Halse selbst liegenden 
Eingeweide (Luftröhre und Speiseröhre) versorgt werden. 

Bei Lacerta ocellata geht der R. laryngopharyngeus aus dem Ganglion trunci hervor, wendet 
sich sogleich nach innen und unten, dann, der Haut des Schlundes dicht anliegend, und ihr feine 
Zweige gebend, nach vorn, um sich dicht hinter dem Kehlkopf an die Trachea anzulegen, und 
communicirt hier sowohl nach aussen durch feine Verbindungszweige mit dem Glossopharyngeus, 
als nach innen mit dem längs der Luftröhre heraufsteigenden R. recurrens nervi Vagi. Einige 
Zweige desselben endigen hier in der Haut des Schlundes, ein anderer verbindet sich mit einem 
Endzweige des R. recurrens, und bildet unter dem Kehlkopf die starke oben ausführlich erörterte 
Schlinge mit dem entsprechenden Nerven der anderen Seite. Die aus dieser Schlinge an beiden 
Seiten hervorgehenden Endzweige dringen in die Muskeln des Kehlkopfes ein. 

Ganz ähnlich bei Euprepes Sebae. Auch hier entspringt unser Nerv aus dem Ganglion trunci 
nervi Vagi, schlägt sich um den Aortenbogen herum nach innen und vorn, hinter dem hinteren 
Zungenbeinhorn seinen Weg, dem Schlünde dicht anliegend, verfolgend. Am vierten Ringe der 
Luftröhre tritt er an diese heran, nimmt den von hinten längs derselben heraufsteigenden R. 
recurrens vollständig auf, und schickt dicht hinter dem Kehlkopf zwei starke Schlingen nach der 
anderen Seite hinüber. Sein letztes Ende dringt auch hier in die Muskeln des Kehlkopfes ein. 

Die eben berührte Form des N. laryngopharyngeus bei den Krokodilen als selbstständig aus 
dem gemeinschaftlichen Ganglion der hinteren Hirnnerven entspringenden Nerven (von Ben dz 
I. 1. pg. II zuerst beschrieben) ward oben (pg. 48 dieser Schrift) ausführlich besprochen. Der 
vordere Ast desselben, durch Zweige des Glossopharyngeus verstärkt (Taf. III, fig. 5, ls), giebt 
sich als R. laryngeus superior zu erkennen, und ist durch die oben berührte Bildung seiner starken 
Schlingen nach der anderen Seite ausgezeichnet. Der hintere Ast (ld, R. descendens) breitet sich 
bis tief unter den Brustgürtel mit zahlreichen Fäden geflechtartig auf der Speiseröhre aus, und 
entlässt nach einander mehrere längs der Trachea heraufsteigende Rami recurrentes. *) 

2) Vom Kamus recurrens nervi Vagi. 
Bei allen Sauriern finden sich Nervenzweige des Vagus, die von hinten 
her an der äusseren Seite der Luftröhre bis zum Kehlkopf heraufsteigen, und 
sich mit dem R. recurrens der Säugethiere und Vögel vergleichen lassen. Ihr 
Ursprung ist verschieden: bald gehen sie jenseits, bald diesseits des Ganglion 
trunci aus dem Vagus hervor, meist entspringen sie aus dem Stamme des letzteren 
selbst (Saurier), bisweilen aber aus dem vom Stamme des Vagus losgetrennten 
N. laryngopharyngeus (Krokodile). Auch ihre Zahl ist schwankend, — statt 
des in der Regel einfachen R. recurrens kommen deren bei einzelnen Formen 



*) Von ganz ähnlicher Form, wie bei den Krokodilen ist nach Ben dz der N. laryngopharyngeus 
bei den Sehildkröten (Chelonia Mydas, Testudo). Er entspringt hier aus dem Ganglion radicis 
nervi Vagi, und theilt sich in einen vorderen und hinteren Zweig. Jener breitet sich am 
Kehlkopf und Schlund , „dieser an Speiseröhre und Luftröhre aus. Einer Schlingenbildung 
unter dein Kehlkopf mit dem entsprechenden Nerven der anderen Seile wird nicht erwähnt; 
ausserdem wird noch ein besonderer R. recurrens beschrieben (1. 1. pg. 7 und pg. 9). 

8 * 



— 60 — 

zwei, auch drei vor, die nach einander aus dem Vagus entspringen, und nach 
einander an die Aussenseite der Luftröhre sich anlegen. In diesem Falle nimmt 
jedesmal der nächst vordere Nerv da, wo er an die Trachea herantritt, das Ende 
des nächst vorhergehenden auf. — Immer aber treten die letzten Endzweige 
dieser Nerven in eine innige Verbindung mit dem R. laryngeus superior. (Ueber 
letzteren Punkt vgl. pg. 47, 48 dieser Schrift.) Letzterer entsendet die Zweige für 
die Muskeln, während der R. recurrens ausschliesslich für die Schleimhäute des 
Kehlkopfes bestimmt zu sein scheint. 

Jenseits des Ganglion trunci entspringt der R. recurrens bei Lacerta ocellata, Euprepes Sebae, 
Salvator Merianae , Iguana tuberculata und Istiurus Amboinensis. *) Bei Lacerta ocellata und 
Euprepes Sebae ist der R. recurrens ein einfacher Nerv. Bei Salvator Merianae theilt er sich 
gleich nach seinem Ursprung in zwei feinere Nerven , die getrennt an das hintere Ende der Luft- 
röhre herantreten, hier wieder zu einem Nerven verschmelzen, und nun als einfacher Nervenstamm 
nach vorn verlaufen. 

Diese Andeutung einer Theilung des R. recurrens in zwei Nerven von gleicher Stärke ist 
völlig ausgeführt bei Iguana tuberculata und Istiurus Amboinensis. Bei beiden findet man zwei, 
ebenfalls erst jenseits des Ganglions nach einander aus dem Hauptstamm des Vagus entspringende 
feine Nervenzweige, von denen der hintere sich an das hintere Ende der Luftröhre anlegt, und an 
deren Aussenfläche dicht anliegend nach vorn verläuft. Wo dieser hintere R. recurrens am Anfang 
des letzten Dritttheils der Luftröhre fein endigt, tritt der vordere der beiden genannten Nerven an 
die Luftröhre heran, nimmt das letzte feine Ende des ersten auf, und setzt nun dessen Weg längs 
der äusseren Seite der ganzen Luftröhre bis zum Kehlkopf fort, um sich in der gewöhnlichen 
Weise mit dem N. laryngeus superior zu verbinden. 

Bei Varanus Betigalensis tritt der R. recurrens nicht jenseits des Ganglion trunci, sondern 
diesseits desselben aus dem Stamm des Vagus hervor. Es muss hier jedoch an unsere oben an- 
geführte Beobachtung (pg. 56) erinnert werdeu, dass der Vagus bei Varanus Bengalensis noch 
vor seinem eigentlichen Ganglion trunci und vor Entsendung des R. recurrens schon eine erste, 
freilich äusserst schwache, Anschwellung in seinem Stamm an einem Punkte zeigt, wo mehrere 
feine Fäden aus dem grossen ersten Brustganglion des Sympathicus in denselben übertreten.**) 

Dass bei den Krokodilen die für die Luftröhre und Speiseröhre bestimmten Fäden aus dem 
Ram. descendens des N. laryngopharyngeus austreten , ist oben (pg. 48) erwähnt. Dieser R. 
descendens läuft bei den drei von mir untersuchten Arten als starker Nervenstamm unter der 
Speiseröhre und parallel mit der Trachea, aber von der letzteren einige Linien entfernt, nach 
hinten bis unter den Brustgürtel, beständig feine und stärkere Fäden aussendend, die sich ge- 
flechtartig an der ganzen Speiseröhre ausbreiten. Bei Crocodilus acutus entsendet dieser hintere 
Ast da, wo er unter die Speiseröhre tritt, um nach hinten zu verlaufen, ein Bündel stärkerer Fäden 
nach innen, von denen die meisten am Schlünde sich ausbreiten, einer jedoch, der unter rechtem 
Winkel von ihnen abgeht, nach innen senkrecht auf die Luftröhre zuläuft. An dem zwölften Ringe 
der letzteren legt dieser sich an dieselbe an, nimmt das letzte Ende des zweiten R. recurrens 



*) Dies Verhallen wird auch für Lacerta agilis und Chamaeleo von Bendz beschrieben. 
**) Auch bei Amphisbaena alba beschreibt Bendz (1. 1. pg. 18) keinen jenseits des Ganglion trunci 
entsprungenen fi. recurrens. Nach diesem Forscher giebt dagegen der Vagus schon viel früher 
einen Nerven ab, der längs der Luftröhre nach vorn läuft, und wohl dem B. recurrens analog 
sein dürfte. 



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auf, und läuft nun, wieder nach vorn umbiegend, an der äusseren Seite der Luftröhre bis zum 
Kehlkopfe zurück, um hier mit dem N. laryngeus superior gerade da zu verschmelzen , wo dieser 
seine Schlinge mit dem entsprechenden Nerven der anderen Seite bildet. — Nach Abgabe des 
ersten R. recurrens läuft der R. descendens Nervi laryngopharyngei in der erst angegebenen Weise 
nach hinten, viele Fäden an die Speiseröhre entsendend, um kurz vor seinem Eintritt in die Brust 
einen zweiten R. recurrens abzugeben, der, wie der erste, senkrecht an die Trachea herantritt, 
an deren achtundvierzigsten bis fünfzigsten Ringe sich hart an sie anlegt , und nun an der 
äusseren Seite der Luftröhre ebenfalls zurückläuft. Auf diesem Wege wird der Nerv merklich 
feiner, — sein letztes Ende wird von dem ersten R. recurrens aufgenommen. 

Aehnlich ist das Verhältniss bei Alligator punctulatus. Hier entlässt der R. descendens 
N. laryngopharyngei mehrere Nerven, die am zwanzigsten, sechsundzwanzigsten und vierund- 
dreissigsten Ringe der Luftröhre senkrecht an dieselbe herantreten, und längs ihrer äusseren 
Fläche nach vorn zurücklaufen. Auch hier konnte ich den nach Ben dz (1.1. pg. 12) he\ Alligator 
lucius aus dem Ganglion trunci entspringenden R. recurrens nicht auffinden. *) 

3) Von den Zweigen an die Speiseröhre. 
Nach dem R. recurrens sind dies diejenigen Aeste, die zuerst nach der 
Bildung des Ganglion trunci aus dem Stamm des Vagus hervor zu gehen pflegen. 
Nur in seltenen Fällen wiederholen sie den ausnahmsweise stattfindenden Ursprung 
des R. recurrens diesseits des Ganglions; eben so selten sind sie schon vom 
Ursprung des Vagus an von diesem getrennt, und in einem besonders verlaufenden 
N. laryngopharyngeus enthalten. Sie verbreiten sich an der Speiseröhre, und 
lassen sich nach hinten bis zum Magen, nach vorn häufig bis zum Schlünde 
verfolgen. 

Bei Varanus Bengalensis gehen ausser dem R. recurrens noch zwei Nerven für die Speiseröhre 
aus dem Stamm des Vagus ab, bevor dieser unter den Brustgürtel tritt, um sein Ganglion trunci 
zu bilden. Der Stamm bildet schon vor ihrer Abgabe, wie erst erwähnt, nach Aufnahme feiner 
Fäden aus dem Sympathicus ein ganz kleines vorderes Ganglion. — Bei den Krokodilen treten 
die Speiseröhrenzweige in der erst beschriebenen Weise aus dem R. descendens des N. laryngo- 
pharyngeus aus. 

4) Von den Zweigen an das Herz, die Lungen und den Magen. 
Die für diese Organe bestimmten Zweige gehen beständig bei allen Eidechsen 
und Krokodilen erst nach der Bildung des Ganglion trunci aus dem Vagus 



*) Unter den Schlangen scheint bei Tropidonotus natrix (nach Ben dz pg. 19) ein doppelter 
R. recurrens -vorhanden zu sein. Der hintere entspringt ans dem Ganglion trunci, und verbindet 
sich auf seinem Wege längs der Carotis mit einem schon früher aus dem Stamm des Vagus ausge- 
tretenen Nerven (dein vorderen K. recurrens?). — In den Beschreibungen, die Vogt von 
Python tigris, Crotahts horridus, Naja Haje, Coluber Siculus und Vipera prester gegeben, wird 
der R. recurrens gänzlich vermisst. — Von den Schildkröten wird von Boianus (fig. 107) in 
der Brusthöhle kein eigentliches Ganglion trunci angeführt, wohl aber giebt der Vagus zahlreiche 
Fäden ab, die mit Zweigen des Sympathicus ein Geflecht um den linken Aortenbogen bilden. 
Mitten zwischen diesen Fäden geht der R. recurrens ab , der nach Abgabe kleiner Zweige au 
die Speiseröhre die Luftröhre in ihrer ganzen Länge mit Fäden versorgt. — Bei Testudo geht 
nach Ben dz (1. 1. pg. 9) der R. recurrens jenseits des Ganglion trunci ab, als einfacher JNerv 
längs der Luftröhre zurücklaufend. 



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hervor. Ihre Zahl ist so schwankend, ihre Form bei den verschiedenen Arten 
so wechselnd, dass eine ausführliche Schilderung ihrer Verhältnisse den Baum 
dieser Abhandlung bei Weitem überschreiten würde. Nur das möge hier bemerkt 
werden, dass die Zweige an's Herz gewöhnlich die ersten sind, die auf die 
Absendung des R. recurrens folgen, ja dass sie häufig mit diesem zugleich als 
ein gemeinschaftlicher feiner Nervenstamm entsendet werden, der sich erst bei 
der Krümmung um den Aortenbogen in diese beiden verschiedenen Elemente 
theilt. — Eine geflechtartige Verbindung dieser letzten Endzweige des Vagus 
mit Fäden des Sympathicus ward nicht beobachtet, wohl aber steht, wie oben 
erwähnt, das Ganglion trunci, aus "dem der sie entsendende Stamm entspringt, 
durch eine starke Schlinge mit dem ersten Brustganglion des Sympathicus in 
Verbindung. 

Sechster Abschnitt. 

Vom Nervus accessorius Willisii. 

Bei allen Sauriern und Krokodilen haben die Wurzeln des Accessorius die 
Form, die von Bischoff für einige von ihnen nachgewiesen ist. Fünf bis neun 
feine Wurzelbündel, meistens nach hinten an Stärke zunehmend, entspringen in 
einer schrägen Linie, die von der Ursprungsstelle des Vagus an der Seitenfläche 
des verlängerten Markes beginnend, sich nach hinten und oben zur Rückenfläche 
desselben bis hinter den zweiten Halsnerven erstreckt. Das letzte, am weitesten 
nach hinten reichende Wurzelbündel erscheint zugleich als das äusserste, und 
wird auf seinem Wege; anscheinend immer, durch neue aus der Markmasse 
austretende zarte Nervenbündel verstärkt. 

Alle diese Wurzelbündel sammeln sich in der Gegend des Foramen lacerum 
zu einem feinen 'Stamm, der in der Regel mit dem Nervus Vagus verschmilzt, 
sehr selten (Salvator nigropunctatus und Salvator Merianae) als getrennter Nerv 
neben dem Vagus durch die gemeinschaftliche SchädelöfFnung austritt. *) 

Die einzelnen Bündel der Nerven haften bei den Reptilien viel dichter an 
einander, und lassen sich viel schwieriger isoliren, als bei den Säugethieren, — 
dies der Grund, weshalb sich bei den Sauriern nicht nachweisen lässt, einen 
wie grossen Antheil der Accessorius an der Bildung der Schlundzweige des 
Kelilkopfastes und des R. recurrens des Vagus hat. Dass indessen wirklich 
Fasern des Accessorius in die übrigen Parthieen des Vagus übergehen, lässt 



*) Nach Bischof f (N. accessorii Anal. Darmst. 1832, pg. 46) findet sich dies Verha'ltuiss auch 
bei Amphisbaena alba, nach Ben dz (,1.1. pg. 6) bei Chelonia Mydas. — Boiauus 1. 1. 
fig. 108, v, | bildete dasselbe schon früher ab bei Emys Europaea. 



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sich mit Bestimmtheit aus der Bildung von Salvator nigropanctatus erweisen ""'), 
wo der Accessorius der Wurzel des Vagus innerhalb des sie beide umschliessen- 
den Knochenkanals einen kurzen Verstärkungszweig, als R. internus, giebt. 

Nur die peripherische Ausbreitung derjenigen Fasern des Accessorius lässt 
sich mit Sicherheit ermitteln, die in dem K. externus, wenn er vorhanden ist, 
enthalten sind. 

In der That scheint ein solcher R. externus nicht überall vorhanden zu sein. 
Ich habe denselben bei einem hinreichend grossen Exemplar von Chamaeleo 
vulgaris und bei Agama spinosa nicht finden können **)'. Mit Bestimmtheit habe 
ich ihn beobachtet bei Lacerta ocellata, Euprepes Sebae, Salvator nigropunctatus, 
Salvator Merianae, Istiurus Amboinensis , Platydactylus guttatus, Varanus Niloticus, 
Varanus Bengalensis und Iguana tuberculata. Bei den Krokodilen sind ebenfalls 
Nerven vorhanden, die dem R. externus Accessorii entsprechen, — ihr Verhältniss 
ist indessen schwieriger zu ermitteln, theils wegen der abweichenden Anordnung 
des Schultergerüstes, theils wegen des abnormen Ursprungs dieser Nerven nicht 
vom Stamm des Vagus, sondern aus dem gemeinschaftlichen Ganglion der hin- 
teren Hirnnerven, aus dem noch ein anderer Muskelnerv, der Hypoglossus, 
hervorgeht. 

Immer verbreitet sich dieser R. externus an solchen Muskeln, die sich vom 
Schädel und den Dornfortsätzen der Halswirbel an den vorderen Rand der eigent- 
lichen Scapula (nicht der Cartilago suprascapularis) erstrecken, und die man 
dem M. cucullaris und dem M. omomastoideus zu vergleichen genöthigt ist. 
Eine Verzweigung an eigentlichen Nackenmuskeln, d. h. an solchen, die sich 
vom Schädel an den ersten Theil der Wirbelsäule erstrecken, wie Bischoff 
(Musculi cervicis) und Vogt überall angeben, habe ich niemals beobachtet. Diese 
Muskeln erhalten vielmehr beständig vom ersten und zweiten Halsnerven ihre 
Zweige ***). Eine Verwechselung des eigentlichen Accessoriuszweiges mit Aesten 



*) Auch bei Chelonia Mydas sind die getrennt neben einander durch dieselbe Oeflnung aus- 
tretenden Nerven durch einen kurzen Zweig mit einander verknüpft (Ben dz 1. 1. pg. 6). 
**) Bischoff (1. 1. pg. 46) die Accessorius- Wurzel von Iguana beschreibend, erwähnt keines R. 
externus , den derselbe Forscher dagegen von Lacerta ocellata ( wo auch ich ihn gefunden ; 
Vogt leugnet ihn hier mit Unrecht) und Amphisbaena alba mit Bestimmtheit beschreibt. — 
Von Monitor Niloticus und einem Varanus vom Senegal führt Vogt einen dem R. externus 
Accessorii entsprechenden Nervenast an, der sich indessen in den Nackenmuskeln (?) verzweigen soll. 
***) Der M. cucullaris ist besonders stark bei den dickhalsigen Gattungen Euprepes (Sebae) und 
Lacerta (ocellata) , findet sich aber auch bei den übrigen Sauriern, vielleicht mit alleiniger 
Ausnahme der Chamaeleons und der Krokodile, wo ohnehin das Schultergerüst bekanntlich 
durch den Mangel einer Clavicula und einer Cartilago suprascapularis eine abweichende Anordnung 
zeigt. Der M. mylohyoideus setzt sich häufig noch eine Strecke am Hals fort als M. longissimus 
colli (Boianus), indem seine in der unteren Mittellinie mit denjenigen der anderen Seite 
zusammenstossenden Fasern quer um den Hals nach oben gehen, und sich mit einer sehr feinen 
Sehne an den Dornfortsätzen der Halswirbel befestigen. Schlägt man diesen Muskel, der seine 
Nerven theils vom Facialis, theils vom dritten und vierten Halsnerven bekommt, von oben nach 



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dieser Halsnerven mag freilich wohl wegen der benachbarten Lage derselben 
oft stattgefunden haben. — Auffallend ist übrigens eine deutliche Schlinge, 
welche, vielleicht beständig, die letzte, später nach innen wieder einbiegende 
Endigung dieses R. externus mit einem Aste des dritten Halsnerven bildet. — 
Da, wie erst bemerkt, nicht immer der Accessorius mit dem Vagus ver- 
schmilzt, so findet natürlich auch in Bezug auf den Ursprung des R. externus 
ein doppeltes Verhältniss statt. Entweder derselbe entspringt aus dem freien, 
mit dem Vagus nicht verschmolzenen, Accessorius selbst, oder er tritt als Ast 
des herumschweifenden Nerven auf. 

Ersteres Verhältniss findet sich am deutlichsten bei Salvator nigropunctatus. Nachdem 
nämlich, wie oben erwähnt, die fächerförmig zusammenstrahlenden, nach hinten stärker 
werdenden Elemente des Accessorius sich über der ersten Hirnwurzel des Hypoglossus (Taf. I, 
fig. 1, h') zu einem besonderen Strang vereint und im Foramen Iacerum, das ihm und 
dem Vagus gemeinschaftlich ist, dem letzteren einen feinen Verbindungszweig gegeben, tritt 
derselbe über alle hinteren Hirnnerven fort nach hinten und aussen, und legt sich, an Stärke 
dem dritten Theile des späteren Vagus gleich, an den M. cucullaris an, giebt demselben sogleich 
einen feinen Zweig, und läuft an der Innenseite dieses Muskels in einer zu dessen Fasern 
senkrechten Richtung nach hinten. Unter dem diesen Muskel nach aussen hin durchbohrenden 
dritten Halsnerven tritt der R. externus Accessorii durch, verschmilzt mit einem nicht unbe- 
trächtlichen Ast dieses Nerven, und dringt nun zwischen die Muskelbündel des Cucullaris ein, um 
sich in ihnen auszubreiten. 

Dieselbe völlige Freiheit vom Vagus zeigt der R. externus des Accessorius bei Salvator 
Merianae. Auch hier breitet derselbe sich im M. cucullaris aus, gemeinschaftlich mit einem Aste 
des dritten Halsnerven. 

Das zweite Verhältniss, nämlich völlige Verschmelzung des Accessorius mit dem Vagus, 
von welchem sein R. externus später als besonderer Ast ausgegeben wird, findet sich bei lstiurus 
Amboinensis , Lacerta ocellata, Platydactylus guttatus, Euprepes Sebae, Iguana tuberculata, Varanus 
Niloticus und Varanus Bengalensis. 

Bei lstiurus Amboinensis entspringt der R. externus erst aus dem hier sehr deutlich vor- 
handenen Ganglion radicis nervi Vagi (Taf. III, fig. I, E). Aus diesem gehen zwei Nerven hervor, 
der eigentliche Stamm des Vagus (v), und der feine Muskelast des Accessorius (y). Letzterer 
läuft mit dem ersteren eine Strecke parallel nach hinten, aber während dieser innerhalb des Hypo- 
glossus (h) durchtritt, legt sich unser Nerv an die Innenseite des M. omomastoideus an, um eine 
Strecke parallel mit dessen Fasern schräg nach hinten und abwärts zu verlaufen, und demselben 
bald nach einander zwei deutliche Zweige zu geben. Bald darauf biegt der Nerv wieder nach 



unten vollständig zurück, so siebt man darunter den M. cucullaris liegen. Dieser entspringt bei 
Lacerta ocellata, wo er am stärksten entwickelt ist, vom Processus mastoideus und von den, 
Dornfortsalzen sämmtlicher Hals- und der ersten Rückenwirbel bis hinter den Schultergürtel, 
und geht mit nach unten couvergirenden Fasern an den vorderen Rand des knöchernen Schulter- 
blattes, wo er sieb befestigt. — Die vordere Partbie dieses Muskels kommt auch isolirt und 
durch einen kleinen Zwischenraum von der hinteren getrennt {lstiurus Amboinensis), zuweilen 
auch ganz allein ohne die hintere Partbie vor (Chaniaeleo und Krokodile), und möchte dem 
M. omomastoideus zu vergleichen sein. Die vordere Partbie bekommt ausschliesslich ihren 
Nerven vom Accessorius, die hintere wird ausserdem noch meist von dem, durch dieselbe 
nach aussen hindurch tretenden, dritten Halsnerven versorgt. 



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innen und oben um, tritt dicht an den dritten Halsnerven heran (15) und verschmilzt mit einem 
Aste desselben zu einer feinen, aber vollkommen deutlichen Schlinge. 

Auch bei Lacerta ocellata entsteht der R. externus als Zweig des Vagus, und wird von dem 
letzteren erst abgegeben, nachdem derselbe schon mehrere Verbindungsfäden für den Halstheil 
des Sympathicus abgegeben hat. Er ist hier, entsprechend der Entwickelung des M. cucullaris, 
in dem er sich von innen her verbreitet, sehr stark. 

Bei Iguana tuberculata entspringt der R. externus (Taf. II, fig. 3, y) Accessorii gerade da 
aus dem Stamme des Vagus, wo dieser seinen Verstärkungsast an den Glossopharyngeus (1) 
abgiebt. Er ist im Verhältniss zur Grösse dieser Eidechse sehr schwach , und wird von dem 
genannten Verstärkungsaste an den Glossopharyngeus um das Dreifache an Stärke übertroffen. 
Gleich nach seinem Ursprünge wendet er sich nach aussen und hinten, legt sich, wie gewöhnlich, 
an den vorderen Rand des M. cucullaris so an, dass er in einer zu den Fasern desselben senk- 
rechten Richtung innerhalb dieses Muskels nach hinten verläuft. Nachdem er namentlich der 
vorderen dem Omomastoideus entsprechenden Parthie desselben mehrere Zweige gegeben , biegt 
sein letztes Ende in der Gegend des diesen Muskel durchbohrenden dritten Halsnerven an den letz 
teren heran, und verschmilzt völlig mit einem Zweige desselben zu einer deutlichen Schlinge. 

Der R. externus von Euprepes Sebae erinnert durch seine bedeutende Stärke, die der be- 
trächtlichen Entwickelung des M. cucullaris entspricht, an Lacerta ocellata. Er wird schon vom 
Stamme des Vagus ausgegeben, nachdem dieser eben den Schädel verlassen, läuft schräg nach 
hinten und aussen unter dem M. cucullaris, dessen Fasern er kreuzt, nach hinten, und breitet sich 
in demselben aus. 

Bei Platydactylus guttatus tritt, wie beim Leguan, der R. externus Accessorii gerade da aus 
dem Stamme des Vagus als äusserst feiner Nerv ab (Taf. III, fig. 3, y), wo dieser seinen Verstär- 
kungszweig zum Glossopharyngeus entsendet. Ausser der gewöhnlichen Ausbreitung an der Innen- 
fläche des M. cucullaris ward auch hier eine deutliche Schlinge mit einem Zweige des dritten 
Halsnerven beobachtet. 

Bei Varanus Niloticus tritt unser Nerv mit dem Stamme des Vagus zugleich aus dem Foramen 
Iacerum hervor, liegt diesem Nerven anfangs sehr dicht an, tritt dann unter die vordere Parthie 
des M. cucullaris, giebt derselben zwei deutliche Zweige, und läuft, wie gewöhnlich, längs der 
Innenfläche dieses Muskels nach hinten. Sein letztes Ende biegt endlich wieder nach innen ein, 
und verschmilzt mit einem ihm entgegenkommenden Aste des dritten Halsnerven zu einer Schlinge. 

Was endlich die Krokodile betrifft, so ist bei der Aufzählung der einzelnen in das grosse 
Ganglion der hinteren Hirnnerven eintretenden Wurzeln (pg. 54) schon erwähnt worden, dass die 
feinen Wurzeln des Accessorius, an der Rückenseite des verlängerten Markes in gewöhnlicher Weise 
entspringend, sich in der Gegend des Foramen Iacerum zu einem feinen Nervenstamm sammeln, 
der von oben und hinten in den hinteren grösseren Theil des erwähnten Ganglions eintritt. Als 
einem Theil dieser Wurzeln entsprechender R. externus ist nach unserer Ansicht ein aus dem 
Ganglion austretender Verbindungszweig an den ersten Halsnerven zu betrachten (Taf. III, fig. 5,y). 
Dieser erste Halsnerv (fig. 5, 13) entspringt bei Crocodilus biporcatus wie die freie Hirnwurzel des 
Hypoglossus (h') mit einfacher (unterer oder vorderer) Wurzel von der Grundfläche des verlän- 
gerten Markes, tritt zwischen Condylus occipitalis und erstem Halswirbel nach aussen, nimmt, 
aussen angelangt, einen Verbindungsast (z) von der freien Hirnwurzel des Hypoglossus (h') auf, 
und theilt sich in zwei Zweige: 

a) Der stärkere (y") steigt hinter dem Schädel in die Höhe, geht zwischen den Bündeln des 
bei den Krokodilen sehr entwickelten M. splenius capitis (von den Dornfortsätzen der ersten neun 
Halswirbel an die Crista horizontalis ossis occipitis) nach hinten, beständig an die Fasern dieses 
Muskels Zweige gebend. Seine Aeste lassen sich bis zum sechsten Halswirbel verfolgen. 

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6) Der feinere dieser beiden Zweige geht nach aussen und unten (y'), nimmt den erst er- 
wähnten Verbindungszweig (y) aus dem Ganglion auf, giebt feine Zweige an die unteren geraden 
Kopfmuskeln, verfolgt dann seinen Weg weiter nach aussen, und legt sich an einen schmalen, 
langen Muskel an, der vom vorderen Rande des Schulterblattes ausgehend, sich an das Lateral- 
stück des Hinterhauptsbeins befestigt (Omomastoideus?). Nachdem er als äusserst feiner Nerv 
eine kurze Strecke diesen Muskel an dessen innerer Seite nach hinten begleitet hat, breitet er 
sich mit mehreren Zweigen in ihm aus. 

Dieser letztere Nerv (y') möchte als der dem R. externus Accessorii entsprechende Nerv 
zu betrachten sein. Seine Verbreitung bei den Sauriern in der vorderen Parthie des M. cucullaris, 
die, wie oben gezeigt wurde, als Omomastoideus betrachtet werden kann, machen diese Deutung 
wahrscheinlich. Hiernach würden die Fasern des Accessorius, um an ihren Muskel zu gelangen, 
bei den Krokodilen einen zwar nicht auffallenden, aber doch eigentümlichen Umweg machen. 
Ans dem Ganglion als Verbindungszweig (y) an den unteren Ast (y') des ersten Halsnerven hin- 
übergetreten, werden sie durch diesen erst zu ihrer peripherischen Endigung geführt. 



Siebenter Abschnitt. 

Vom Nervus hypoglossus. 

a. Vom Ursprung desselben. 

Der Hypoglossus zeigt sich bei den Sauriern sehr beständig in der Form 
seiner Wurzeln. Niemals wird er, wie bei den nackten Amphibien, ausschliess- 
lich durch Zweige der Spinalnerven zusammengesetzt, niemals wird er ferner, 
wie bei vielen höheren Thieren, lediglich aus eigentlichen Hirnwurzeln gebildet, 
sondern immer tragen sowohl besondere Hirnwurzeln, als auch Zweige der Hals- 
nerven zu seiner Bildung bei. Die Krokodile dagegen nähern sich auch hier 
wieder mehr der Form der höheren Wirbelthiere, sofern die beiden, den Hypo- 
glossus bildenden Hirnwurzeln keinerlei Verstärkungszweige von Spinalnerven 
erhalten. Was übrigens die letzteren bei den Sauriern betrifft, so tragen höch- 
stens die beiden ersten Halsnerven zur Bildung des Hypoglossus bei, werden 
aber dann durch die ihm zugesandten starken Aeste fast ganz consumirt, — nur 
einzelne Zweige in die oberen und unteren geraden Kopfmuskeln gehen ausserdem 
noch aus ihnen hervor. 

Diese beiden verschiedenartigen Elemente (Hirnwurzeln und Zweige von 
Spinalnerven), zeigen indessen bei den Sauriern sehr mannigfache Formen. Bald 
ist nur eine Hirnwurzel vorhanden (Salvator nigropunctatus, Euprepes Sebae), 
bald werden deren zwei beobachtet (Lacerta ocellata, Iguana tuberculata, Varanus 
Bengalensis, Istiurus Amboinensis, Agama spinosa), ja bei Platydactylus guttatus 
ist ihre Zahl sogar auf drei erhöht. — Bei einigen Formen finden sich ferner 
nur Verstärkungen vom ersten Halsnerven (Lacerta, Istiurus, Euprepes, Agama, 
Platydactylus), bei anderen trägt auch der zweite mit zur Bildung des Hypoglossus 
bei (Varanus, Salvator, Iguana). 



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Immer entspringen die Hirnwurzeln des Hypoglossus von der Grundfläche 
des verlängerten Markes nahe der Mittellinie (auf den Figuren mit h', h", h'" 
bezeichnet), lassen sich indessen nie bis zur letzteren selbst verfolgen. Wenn 
nicht der seltene Fall einer Verschmelzung mit dem Vagus vorkommt (Varanus 
Bengalensis)) so tritt jede dieser Hirnwurzeln durch ein besonderes feines Loch 
nahe dem Condylus occipitalis im Os occipitale laterale aus .dem Schädel. Auch 
die ersten beiden, zur Bildung des Hypoglossus beitragenden Halsnerven besitzen 
in der Regel nur untere (im Bellschen Sinne vordere), keine obere (hintere) 
Wurzeln, und zeigen kein Ganglion. Nur eine schwache Andeutung des letzteren 
und einer oberen Wurzel findet sich bisweilen beim zweiten Halsnerven. Der 
dritte Halsnerv dagegen, der einen viel ausgedehnteren Verbreitungsbezirk besitzt, 
sofern er sich nicht bloss in den tiefen, sondern auch in den oberflächlichen 
Halsmuskeln und in der Haut des Halses ausbreitet, hat immer eine sehr deut- 
liche untere und obere Wurzel, und, analog den übrigen Spinalnerven, ein deut- 
liches Ganglion. 

Die grösste Zahl verbunden mit der grössten Freiheit der Wurzeln des Hypoglossus findet 
sich bei Iguana tuberculata (Taf. II, fig. 3). Hier sind vier Wurzeln vorhanden, von denen sich 
keine mit dem Vagus verbindet. Die beiden ersten sind eigentliche Hirnwurzeln (h' und h"), die 
dritte und vierte werden durch Zweige des ersten und zweiten Halsnerven gebildet (k' und k"). 
Die beiden Hirnwurzeln entspringen beinahe in gleicher Höhe mit den mittelsten der fächerförmig 
zusammenstrahlenden Wurzeln des Vagus von der Grundfläche des verlängerten Marks. Sie treten 
schräg nach unten und hinten, jede durch ein besonderes Loch im Occipitale laterale aus dem 
Schädel. Die Oeffnung der vorderen, dünneren (h') liegt etwas weiter nach innen als die der 
hinteren, stärkeren Wurzel (h"), — beide in gleicher Höhe in einer schmalen Knochenleiste an 
der genannten Schädelparthie. — Bald nach ihrem Austritt vereinigen sie sich zu dem vorderen 
Hauptstamm des Hypoglossus (h), der nach Abgabe eines starken in den Halstheil des Sympathicus 
eintretenden Fadens sich von aussen und vorn her um die vorderen geraden Kopfmuskeln nach 
hinten schlägt, um, sich mit dem durch die beiden ersten Halsnerven gebildeten hinteren Haupt- 
stamm (k) des Hypoglossus zu verbinden. — Zur Bildung dieses letzteren werden die beiden 
ersten Halsnerven fast ganz verwandt, — nur feine Zweige treten aus ihnen noch in die unteren 
graden Kopfmuskeln aus. 

Auch Varanus Bengulmsis hat zwei Hirnwurzeln des Hypoglossus, — starke Zweige der 
beiden ersten Halsnerven senden demselben fernere Elemente zu (vgl. Taf. II, fig. 2). Die erste 
Hirnwurzel (h*) verschmilzt schon innerhalb des Schädels mit der Wurzel des Vagus zu einem 
Stamm, trennt sich jedoch wieder (h) gleich nach dem Hervortritt des letzteren (v). Die zweite 
Hirnwurzel (h"), gleich hinter der vorigen von der Grundfläche des verlängerten Markes ent- 
springend, theilt sich gleich nach ihrem Hervortritt in zwei Zweige: Der eine verbindet sich mit 
einem nach vorn tretenden Zweige des ersten Halsnerven zu einem feinen Stamm (z), der sich 
im M. rectus capitis anterior ausbreitet. Der zweite (k') geht unter dem ersten Halsnerven durch 
nach hinten, und verbindet sich mit dem zweiten Halsnerven (14). Der erste Halsnerv (13) ent- 
sendet ausser zwei Aesten in die Nackenmuskeln einen Zweig (k"), der sich ebenfalls mit diesem 
zweiten Halsnerven verbindet. Letzterer endlich (14) nimmt die aus der zweiten Hirnwurzel (h") 
und dem ersten Halsnerven (13) stammenden Elemente auf, und bildet mit ihnen den zweiten 

9* 



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Hauptstamm (k), der dem ersten vom Vagus abgehenden Hauptstamme (h) an Stärke fast gleich- 
kommt. Er vereinigt sich indessen mit demselben nicht völlig, sondern sendet ihm nur zwei 
Verstärkungszweige (w) zu , selbst als R. descendens Hypoglossi (d) nach aussen und hinten 
verlaufend. 

Bei Platydactylus guttatus ist die Zahl der Hirnwurzeln noch um eine vermehrt, dafür die 
Zahl der Halsnervenzweige um einen vermindert. Es finden sich nämlich drei eigentliche Hirn- 
wurzeln (Taf. III, fig. 3, h', h", h'"), und nur der erste Halsnerv (13) trägt durch einen beträcht- 
lichen Zweig zur Bildung des Hypoglossus bei. Jede der drei ersten tritt durch eine besondere 
feine Oeffnung aus dem Schädel. Gleich ausserhalb des letzteren vereinigen sich die beiden ersten 
Hinwurzeln (h' und h") zu einem vorderen Hauptstamm (h), während die dritte sich mit dem 
ersten Halsnerven zu dem hinteren Hauptstamm (k) verbindet. Durch Verschmelzung beider 
Stämme wird der eigentliche Hypoglossus (h k) gebildet. 

Drei Wurzeln, nämlich zwei eigentliche Hirnwurzeln und einen Zweig des ersten Halsnerven, 
zeigt Lacerta ocellata (Taf. II, fig. 1). Die erste Hirnwurzel (h') bildet für sich den vorderen 
Hauptstamm (h) , der hintere (k) wird durch die zweite Hirnwurzel (h") und den Ast des ersten 
Halsnerven (13) gebildet. Alle drei Nerven entspringen von der Grundfläche des verlängerten 
Markes; die beiden Hirnwurzeln gehen jede durch ein besonderes Loch aus dem Schädel hervor. 

Dieselbe Zahl von Wurzeln (zwei Hirnwurzeln und einen Zweig des ersten Halsnerven) zeigt 
Euprepes Sebae: Auch hier bleibt die erste Hirnwurzel frei, und bildet für sich den vorderen 
Hauptstamm des Hypoglossus. Die zweite Hirnwurzel verbindet sich ausserhalb des Schädels mit 
einem Zweige des ersten Halsnerven zu dem hinteren Hauptstamm, der aber nicht ganz mit jenem 
vorderen verschmilzt, sondern (ähnlich wie bei Varanus) demselben einen beträchtlichen Ver- 
stärkungszweig zusendet, und dann sich als R. descendens verhält. 

Auch bei Salvator niyropunctatus ist dieselbe Zahl von Wurzeln (zwei Hirnwurzeln und ein 
Zweig des ersten Halsnerven), nur ihr Verhältniss unter einander und zum Vagus ist verschieden. — 
Die erste Hirnwurzel (Taf. I, fig. l,h') entspringt wie immer von der Grundfläche des verlängerten 
Markes, nahe der Mittellinie. Sie ist schräg nach vorn und aussen gerichtet, und tritt durch ein 
besonderes Loch nahe dem Cöndylus occipitalis aus dem Schädel, um unmittelbar ausserhalb des- 
selben mit dem Vagus (r) zu verschmelzen. Die zweite Hirnwurzel (h") entspringt dicht hinter 
der vorigen , ebenfalls von der Grundfläche des verlängerten Markes. Ihre Schädelöffnung liegt 
etwas weiter nach innen als diejenige der ersten Wurzel. Gleich nach ihrem Austritt giebt sie 
einen Zweig ab, der sich mit einem Zweige des ersten Halsnerven zu einem kurzen, in die oberen 
Nackenmuskeln gehenden Nerven vereinigt, und läuft dann nach hinten, dem vereinigten Stamme 
von Vagus und erster Hirnwnrzel dicht anliegend, um ebenfalls in diesen Stamm einzumünden, 
unmittelbar nachdem derselbe den R.- communicans internus (i), aus dem Ganglion petrosum 
(eigentlich aus dem R. palatinus) stammend, aufgenommen hat. — Der erste Halsnerv 
endlich (13), zwischen Cöndylus occipitalis und Atlas hervorgetreten, giebt einen Zweig nach 
vorn, der sich mit dem eben erwähnten Zweige der zweiten Hirnwurzel zu einem kurzen, in 
die oberen Nackenmuskeln gehenden Nervenstamm (z) vereinigt. Der Rest des Nerven geht 
schräg nach aussen und hinten, giebt noch einen feinen Zweig in die unteren Nackenmuskeln 
un<l senkt sich nun, der zweiten Hirnwurzel des Hypoglossus an Stärke gleich, in den vereinigten 
Stamm ein, welcher letzterer, wie oben erwähnt, ausserdem noch die Elemente des Vagus, 
einen Theil des Accessorius und den Sympathicus enthält. — Unmittelbar nach Aufnahme der 
zweiten Hirnwurzel und des ersten Halsnerven theilt sich dieser wiederum in zwei Stämme, 
von denen der eine (h) alle Elemente des Hypoglossus enthält, während der andere (vs) sich bald 
in den Vagus und den Hatestamm des Sympathicus theilt. 



— 69 — 

Auch bei Istiurus Amboinensis wird der Hypoglossus durch zwei Hirnwurzeln und einen 
Zweig des ersten Halsnerven gebildet. Die erste Hirnwurzel (Taf. III, fig. 1, h') hat keine beson- 
dere Schädelöffnung, sondern, von der Grundfläche des verlängerten Markes in gewöhnlicher 
Weise entsprungen, tritt sie mit der Wurzel des Vagus aus einer gemeinschaftlichen Oeffnung 
hervor, ohne jedoch, wie bei Varanus, mit jener zu verschmelzen. Gleich nach ihrem Austritt 
wendet sie sich hinter dem Ganglion des Vagus (E) fort, und verschmilzt vollständig mit der 
zweiten Hirnwurzel. Diese (h") entspringt wie jene vor der Grundfläche des verlängerten Markes, 
aber eine ziemliche Strecke weiter nach hinten, so dass ihre Fasern im Schädel schräg nach vorn 
aufsteigen müssen, um die für sie hart am Condylus occipitalis gelegene Schädelöffnung zu 
gewinnen. Auch sie wendet sich nach ihrem Hervortritt schräg nach hinten und aussen und ver- 
schmilzt mit der ersten Hirnwurzel zu dem eigentlichen Stamm des Hypoglossus (h). — Der 
erste Halsnerv, ganz wie die Hirnwurzel mit einfacher vorderer Wurzel entspringend (13), giebt 
nach seinem Austritt (zwischen Hinterhauptsbein und Atlas) einen Zweig an den vorderen geraden 
Kopfmuskel, und legt sich, weiter nach aussen verlaufend, an den aus den beiden Hirnwurzeln 
gebildeten Stamm an, und empfängt von ihm, ohne vollständig mit ihm zu verschmelzen, zwei 
äusserst feine Nervenzweige (w). An der Stelle ihrer Aufnahme entlässt er einen feinen Nerven- 
faden nach hinten (z') , der sich in der Gegend des dritten Halsnerven wieder in zwei schwache 
Fäden theilt, von denen der eine mit einem Zweige dieses Nerven zu einer Schlinge zusammen- 
tritt, während der andere mit dem Halsstamm des Sympathicus verschmilzt. — Nach Abgabe 
dieses Fadens verfolgt unser Nerv seinen Weg nach aussen, und verhält sich" als R. descendens 
Hypoglossi (d), indem er zwischen die Mm. sternohyoideus und omohyoideus tritt und in ihnen 
sich ausbreitet. 

Auch bei Agama spinosa findet sich dieselbe Zahl von Wurzeln (Taf. III, fig. 2). Die erste 
Hirnwurzel (h'), getrennt vom Vagus aus dem Schädel tretend, verschmilzt bald mit dem letzteren 
zu einem Stamme (hv), aus welchem die ihr angehörigen Elemente als kurzer Verstärkungszweig 
(h) an den hinteren Hauptstamm des Hypoglossus (gebildet aus der zweiten Hirnwurzel [h"] und 
dem ersten Halsnerven [13]) treten. Dieser, so verstärkt, nimmt bald nachher auch noch den 
Glossopharyngeus (gl) auf, und verfolgt dann seinen Weg nach aussen und unten. 

Am kleinsten ist die Zahl der zur Bildung des Hypoglossus zusammentretenden Nerven- 
stämme bei Chamaeleo vulgaris. Hier existirt nur eine Hirnwurzel , welche ausserdem nur vom 
ersten Halsnerven zwei schwache Verstärkungszweige erhält. — Die Hirnwurzel (Taf. II, fig. 4, h) 
entspringt, wie immer, von der Grundfläche des verlängerten Marks, aber weiter von der Mittel- 
linie entfernt, als bei den übrigen Eidechsen, tritt durch eine besondere Oeffnung aus dem Schädel, 
und mündet von innen her in den Stamm des Vagus da ein, wo dieser seinen starken Zweig (1) 
an das Ganglion petrosum entlässt. Vor ihrer Einsenkung in den Vagus empfängt dieselbe jedoch 
noch zwei feine Verstärkungszweige von dem ebenfalls an dem seitlichen Theil der Grundfläche 
entspringenden, und kein Ganglion zeigenden ersten Halsnerven (13). 

Letzterer entlässt gleich nach seinem Hervortritt fünf feine Nerven: 

1) und 2) Die beiden ersten sind die beiden eben erwähnten Verstärkungszweige an die 
Hirnwurzel des Hypoglossus. 

3) und 4) Zwei dieser Nerven vertheilen sich an die unteren geraden Kopfmuskeln. 

5) Der fünfte (Taf. III, fig. 6, z) läuft unter den Wirbelkörpern der zwei ersten Halswirbel 
nach hinten, empfängt eine. Verstärkung vom dritten Halsnerven, und wird so zu einem feinen 
Stamm (Taf. III, fig. 6, z') , der sich theils in den unteren Nackenmuskeln vertheilt, theils den 
später zu erwähnenden tiefen Halsstamm des Sympathicus bildet. — 

Die auf die eben angegebene Weise verstärkte Hirnwurzel des Hypoglossus mündet mit der 
Wurzel des Vagus (10) zu einem kurzen, aber starken Nervenstamm zusammen, der dem Ganglion 



— 70 — 

petrosum (D) einen Verstärkungsast giebt (1), dann hinter diesem Ganglion nach aussen läuft, 
und sich sehr bald in zwei Stämme theilt, deren stärkerer (hg) nach Aufnahme eines kurzen 
Verstärkungsastes aus dem Ganglion petrosum sich als vereinigter Stamm von Glossopharyngeus 
und Hypoglossus zu erkennen giebt. 

So ist es bei den Sauriern. Bei den Krokodilen fehlen dagegen die Verstärkungszweige von 
den Halsnerven gänzlich, und nur Hirnwurzeln sind vorhanden. Von diesen mündet die erste bei 
Crocodilus biporcatus in das grosse Ganglion der hinteren Hirnnerven ein (Taf. 111, fig. 5, h'), 
während die zweite (h") bei demselben vorbeigeht, und mit einem aus dem Ganglion hervorgehen- 
den Nerven (jener ersten Hirnwurzel entsprechend) den Stamm des Hypoglossus (h) bildet. — Bei 
Crocodilus acutus mündet auch die erste Hirnwurzel nicht in das Ganglion ein, sondern geht an 
der hinteren Seite desselben vorbei, nur an einem Punkte damit verwachsend. — 

b. Vom Verhalten des Hypoglossus zu anderen Hirnnerven. 

Die Fälle, wo der Hypoglossus mit anderen Hirnnerven (Vagus und Glosso- 
pharyngeus) innigere Verbindungen eingeht, sind theils bei Gelegenheit der 
letzteren , theils bei der Schilderung der Wurzelverhältnisse des Hypoglossus 
selbst erörtert worden, so dass es hier nur einer kurzen Recapitulation bedarf. 

Vollkommen von den übrigen Hirnnerven frei verläuft der Hypoglossus bei 
Iguana tuberculata, Lacerta occellata, Euprepes Sebae, Platydactylus guttatus. Nur 
durch feine Fäden steht derselbe hier sehr beständig mit dem Halstheil des 
Sympathicus in Verbindung. 

Der Glossopharyngeus verschmilzt mit dem Hypoglossus bei Istiurus 
Amboinensis , Agama spinosa und Chamaeleo vulgaris. Diese Verschmelzung erfolgt 
nie innerhalb des Schädels, sondern immer erst, nachdem der Glossopharyngeus 
sein Ganglion petrosum gebildet. 

Eine völlige Vereinigung mit dem Vagus ausserhalb des Schädels erfolgt 
bei Salvator nigropunctatus. Nur theilweise (mit der ersten Hirnwurzel) ver- 
schmilzt der Hypoglossus mit dem Vagus schon innerhalb der Schädelhöhle bei 
Varanus Benqalensis. 

Mit beiden Nerven endlich (Glossopharyngeus und Vagus) verbindet sich 
derselbe zu einem gemeinschaftlichen Stamm bei Salvator Merianae. 

Bei den Krokodilen bleibt der eigentliche Stamm des Hypoglossus frei, — 
nur das ist zu bemerken, dass er, wenigstens theilweise, wie vorhin erwähnt 
ist, aus dem gemeinschaftlichen Wurzelganglion der hinteren Hirnnerven ent- 
springt, und in seinem Verlaufe durch Verstärkungszweige an den Glossopharyn- 
geus mit diesem verbunden ist. 

Dass indessen sehr häufig die letzten Endzweige des Hypoglossus mit 
feinen Aesten vom R. lingualis Trigemini communiciren, und meist mit diesem 
zusammen in die Zunge dringen, wird später näher erörtert werden. 



— 71 — 

c. Vom Verlaufe des Hypoglossus im Allgemeinen. 
Meist nur eine kurze Strecke verläuft der Hypoglossus mit Vagus und Hals- 
theil des Sympathicus längs des Halses nach hinten. In der Regel trennt er 
sich von denselben schon gleich nach Aufnahme seines zweiten, meist aus 
Zweigen der beiden ersten Halsnerven gebildeten, Hauptstammes, um sich über 
und ausserhalb des Vagus und des sympathischen Halstheiles fortzuschlagen, 
und nach Abgabe seines R. descendens an die hintere Spitze des hinteren 
Zungenbeinhorns heranzutreten. Dieser R. descendens geht beständig nach aussen 
und hinten, tritt zwischen die M. omohyoideus und sternohyoideus, und breitet 
sich in denselben aus. Nach seiner Abgabe wendet sich der eigentliche Haupt- 
stamm des Hypoglossus nach vorn, um die Spitze des Zungenbeinhorns herum, 
eine schräge Richtung nach innen beibehaltend, und beständig über den M. 
mylohyoideus und g'eniohyoideus verlaufend. Letzterer Muskel sowohl, als 
auch der M. hyomaxillaris, wenn er vorhanden ist, erhält Zweige. Nach ihrer 
Abgabe tritt der Stamm von aussen und von unten her an den M. hyoglossus, 
um sich hier in mehrere Zweige zu theilen. Einige dringen in diesen Muskel 
ein, um sich theils in ihm zu verzweigen, theils zwischen seinen Fasern bis in 
die Zunge zu verlaufen; andere wenden sich nach aussen, um ausserhalb des 
M. lingualis mit dem R. lingualis Trigemini sich zu verbinden, — während die 
letzten Endzweige nach vorn gehen, und in dem M. genioglossus endigen. . 

d. Von der Verzweigung des Hypoglossus im Besonderen. 

1) Vom Ramus descendens. 
Welche der drei oder vier Wurzeln des Hypoglossus zu der Bildung jedes 
der eben aufgezählten Zweige beitragen, lässt sich auf anatomischem Wege mit 
Sicherheit nur für den R. descendens ermitteln, dessen bei allen Sauriern gleicher 
Verlauf eben angegeben wurde. Für die übrigen Aeste des Zungenfleischnerven 
würde dieselbe Frage sich nur durch Reizungsversuche an lebenden Thieren 
entscheiden lassen. 

Bei Lacerta ocellata, Iguana tuberculata, Salvator Merianae, Salvator nigro- 
punctatus, Platydactyhis guttatus, Agama spinosa und Chamaeleo vulgaris erscheint 
der R. descendens als wirklicher Ast des Hypoglossus. Bei Varanus Bengalensis, 
Euprepes Sebae und Istiurus Amboinensis hat er dagegen einen mehr selbstständigen 
Verlauf, aus dem sich ergiebt, dass die ersten (Hirn-) Wurzeln des Hypoglossus 
zu seiner Bildung nicht beitragen, seine Fasern vielmehr wohl ausschliesslich 
von den beiden mit dem letzteren verknüpften ersten Halsnerven abzuleiten sind. 

Bei Varanus Bengalensis (Taf. II, fig. 2) ist, wie vorhin schon erwähnt, die erste Hirnwur2el 
(h') mit dem Vagus verschmolzen, und trennt sich eben ausserhalb des Schädels von demselben, 
um als vorderer Hauptstamm des Hypoglossus (h) zu verlaufen. Die zweite Hirnwurzel (h"), der 



— 72 — 

Zweig vom ersten (13) und derjenige vom zweiten Halsnerven (14) bilden einen eigenen zweiten 
Stamm (k), der sich zwar dicht an den ersten anlegt, und ihm bei dessen Biegung nach innen 
zwei beträchtliche Verstärkungszweige (w) giebt, aber doch seinen gesonderten Verlauf beibehält, 
und als R. descendens (d) sich nach hinten zwischen die Mm. sternohyoideus und omohyoideus 
schlägt, um in diesen beiden zu endigen. 

Vollkommen auf dieselbe Weise verhält sich Euprepes Sebae, wo statt der beiden Verstärkungs- 
zweige aus dem zweiten Stamm in den ersten nur ein einziger, aber sehr beträchtlicher vor- 
handen ist. 

Da in diesen beiden Fällen der zweite als R. descendens verlaufende Stamm des Hypoglossus 
nur von der zweiten Hirnwurzel und von Zweigen der ersten Halsnerven gebildet wird, so folgt, 
dass wenigstens die erste Hirnwurzel von der Bildung des R. descendens ausgeschlossen ist. 

Es lässt sich dasselbe aber auch für die zweite Hirnwurzel beweisen. Bei Istiurus Am- 
boinensis (Taf. III, fig. 1) bilden die beiden Hirnwurzeln (h' und h") allein den eigentlichen 
(vorderen) Hauptstamm des Hypoglossus (h). Der erste Halsnerv (13) dagegen steht mit den 
beiden Hirnwurzeln nur durch zwei ungemein feine Fäden (w) in Verbindung, und verhält sich 
sonst ganz frei, — nach aussen als eigentlicher R. descendens zwischen die Mm. omohyoideus 
und sternohyoideus tretend, und in ihnen sich verbreitend. 

Namentlich aus der letzten Bildung folgt, dass der Beitrag, den die Halsnerven zur Bildung 
des Hypoglossus liefern, hauptsächlich in den Fasern besteht, die durch Vermittelung des R. 
descendens an die Brustbein- und Schulterblatt-Zungenbeinmuskel geführt werden. 

2) Von dem vorderen otler Hauptstamm des Hypoglossus. 
Nach Abgabe seines R. descendens zeigt der Hypoglossus fast bei allen 
Sauriern dieselbe Form. Abweichungen von dem oben angegebenen Verlauf 
finden sich nur, wo eine abweichende Bildung der Zungenbein- und Zungen- 
Muskeln vorkommt. 

Bei Salvator Merianae entsteht, wie oben erwähnt, der Hypoglossus, der hier auch noch 
den Glossopharyngeus enthält, als der stärkere der beiden Hauptzweige (Taf. III, fig. 4, hg), in 
die sich der vereinigte Stamm der hinteren Hirnnerven (F) theilt. (Der zweite schwächere Theil 
[vs] enthält den Vagus und den Halsstamm des Sympathicus [v und s]). Er krümmt sich inner- 
halb des M. cucullaris und bedeckt von diesem Muskel nach aussen, und theilt sich in der Gegend 
der hinteren Spitze des hinteren Zungenbeinhorns in drei Zweige: 

a) Der dritte derselben ist der erstbeschriebene, R. descendens; 

6) der zweite, schwächer als der vorige, ist der oben erörterte, hier als Ast des Hypo- 
glossus erscheinende Glossopharyngeus, der, wie ebenfalls oben gesagt, hier zugleich den N. Iaryngeus 
superior nervi vagi enthält ; 

c) der erste, stärkste (noch einmal so stark als a und b zusammengenommen), tritt über 
die hintere, nach aussen gekrümmte Spitze des vorderen Zungenbeinhorns nach innen an die 
äussere Seite des walzenförmigen M. hyoglossus heran *), und biegt mit ihm nach vorn um. Vor 
dieser Biegung giebt er einen starken Zweig an den unter ihm liegenden Geniohyoideus, nach 
derselben theilt er sich in zwei Zweige: 



*) Bei den Spaltzünglern hat der M. hyoglossus eine walzenförmige Gestall. Bei ihnen ist der 
hintere Ansatzpunkt des M. genioglossus nicht die Zungenwurzel selbst, sondern derselbe setzt 
sich sehr weil nach hinten über die Fasern des M. hyoglossus fort, so dass auch er beinahe 
die Spitze des hinteren Zungenbeinhorns erreicht. Der Hyoglossus spielt alsdann , in dem ihn 
umgebenden Genioglossus wie iu eiuer Scheide. 



— 73 — 

a) Der dünnere liegt der unteren Fläche der vereinigten Hyoglossus und Genioglossus hart 
an, und folgt denselben bis zur vorderen Ausbreitung des an den Unterkieferrand sich festsetzenden 
Genioglossus, wo er sich in diesem verzweigt. 

ß) Der Hauptstamm giebt, nahe seiner Biegung, nach vorn noch einen Zweig ab, etwas 
stärker als a, der sich um die Mm. Genioglossus und Hyoglossus nach innen schlägt, und über 
ihn fort tritt, um mit dem Hauptstamm selbst in den letzteren Muskel einzudringen, und nach 
Abgabe von Zweigen an denselben, zwischen dessen Fasern bis in die Zunge zu verlaufen. 

Eine Schlingenbildung von Endzweigen des Hypoglossus mit Endzweigen des R. lingualis 
Trigemini, ward nicht beobachtet. 

Auch bei Agama spinosa enthält der Hypoglossus den Glossopharyngeus und den mit letzterem 
verbundenen Laryngeus superior. Der Verlauf des Nerven zeigt keine wesentliche Abweichung. 
Nach Abgabe des Glossopharyngeus tritt der Stamm durch die Fasern des M. hyoglossus und 
des darunter liegenden Geniohyoideus nahe bei deren Insertion am hinteren Zungenbeinhorn nach 
unten , um unter letzterem Muskel , zwischen ihm und dem M. mylohyoideus nach vorn zu ver- 
laufen. Eben unter diesem Muskel angelangt, dem er zahlreiche Fäden giebt, theilt er sich in 
drei Zweige: 

a) Der mittlere, schwächste, dringt von unten her in den M. hyoglossus ein, und endigt 
in ihm. 

ß) Der äussere, noch einmal so stark, als jener, geht unter dem M. hyoglossus gerade aus 
nach vorn, legt sich dicht an den R. lingualis Trigemini an, ohne jedoch mit ihm zu verschmelzen, 
und geht nach vorn in den M. genioglossus, in welchem er sich ausbreitet. 

y) Der innere, stärkste, schlängelt sich unter vielfachen Windungen zwischen den Fasern 
des M. hyoglossus nach vorn , und verschmilzt an dem vorderen Dritttheil des Unterkiefers mit 
dem Zungenast des Trigeminus. Aus dieser Verbindung entstehen zwei Nerven von ungleicher 
Stärke, welche beide von der Seite her in die Zunge eindringen. 

Auch bei Istiurus Amboinensis verbindet sich der durch einen Zweig des Vagus (dem Kehl- 
kopfszweige entsprechend) verstärkte Glossopharyngeus mit dem Hypoglossus , doch unterscheidet 
sich diese Art von der vorigen durch den oben erörterten selbstständigen Verlauf des R. descendens. 
Nachdem der Hypoglossus an seiner Biegungsstelle den Glossopharyngeus wieder entlassen, tritt 
er von der Seite her zwischen die Fasern des Geniohyoideus , giebt demselben mehrere Zweige, 
und geht alsdann durch diesen Muskel nach oben an den über demselben liegenden M. hyoglossus, 
um sich hier in zwei Nerven zu theilen. Der stärkste dringt in den Hyoglossus ein, giebt ihm 
Zweige, und verläuft zwischen seinen Fasern bis zur Zunge. Der schwächere läuft ebenfalls 
zwischen den Fasern des M. hyoglossus nach vorn, nimmt den R. lingualis Trigemini vollständig 
auf, entsendet dann mehrere von der Seite her in die Zunge eindringende Zweige, und endigt 
vorn im M. genioglossus. 

Von Platydactylns guttatus giebt Vogt ebenfalls eine Verschmelzung von Glossopharyngeus 
und Hypoglossus an. Ich finde diese Bildung an meinem Exemplar nicht, wo vielmehr der erstere 
in seinem ganzen Verlauf von dem letzteren getrennt bleibt. Die Verzweigung des Hypoglossus 
ist ganz dieselbe wie bei den übrigen Eidechsen. Einige seiner letzten Endzweige vereinigen sich 
mit Zweigen des R. lingualis Trigemini geflechtartig. Aus diesem Geflecht geht ein stärkerer 
und mehrere schwächere Nerven hervor, die sich von der Seite her in die Zunge einsenken. 

Auch bei Salvator nigropunctatus nimmt der Hypoglossus den Glossopharyngeus nicht auf, 
entlässt daher auch später nicht die demselben und dem Laryngeus superior entsprechenden 
Zweige, wie bei Salvator Merianae. Sonst ganz derselbe Verlauf wie bei dieser Art. Eine Ver- 
bindung seiner Endzweige mit Aesten des Trigeminus ward nicht beobachtet. 

10 



— 74 — 

Das eigen thümli che Verhalten des R. descendens bei Vnranus Bengalensis ist oben erwähnt. 
Mit Ausnahme dieser Abweichung stimmt das übrige Verhalten des Hypoglossus ganz mit dem 
der anderen Eidechsen überein. Einer seiner letzten Endzweige bildet mit einem Zweige des R. 
lingualis Trigemini eine deutliche Schlinge. 

Auch bei Iguana tuberculata findet sich keine wesentliche Abweichung. Sehr entwickelt ist 
hier das feine Geflecht zwischen den letzten Zweigen des Hypoglossus und des Zungenastes des 
Trigeminus. In den Maschen dieses Geflechtes wurden sogar kleine Ganglien beobachtet. 

Euprepes Sebae wiederholt die eigenthümliche Form des R. descendens von Varanus Benga- 
lensis, zeigt aber sonst vollkommen die oben angegebene Verzweigung. 

(Ueber die specielle Form der hier angegebenen Verbindungen mit Endästen des Trigeminus 
vergleiche oben pg. 22 ff.) 

Von dieser Form des Hypoglossus bei den Eidechsen zeigt diejenige der 
Krokodile mehrere wesentliche Unterschiede. Einer derselben, dass nämlich seine 
Wurzeln nur Gehirnwurzeln sind, und keine Verstärkungen von Spinalnerven 
erhalten, ward schon früher hervorgehoben (pg. 70). Ferner fehlt den Kroko- 
dilen der Form nach ein eigentlicher R. descendens, obgleich auch hier der 
Brust -Zungenbeinmuskel vom Hypoglossus seinen Nerven erhält. Endlich ist 
beständig das letzte Ende des Zungenfleischnerven der einen Seite durch eine 
(von Vogt entdeckte) Schlinge mit demjenigen der anderen Seite verbunden. 

Alligator punctulatus zeigt folgende Form: Der Nerv steigt, wie gewöhnlich, hinter der 
Unterkieferecke nach unten ausserhalb des M. sternohyoideus*) und des M. coracohyoideus**), 
tritt über den M. sternomaxillaris***), und theilt sich hier in drei Aeste: 

a) Der mittlere, schwächste, geht in den M. sternomaxillaris und endigt in ihm. 

6) Der innere, stärkere, giebt ebenfalls noch einzelne Fäden an den genannten Muskel, geht 
dann zwischen diesem und dem M. coracohyoideus nach innen, und breitet sich in dem letzteren 
und im M. sternohyoideus aus. (Dieser Nerv würde, seiner Ausbreitung nach, dem R. descendens 
der Saurier analog sein.) 

c) Der äussere, stärkste dieser drei Nerven, läuft über dem M. sternomaxillaris, zwischen 
ihm und dem darüberliegenden Coracohyoideus nach vorn , und giebt in der Gegend des hinteren 
Zungenbeinhorns, um welches er sich herumschlingt, zwei Zweige ab; 

a) einen Ast in die vordere Parthie des M. hyomaxillaris f); 

ß) einen anderen in die vordere Parthie des M. sternomaxillaris. 
Nach ihrer Abgabe theilt sich der Rest des Nerven c in zwei gleich starke Zweige: 

aa) Der eine derselben dringt von aussen und unten her in den M. hyoglossus ff) ein, und 
breitet sich darin aus. 



*) Vom Manubrium sterni als schmaler langer Muskel nach vorn an den hinteren Rand der schild- 
förmigen Erweiterung des Zungenbeinkörpers. 
**) Vom Os coracoideum an den hinteren und unteren Rand des hinteren Zungenbeinhorns. 
***) Vom Brustbein nach vorn und dann schräg nach aussen, setzt sich an den inneren Rand des 
letzten Drittheils des Unterkiefers. Er läuft ausserhalb vom Coracohyoideus und Sternohyoideus, 
beide theilweise von nnlen her bedeckend, 
f) Vom vorderen Rand des hinteren Zungenbeinhorns schräg nach vorn und aussen an den inneren 
Rand des letzten Drittheils des Unterkiefers, 
ff) Ein breiter Muskel vom vorderen Rand des hinteren Zungenbeinhorns nach vorn nnd innen 
an den Boden der Mundhöhle. Wird, von unten gesehen, vom Hyomaxillaris und Genioglossns 
bedeckt, nur die mittlere Parthie ist frei. 



— 75 — 

ßß) Der zweite geht weiter, unter dem Hyoglossus und parallel mit dessen Fasern schräg 
nach vorn und innen verlaufend; er tritt endlich über den IM. genioglossus *), und bildet 
hier mit dem entsprechenden Nerven der anderen Seite eine Xförmige Schlinge, aus 
welcher feine Fäden in den letztgenannten Muskel hervorgehen. 
Bei Crocodilus biporcatus wendet sich der Hypoglossus gleich vom Ganglion, aus nach vorn, 
tritt über den Laryngopharyngeus und Glossopharyngeus fort, biegt sich mit dem letzteren zugleich 
nach vorn, indem er an dessen äusserer Seite verläuft, und giebt in der Gegend der hinteren 
Ecke des hinteren Zungenbeinhorns, über welche er sich zugleich mit dem Glossopharyngeus 
herumschlägt, einen, und bald darauf noch zwei neue Zweige in den vorderen Theil des langen 
und schmalen M. sternomaxillaris, und theilt sich, am M. hyomaxillaris angelangt, in zwei Zweige: 
a) Der schwächere tritt mit einem Aste des Glossopharyngeus zu einem in den Mm. Hyo- 
glossus und Genioglossus sich ausbreitenden Zweige zusammen. 

6) Der stärkere läuft weiter schräg nach innen und vorn bis zu dem Punkt, wo die Fasern 
des Hyoglossus sich an dem Boden der Mundhöhle befestigen. Hier bildet er eine Hförmige 
Schlinge mit dem Nerven der anderen Seite , aus welcher da , wo der Nerv jeder Seite zu der 
Bildung derselben nach innen einlenkt, ein Zweig nach vorn und aussen an den Boden der 
Mundhöhle und an den M. genioglossus geht. — Es muss noch bemerkt werden, dass einzelne 
dieser, an dem Boden der Mundhöhle sich verbreitenden Fäden mit den letzten Endzweigen des 
Alveolaris inferior nervi Trigemini ein feines Geflecht bilden. 

Crocodilus acutus zeigt keinen Verstärkungszweig des Hypoglossus an den Glossopharyngeus, 
weicht aber sonst nicht wesentlich von der vorigen Form ab. 



Achter Abschnitt. 

Vom Sympathicus. 

Die Entwickelung sympathischer Nervenverbindungen ist bei den Sauriern 
sehr beträchtlich, wenn es bis jetzt auch nicht möglich war, eine Theilnahme 
sämmtlicher Nerven an denselben nachzuweisen. Ich wage nicht zu behaupten, 
dass einer der drei Augenmuskelnerven an diesen sympathischen Schlingen Theil 
nimmt, obgleich Vogt dies, wenigstens vom Abducens, mit Entschiedenheit 
behauptet. Mit Ausnahme des letzteren stehen aber vom Trigeminus abwärts 
alle Gehirnnerven unter einander und mit den eigentlichen Spinalnerven durch 
eigentümliche Schlingen in Verbindung. Fassen wir die Summe dieser Schlingen, 
ohne vorläufig auf die Frage nach der Selbstständigkeit eines sympathischen 
Systems einzugehen, unter dem Namen des Sympathicus zusammen, so zeigt 
derselbe eine, von der Form der warmblüthigen Wirbelthiere in manchen Punkten 
abweichende Gestalt. 



") Ein schmaler Muskel, mit schwach divergirenden Fasern, vom Boden der Mundhöhle, da, wo 
die Hyoglossi beider Seilen unter spitzem Winkel zusammentreten, gerade aus nach vorn, an 
den inneren Rand der Uuterkieferspitze ; er bedeckt von unten her die vordere Parthie der 
beiden Hyoglossi. 

10 * 



— 76 — 

Der Kopftheil zunächst besteht aus zwei grossen, bogenförmigen Schlingen. 
Die eine, welche man den oberflächlichen Kopftheil nennen könnte, erstreckt 
sich vom ersten und zweiten Ast des Trigeminus über die Aussenseite des 
Kopfes nach hinten an den hinteren Hauptstamm des Facialis, und geht von 
hier, meist durch Vermittelung des Ganglion petrosum, in den Halstheil über. 
Die zweite (der tiefe Kopftheil) geht vom zweiten Ast des Trigeminus unterhalb 
des Schädels an den vorderen Hauptstamm des Facialis (den K. palatinus), und 
geht von hier ebenfalls an das Ganglion petrosum. So wird meist dies Ganglion, 
das indessen einigen Sauriern fehlt, bei einigen anderen ausserhalb der Bahn 
der sympathischen Stämme liegt, der Sammelpunkt der beiden Kopfstämme. 
Von ihm aus erstrecken sich in einem grossen Stamme, (wenn mehrere solche 
Stämme da sind, so sind sie geflechtartig unter einander verbunden) die sym- 
pathischen Fasern bis zum Armgeflecht, ohne dass diese Stämme mit den auf 
ihrem Wege liegenden Spinalnerven (mit Ausnahme der zur Bildung des Hypoglossus 
beitragenden beiden ersten Halsnerven) in Verbindung ständen, und ohne dass sie 
bis nahe zum Armgeflecht Spuren gangliöser Anschwellungen zeigten. Diese vom 
Ganglion petrosum bis zum Armgeflecht sich erstreckenden, unterwegs nicht 
unterbrochenen starken Schlingen, bilden denjenigen Theil desSympathicus, den man 
wegen seiner entfernten Lage von der Wirbelsäule den oberflächlichen Halstheil 
nennen könnte 1 '). Erst in der Gegend des Plexus brachialis liegen beständig an 
dem letzteren unmittelbar hinter einander mehrere platte, ovale, grosse Ganglien, 
welche mit den Armnerven in Verbindung stehen, und feine Fäden an die Ein- 
geweide der Brusthöhle ausstrahlen. — Ausser diesem oberflächlichen Halstheil, 
der mit den eigentlichen Halsnerven selbst in keiner Verbindung steht,, bilden 
noch die vorderen Zweige der letzteren gleich nach deren Austritt ein meist 
unter den Muskeln der Wirbelsäule verstecktes System von Schlingen, das man 
wegen dieser Lage den tiefen Halstheil nennen könnte. Auch der aus diesem 
letzteren zuweilen (Chamaeleo) hervorgehende einfache Stamm mündet, wo er 
vorhanden ist, in das erste der eben berührten Brustganglien am Armgeflechte 
ein. Wie das Ganglion petrosum oft für die beiden Kopftheile, so wird also 
dies Ganglion thoracicum primum der Sammelpunkt für die beiden Halstheile. 

Von den starken Ganglien am Armgeflecht abwärts nimmt die Entwicklung 
der bis hieher so bedeutenden sympathischen Schlingen ungemein ab. Von hier 
an liegt der ausserordentlich feine Grenzstrang den vorderen Zweigen der Spinal- 
nerven ziemlich nahe, und erinnert durch die Schlingen mit denselben an die 
Formen der höheren Thiere, von denen er sich jedoch durch den Mangel eigent- 



*) Nicht zu verwechseln mit Vogts Sympalhicus superficialis der Krokodile. Dieser gehört, wie 
Stannius bemerkt, nicht dem sympathischen System an. Wir haben ihn als R. descendeus 
nervi laryngopharyngei oben beschrieben. 



— 77 — 

licher Ganglien unterscheidet, die ihm bei jenen gerade die Gestalt einer Gan- 
glienkette geben. Schon an den vier bis fünf nächsten, auf das Armgeflecht 
folgenden Spinalnerven wird in der Regel dieser Grenzstrang so fein, dass es 
kaum möglich ist, ihn weiter zu verfolgen. 

Ausser diesen sympathischen Schlingen kommen bisweilen Zweige von Ge- 
hirnnerven vor, die ganz die Form und Verbreitung von Nerven haben, wie wir 
sie bei den sogenannten sympathischen Nervenzweigen zu finden gewohnt sind, 
die aber mit jenem System von Schlingen in durchaus keiner anderen Verbindung 
stehen, als dass sie als peripherische Endzweige desselben Nerven erscheinen, 
aus dem die beiden grossen sympathischen Kopfschlingen ihren Ursprung 
nehmen. Hieher gehört namentlich der (zuweilen gangliöse) Drüsenzweig vom 
zweiten Aste des Trigeminus, dessen specielle Formen oben (pg. 13, 14) abge- 
handelt worden sind. 

I. Vom Kopftheil des Sympathicus. 

1) Vom oberflächlichen Kopftheil. 

Der oberflächliche Kopftheil des Sympathicus besteht bei den Sauriern, wie 
oben bemerkt, constant aus zwei Schlingen. 

Die erste derselben entspringt beständig als feiner Nervenfaden aus dem 
zweiten Aste des Trigeminus, da, wo dieser hinter dem Auge seine Zweige für 
die Stirnhaut und die Augenlider, sowie seinen Drüsenast entlässt. Es ist der 
oben ausführlich abgehandelte Ramus recurrens ad nerv um facialem 
(pg. 10 ff). Dieser, der bisweilen einzelne Fäden aus dem ersten Aste des 
Trigeminus aufnimmt, steigt bis zur Stirn in die Höhe, wendet sich dann rück- 
wärts, gewöhnlich unter die Knochenleiste, die vom Scheitelbein bis zum Quer- 
fortsatz des Hinterhauptsbeins sich erstreckt, um unter derselben an der Seite 
der nach vorn verlaufenden Arteria temporo-muscularis (Boianus) nach hinten 
zu verlaufen, und, hinter dem Schädel abwärts steigend, sich in den hinteren 
Hauptstamm des Facialis gewöhnlich da einzusenken, wo dieser sich in die 
Chorda tympani und den Muskelast theilt. *) 

Vom hinteren Hauptstamm des Facialis, der bei den Sauriern gewisser- 
massen eine Station bildet auf dem Wege, den dieser äussere sympathische 
Bogen nach hinten verfolgt, setzt sich der letztere als der bei allen Sauriern, 
und, wie es scheint, auch bei den Schlangen vorhandene R. communicans 
externus nervi facialis cum Glossopharyngeo bis zum Glossopharyn- 
geus fort. (Auf den Abbildungen mit e bezeichnet). Entweder mündet er in 



*) Dieser, an seiner Eiumündungsstelle in den Facialis auf den Figuren der zweiten Tafel ange- 
deutete Nerv ist überall mit x bezeichnet. Auf den Umstand, dass von ihm, durch Vermittelung 
der Chorda tympani, wahrscheinlich auch sympathische Fasern an die Zunge gelangen, ist oben 
(pg. 36) hingewiesen worden. 



— 78 — 

das Ganglion petrosum desselben ein, (Iguana tubereulata, Salvator nigropunctatus, 
Chamaeleo vulgaris, lstiurus Amboinensis, linke Seite meines Exemplars von 
Lacerta ocellata), oder verbindet sich, ohne dasselbe zu berühren, direct mit 
dem Stamme des neunten Paares (Euprepes Sebae, Platydactylus guttatus, Agama 
spinosa, rechte Seite von Lacerta ocellata). Letzteres ist namentlich auch dann 
der Fall, wenn ein Ganglion petrosum ganz fehlt (Salvator Merianae, Varanus 
Bengalensis). 

Indem wir uns in Bezug auf die speciellen Formen dieser beiden Nerven 
auf unsere früheren ausführlichen Darstellungen beziehen, bleibt nur noch übrig 
zu beweisen, dass die durch dieselben hergestellte bogenförmige Schlinge 
zwischen Trigeminus und Glossopharyngeus wirklich eine der sogenannten sym- 
pathischen Schlingen ist. Der Beweis wird geliefert sein, wenn erstens gezeigt 
ist, dass der R. communicans externus nervi facialis cum Glossopharyngeo 
wirklich die Fortsetzung jenes R. recurrens nervi Trigemini ad nervum facialem 
ist, und wenn zweitens dargethan ist, dass der Ramus communicans nervi 
Facialis cum Glossopharyngeo sich vom Glossopharyngeus an in den Flalstheil 
des Sympathicus fortsetzt. 

Das erstere folgt aus der Bildung einzelner Eidechsen, bei denen ein directer 
Uebergang des R. recurrens Trigemini in den R. communicans nervi Facialis 
beobachtet wird. 

Bei Euprepes Sebae z. B. tritt, wie oben erinnert, der R. recurrens unter rechtem Winkel 
an die als Zweig .des hinteren Hauptstammes des Facialis auftretende Chorda tympani an, lässt 
sich von ihr ab als feine Nervenbrücke an den benachbarten Muskelast des Facialis verfolgen, 
den er, verstärkt, ebenfalls sogleich wieder verlässt, uni als R. communicans externus an den 
Glossopharyngeus sich anzulegen, und mit diesem zu verschmelzen. Mit Hülfe einer scharfen 
Loupe lässt sich der vom Trigeminus entsprungene Nerv über den hinteren Hauptstamm des 
Facialis fort, von dem er durch neue Fasern verstärkt wird, bis zum Glossopharyngeus als ein 
continuirlicher Nervenzug verfolgen. — Dass hiebei ausserdem wenigstens die Möglichkeit eines 
Ueberganges sympathischer Fasern an die Chorda tympani, und durch ihre Vermittelung an die 
Zunge zugegeben werden muss, ist oben erinnert. 

Als Beweis für den zweiten Theil unserer Behauptung, dass nämlich der 
R. communicans externus nervi facialis cum Glossopharyngeo sich in den Hals- 
theil des Sympathicus fortsetze, lassen sich die Formen von Platydactylus 
guttatus und Lacerta ocellata geltend machen. 

Bei dem ersteren verschmilzt dieser Nerv (Taf. III, fig. 3, e) nicht wie gewöhnlich mit dem 
Ganglion petrosum (D) , sondern kreuzt den eben aus diesem Ganglion hervorgetretenen Stamm 
des Glossopharyngeus (gl) unter rechtem Winkel, und setzt sich von ihm ab als einfacher (ober- 
flächlicher) Halsstamm des Sympathicus fort (s). — Bei einem Exemplar ferner von Lacerta ocellata 
habe ich eine Form dieses Nerven gefunden, die unsere Behauptung noch klarer beweist. Während 
nämlich der R. communicans internus nervi palatini cum Glossopharyngeo (Taf. II, fig. l,i), 
von dem gleich weiter die Rede sein wird, sich nicht mit dem Glossopharyngeus (9) verbindet, 



— 79 - 

sondern sich direct ins sympathische Halsgeflecht verfolgen lässt, mündet unser R. communicans 
extern us in der Regel in das Ganglion petrosum ein (rechte Seite der Figur, e'). Einmal 
glückte es mir, an der rechten Seite eines grossen Exemplars (linke Seite der Figur) diesen 
Verbindungszweig von einer anderen , sehr instructiven Form zu finden. Kaum aus dem hinteren 
Hauptstamm des Facialis (f) hervorgetreten, theilt er sich (e) in zwei feine Nerven, von denen 
einer durch eine Schlinge (ß) mit dem Vagus in Verbindung steht. Beide- vereinigen sich wieder 
in der Gegend des Ganglion petrosum (D) zu einem nach hinten verlaufenden Stamme , der aber 
nicht mit dem genannten Ganglion verschmilzt, sondern nur durch zwei Nervenzweige (d) mit 
ihm in Verbindung steht, und sich in seinem Verlauf nach hinten als einer der Hauptstämme (ee) 
erweist, aus denen hier der (oberflächliche) Halsstamm des Sympathicus (s) zusammengesetzt wird. 

Es schien passend, zuerst diejenigen Gründe anzuführen, die sich aus der 
Bildung der Saurier selbst für unsere Behauptung ergeben. Aus der Bildung 
anderer Reptilien lässt sich dieselbe ebenfalls bis zur Evidenz erweisen. 

Bei Chelonia Mydas , wo Bendz, wie erst erwähnt, zuerst diesen Nervenbogen auffand, 
wird von diesem Autor*) durchaus keine Verbindung mit dem Facialis, wie sie allen Sauriern 
eigen ist, beschrieben; der Nerv geht vielmehr vom zweiten Aste des Trigeminus in derselben 
Weise, wie bei den Sauriern, nach hinten, und setzt sich, nur unter Abgabe einiger Zweige an's 
Ganglion petrosum, iu den Sympathicus fort. — Aus dieser Bildung bei Chelonia ergiebt sich offen- 
bar nicht nur der erste Theil unserer Behauptung, dass der R. recurrens Trigemini ad Facialem 
und R. communicans externus nervi Facialis cum Glossopharyngeo ein und derselbe Nervenzug 
ist, bei den Sauriern nur unterbrochen von dem hinteren Hauptstamm des Facialis: es folgt auch 
zweitens daraus , dass diese bogenförmige Schlinge den eigentlichen sympathischen Schlingen 
angehört **). 

Auch bei den Krokodilen existirt diese vom Trigeminus an die hinteren Hirn- 
nerven gehende sympathische Schlinge, — auch hier kreuzt dieselbe die Fasern 
des hinteren Hauptstammes des Facialis, so dass sie, wie bei den Sauriern, 
eigentlich aus zwei Schlingen besteht: einer vorderen vom Trigeminus zum 
Facialis und einer hinteren vom Facialis zum Ganglion der hinteren Hirnnerven. 

Einen wesentlichen Unterschied zeigt der R. recurrens Trigemini hier (Crocodilus hiporcatus) 
insofern, als er nicht aus dem zweiten Aste des Trigeminus da abgeht, wo dieser hinter dem 
Auge sich theilt, sondern aus dem Ganglion des zweiten und dritten Astes selbst entspringt 
(Taf. III, fig. 5, x). Er wendet sich dem Schädel dicht anliegend nach oben und hinten, trifft 
vor der Paukenhöhle mit dem hinteren Hauptstamm des Facialis (f) unter spitzem Winkel zu- 
sammen, und verschmilzt mit ihm vollständig. Letzterer (f) setzt aus der Verbindungsstelle seinen 
Weg in unveränderter Richtung fort, bald darauf in Chorda tympani (?) und Muskelast sich theilend, 



*) Bidrag til den sammenlignende Analoinie af N. Glossopliaryngeus, Vagus og Hypoglossus pg. 5. 
**) Diese eine Hälfte des sympathischen Kopftheils der Saurier scheint auch bei den Schlangen 
zu existiren. In ihrer Vollständigkeit ist dieselbe allerdings noch nicht aufgefunden, sofern alle 
Beobachtungen eines R. recurrens nervi Trigemini ad nervum Facialem von der Form der 
Saurier hier fehlen. Aber unser R. communicans externus nervi Facialis ad Glossopharyngenm, 
der eben die Fortsetzung jenes R. recurrens ist, ist von Müller (vergl. Neuro), der Myxinoiden, 
Taf. IV, fig. 3 und 4) bei Python tigris und Crotalus horridus abgebildet, und Bendz 
erwähnt (1. 1. pg. 18) eines Nervenzweiges, den bei Tropidonotus natrix der Glossopliaryngeus 
gleich nach seinem Austritt aus dem Schädel vom Facialis empfängt. 



— 80 — 

während ersterer als R. communicans externus (e) nach innen einlenkt, in einen besonderen 
Knochenkanal tritt, und von oben und vorn her in den vorderen Theil des den hinteren Hirn- 
nerven gemeinschaftlichen Ganglions einmündet. *) 

2) Vom tiefen Kopftheil. 

Auch die zweite der beiden grossen sympathischen Kopfschlingen besteht 
aus zwei Bogen. Die Fasern des ersten gehen vom zweiten Aste des Trige- 
minus. aus, und treten als R. communicans posterior nervi maxillaris superioris 
zum Ramus palatinus nervi Facialis hinüber. Vom R. palatinus setzen sie sich 
als zweiter Bogen in der Form des R. communicans internus rami palatini cum 
Glossopharyngeo nach hinten fort, und münden entweder in den Stamm des 
Glossopharyngeus oder ins Ganglion petrosum ein, — in einigen Fällen lassen 
sie sich auch direct in den (oberflächlichen) Halstheil des Sympathicus verfolgen. 

Die speciellen Formen beider Nerven sind früher (pg. 15, 25 ff und pg. 30 ff) 
ausführlich erörtert worden. Was namentlich den ersten Theil dieser Schlinge 
betrifft (den Verbindungszweig zwischen Maxillaris superior und Ramus palatinus), 
so ist früher (pg. 15) dargethan, dass er entweder eine einfache Verbindungs- 
schlinge zwischen zweitem Aste des Trigeminus und R. palatinus bildet (Varanus 
Bengalensis), oder dass auf dem Boden der Orbita ein eigenthümliches Sphenoi- 
dalgeflecht zwischen Fasern des Trigeminus und R. palatinus existirt (Salvator 
nigropunctatus, Salvator Merianae, Iguana tuberculata). Crocodiius (Taf. III, fig. 5, pl) 
besitzt ein Sphenoidalgeflecht, das aber ausschliesslich aus Zweigen des Trige- 
minus gebildet zu sein scheint, — aus ihm geht ein einfacher Nervenzweig quer 
hinüber an den R. palatinus. 

Ob indessen diese Nervenschlingen oder Geflechte den Zweck haben, Fasern 
aus dem Maxillaris superior hinüber zu führen an den R. palatinus, oder ob das 
Gegentheil der Fall ist, lässt sich auf anatomischem Wege nicht entscheiden. 
Das eine liefert die Beobachtung, dass, wenn alle Fasern des R. palatinus als 
vom Facialis entspringend betrachtet werden, der Verbreitungsbezirk des letzteren 
übermässig gross erscheint in Vergleich mit seiner immer sehr feinen Wurzel. 
Unsere Ansicht ist, dass die Fasern dieses Verbindungszweiges nicht aus dem 
R. palatinus entspringen, sondern dass dieser nur gewissermassen die Brücke 
ist, durch welche die aus dem Maxillaris superior entsprungenen Fasern nach 
hinten laufen, um dann, meist vor dem Ganglion des Facialis, den R. palatinus 
wieder zu verlassen, und in das Ganglion petrosum des Glossopharyngeus sich 



*) Bei Alligator lucius, wo nach Ben dz (1. 1. pg-. 10) ein gesondertes Ganglion petrosum und 
ein Ganglion cervicale supremum vorhanden ist, sah dieser Forscher einen aus beiden Ganglien 
entstandenen Nerven in die Gehörkapsel treten. Ben dz selbst hält diesen Nerven für einen 
Theil des N. vidianus, und jene Verbindung mit dem Ganglion petrosum für die Jakobsonsche 
Anastomose. — Vogt (1. 1. pg. 33) erwähnt ebenfalls dieses Nerven als eiues (des vorderen) 
Astes des Glossopharyngeus. 



— 81 — 

einzusenken. Letzteres geschieht durch den R. communicans internus, über 
dessen specielle Formen früher (pg. 30 ff.) gehandelt worden ist. Hier möge nur 
wiederholt werden, dass dieser, meist in mehreren Fäden aus dem Anfange des 
R. palatinus, bisweilen (Iguana tuberculata Taf. II, fig. 3, i) aus dem Ganglion 
des Facialis entspringende Nerv meist mit dem Ganglion petrosum sich ver- 
bindet, sich aber dann oft unter diesem Ganglion durch in den Halstheil des 
Sympathicus verfolgen lässt (Salvutor nigropunctatus, Taf. I, fig. 1, i; aut'h bei 
Varanus Bengalensis [Taf. II, fig. 2, i] , wo kein deutliches Ganglion petrosum 
gefunden wurde, setzt sich unser Nerv unter dem Stamm des durch Zweige aus 
dem Vagus verstärkten Glossopharyngeus durch in den Halstheil des Sympathicus 
fort). Ja, in einigen Fällen (Lacerta ocellata, Taf. II, fig. 1, i) findet sogar eine 
gänzliche Umgehung des Ganglion petrosum und des Glossopharyngeus statt, 
und der aus dem R. palatinus entsprungene Nerv geht direct in den sympathischen 
Halstheil über. Letztere Form, so wie diejenige von Salvator nigropunctatus und 
Varanus Bengalensis, liefert den directen Beweis für unsere Behauptung, dass 
überall, wo eine solche Verbindung zwischen Glossopharyngeus und N. palatinus 
gefunden wird, dieselbe nicht als vom ersteren ausgehend und zum letzteren 
sich erstreckend aufgefasst werden darf. *) 

Auch den Schlangen, die, wie oben gezeigt, wahrscheinlich den ersten, oberflächlichen Bogen 
besitzen, fehlt dieser zweite tiefe Kopftheil des Sympathicus nicht. Die vortrefflichen Abbildungen 
von Müller (vgl. Neurologie der Myxinoiden Taf. IV) geben namentlich in der dritten Figur 
(Python tigris) eine klare Vorstellung von demselben. Unser R. palatinus ist dargestellt, wie er, 
von der Wurzel des Facialis entsprungen, sich nach hinten schlägt, ganz wie bei den Sauriern in 
einem Knochenkanal des Keilbeins (a-b, Canalis Vidianus) eintritt, ausserhalb desselben durch 
unseren R. communicans posterior (5") mit dem zweiten Aste des Trigeminus in Verbindung 
steht, und vorn unter Bildung eines Ganglions (6, Ganglion sphenopalatinum) an den letzteren 
selbst sich anlegt. Müller bezeichnet denselben in seiner mittleren Parthie, da, wo er im 
Knochenkanal verläuft, als N. Vidianus, in seiner hinteren Parthie, wo er eben aus der Wurzel 
des Facialis entspringt, als Verbindungszweig des N. Vidianus zum Facialis, und vorn als Fort- 
setzung des Vidianus. Unser innerer Verbindungszweig des R. palatinus mit dem Glosso- 
pharyngeus ist hier ebenfalls als vom R. palatinus (N. Vidianus) ausgehend und in's Ganglion 
petrosum (Ganglion cervicale supremum) einmündend dargestellt. Es findet sich also, abgesehen 
von Müllers verschiedener Auffassungsweise, bei Python ganz dasselbe Verhalten, wie bei den 
Sauriern. — Auch Crotalus horridus zeigt nach Müller (1. I. fig. 4) eine ganz ähnliche Form. 
Der R. palatinus (66, als Zweig des N. Vidianus zum Facialis bezeichnet) geht durch seinen Kanal, 
und steht, wie immer, mit dem zweiten Aste des Trigeminus in Verbindung. (Ein hier abgebildeter 



*) Dieser Ansicht zu folgen, zu welcher Staun ins sich bei der Deutung ähnlicher Nervenzweige 
beim Stör bekennt (d. periph. Nervens. d. Fische pg. 78), könnte man sich zwar leicht auch 
durch die Formen einiger Eidechsen bewogen fühlen. Bei Chamaeleo vulgaris (Taf. II, fig. 4, i) 
läuft dieser feine, mit zwei Zweigen aus dem R. palatinus entspringende, Nerv nach hinten, 
passirt sogar um ein Geringes das Ganglion petrosum (D), biegt dann kniefö'rmig nach innen 
und etwas nach vorn um, und mündet in die äussere, hintere Spitze des Ganglion petrosum 
so ein, dass er ganz wie ein aus dem letzteren ausgesandter Nerv erscheint. 

11 



— 82 — 

Verbindungszweig aus der Pars motoria des Trigeminus an den R. palatinus [N. Vidianus] verlässt 
den letzteren bald wieder, um in den Adductoren des oberen Kieferapparates sich auszubreiten. 
Derselbe Zweig findet sich, wie oben gesagt (pg. 18), auch bei allen Sauriern und Krokodilen, 
verschmilzt aber nie mit dem R. palatinus.) Ein unserem R. communicans internus rami palatini 
cum Glossopharyngeo entsprechender Nerv ist hier indessen nicht abgebildet, — es scheint nur 
ein Verbindungsnerv (unser R. communicans externus) zwischen beiden Nerven zu existiren. 

3) Ueber die Beziehung des R. palatinus zum tiefen Kopftheil 

des Sympathicus. 
Bei dem innigen Verhältniss, in welchem der R. palatinus zum Kopftheil 
des Sympathicus steht, kann gefragt werden, ob nicht dieser ganze Nerv, der 
von uns als vom Wurzelganglion des Facialis entstehend, und nach vorn sich 
erstreckend geschildert wurde, als ein rücklaufender Nervenzug zu betrachten 
sei, bestimmt, die aus dem Trigeminus und dem Sphenoidalgeflecht entstehenden 
sympathischen Fasern rückwärts, zunächst an den Facialis (unseren hinteren 
Hauptstamm des Facialis) zu führen. Dass diese Ansicht in Bezug auf einen 
Theil seiner Elemente die unsrige ist, ergiebt sich aus den vorhergehenden 
Erörterungen. Die vom Trigeminus entsprungenen Fasern treten als R. com- 
municans posterior an den R. palatinus, laufen in der Bahn desselben rückwärts, 
und verlassen dieselbe bald wieder, um als R. communicans internus vom R. 
palatinus aus durch Vermittelung des Glossopharyngeus in den Halstheil des 
Sympathicus überzugehen. Dass aber ausser diesen fremden Elementen noch 
eigene nach vorn verlaufende Fasern des Facialis im R. palatinus enthalten sind, 
wird aus folgenden Gründen mehr als wahrscheinlich: 

1) Der R. palatinus entspringt beständig aus dem Wurzelganglion des 
Facialis , die fremden , ihm von vorn her (vom Trigeminus) beigemengten Ele- 
mente berühren meist die Wurzel des siebenten Paares nicht, sondern verlassen 
den R. palatinus in der Regel schon vor derselben (als R. communicans internus). 

2) Der R. palatinus erscheint immer stärker als die Summe der Verbindungs- 
zweige zwischen ihm und dem Trigeminus. 

3) Er entlässt constant Zweige (diesem Mehr von Fasern entsprechend) in 
die Gaumenhaut, ja, was ein Hauptpunkt ist, Zweige, die sich mit dem Trige- 
minus oder dessen Aesten zu Gaumenhautzweigen verbinden (unsern R. com- 
municans anterior). 

4) Bei vielen anderen Wirbelthieren, z. B. den nackten Amphibien, welche 
letztere sämmtlich den R. palatinus besitzen, treten die Verbindungsäste mit 
dem Trigeminus hinter der zuletzt erwähnten Ausbreitung an der Gaumenhaut 
so sehr zurück, dass sie bei einigen sogar gänzlich zu fehlen scheinen (Bufo, 
Rana, Hyla, Pipa, Salamandra, Triton) ; nur bei Pelobates und Bombinator wurden 
dieselben, und zwar sehr schwach entwickelt, gefunden.*) 

*) Vergl. meine frühere Schrift Amphibiorum nudorum neurologiae specimen I pg. 22. 



— 83 — 

Es fragt sich nun, welchen Nervenzügen der höheren Wirbelthiere die erst 
beschriebenen beiden sympathischen Kopftheile der Reptilien zu vergleichen sind. 
Müller (vgl. p. 81) betrachtet bei Python tigris einen Theil des inneren Bogens 
(letzterer allein wird von diesem Forscher erörtert) als N. Vidianus, nämlich 
den Theil Unseres R. palatinus, der im Knochenkanal des Keilbeins verläuft. — 
Ebenso Vogt, der indessen nur einen Theil dieses inneren Bogens gekannt zu 
haben scheint. — Ben dz dagegen beschreibt einen Theil des äusseren Bogens 
(unsern R. recurrens Trigemini ad N. facialem) bei Chelonia Mydas als N. 
Vidianus, und ebenso scheint Bonnsdorf (bei Grus und Corvus), dessen 
R. recurrens dem unsrigen analog sein dürfte, diesen Theil des äusseren Bogens 
als N. Vidianus aufzufassen. 

Es scheint, als ob jede dieser Ansichten, abgesehen von den sympathischen 
Verbindungen mit anderen Hirnnerven , auf den Durchgang der entsprechenden 
Nervenzüge durch besondere Knochenkanäle sich stützt, — und in der That ist 
ein solcher Durchgang durch einen Knochenkanal, den man dem Canalis Vidianus 
vergleichen könnte, dem einen sowohl wie dem anderen Bogen eigen. 

Was zunächst den inneren Kopftheil betrifft, so verläuft immer bei den 
Sauriern der R. palatinus selbst durch einen Kanal des Keilbeins nach vorn. 
Die in der Bahn des R. palatinus rücklaufenden sympathischen Fasern gehen 
also ebenfalls durch diesen Kanal, und sondern sich oft noch in diesem selbst 
vom R. palatinus ab, um (als unser R. communicans internus) nach hinten zu 
verlaufen. Müller bezeichnet diesen Kanal als Canalis Vidianus, und den 
in demselben liegenden Theil des R. palatinus als N. Vidianus. Hiernach 
würde unser R. communicans internus rami palatini cum nervo glossopharyngeo 
als Jakobsonsche Anastomose zu bezeichnen sein. — Auch ein Theil des ober- 
flächlichen Bogens aber (unser R. recurrens) durchläuft, wie Ben dz zuerst bei 
Chelonia entdeckte, einen Kanal, den der genannte Forscher als Canalis caroticus 
bezeichnet. Ben dz betrachtet daher unseren R. recurrens als N. Vidianus, 
und demzufolge würde unser R. communicans externus nervi facialis cum glosso- 
pharyngeo die Jakobsonsche Anastomose sein, was Ben dz auch für Chelonia, wo 
eine Unterbrechung des Nervenzuges durch den Facialis zu fehlen scheint, andeutet. 

Wir möchten, immer an der Selbstständigkeit des R. palatinus als eines 
Astes des Facialis festhaltend, uns für die erste Ansicht entscheiden, und die 
aus dem Maxillaris superior Trigemini stammenden, in der Nervenscheide des 
R. palatinus durch den erwähnten Knochenkanal nach hinten tretenden Fasern 
für ein Analogon des N. Vidianus halten, und zwar zum Theil wegen ihres 
tiefen Verlaufes, zum Theil auch, weil von Vogt bei Chelonia und einigen 
Sauriern ein Verbindungszweig aus dem Abducens beobachtet ist, der jenem 
zweiten oberflächlichen Bogen sicher fehlt. 

11 * 



— 84 — 

4) Vom Ganglion petrosum. 
Der Sammelpunkt des doppelten Kopftheils ist, wie vorhin dargethan, 
meistens ein in der Bahn des Glossopharyngeus gelegenes Ganglion, von uns 
nach Ben dz' Vorgange als Ganglion petrosum bezeichnet, — diese Anschwellung 
ist zugleich meist der Punkt, von wo aus der (oberflächliche) Halstheil des 
Sympathicus beginnt"). Aus dieser Einmündung und Ausstrahlung sympathischer 
Fasern scheint zu folgen, dass das Ganglion selbst ein Knotenpunkt im System 
der sympathischen Schlingen sei, und etwa als Ganglion cervicale supremum auf- 
gefasst werden müsse. Müller**) ist (für Python) in der That dieser Ansicht. 
Da indessen das Ganglion cervicale supremum eine Anschwellung ist, die im 
Grenzstrange selbst liegt, und von dem aus Manche den Kopftheil des Sympathicus 
nach vorn (oben), den Halstheil nach hinten (unten) ausstrahlen lassen, so wider- 
steht der Deutung unseres Ganglions als Ganglion cervicale supremum der Um- 
stand, dass nicht immer die Kopftheile des Sympathicus in dasselbe einmünden, 
sondern zuweilen diese Anschwellung umgehend, und nur durch feine Verbindungs- 
zweige oder gar nicht mit ihm verknüpft, sich direct in den Halstheil des 
Sympathicus fortsetzen. Da hingegen dies Ganglion, wo es auch sei, immer 
in der Bahn des Glossopharyngeus liegt, so scheint die Bezeichnung desselben 
als Ganglion petrosum die einzig richtige zu sein. 

Bei Euprepes Sebae verbindet sich die feine Wurzel des Glossopharyngeus mit den beiden 
hinteren Schlingen der sympathischen Kopftheile (mit dem R. communicans internus rami palatini 
und mit dem R. communicans externus nervi facialis) zu einem feinen kurzen, nach aussen ver- 
laufenden Stamm ohne Spur eines Ganglions. Dieser Stamm theilt sich in zwei Theile, von 
denen der innere gerade nach hinten verläuft, und sich als einfacher Halsstamm des Sympathicus 
zu erkennen giebt, während der andere bald nach seiner Entstehung ein kleines halbmondförmiges 
Ganglion bildet, und als eigentlicher Glossopharyngeus sich nach aussen, unten und vorn wendet. 
So liegt dies Ganglion hier ganz ausserhalb des sympathischen Nervenzuges in der Bahn des 
eigentlichen Glossopharyngeus, und ist mit jenem, wie es scheint, nicht einmal durch Verbin- 
dungszweige verknüpft. — 

An meinem Exemplar von Lacerta ocellata mündet an der linken Seite zwar (Taf. II, fig. 1, 
rechte Seite der Figur) der äussere Verbindungszweig aus dem Facialis (e') in das Ganglion (Dd) 



*) lieber die speciellen Formen dieses Ganglions und die in dasselbe einmündenden und aus 
ihm austretenden Nerven vgl. pg. 39 ff. — 
**) 1.1. Taf. IV, fig. 3. In dies Ganglion (6) münden von innen her ein: l) unser R. communicans 
internus rami palatini (8), hier als Zweig aus dem Ganglion zum N. Vidianus bezeichnet; 
2) unser K. communicans externus nervi facialis (8), hier ebenfalls als Verbindungszweig zum 
Facialis aufgeführt; 3) die Wurzel des Glossopharyngeus; 4) ein in der Beschreibung nicht 
aufgeführter Verbindungszweig Tom Vagus [dem K. laryngeus superior entsprechend]; 5) in 
die äussere Spitze des Ganglions tritt endlich noch ein zweiter Verbindungszweig vom Facialis 
ein. — Als austretend sind aufgeführt: l) ein in eine Oeffnung im hinteren Vorspruug des 
TJrjterkiefers eintretender Nerv (Chorda tympani?), [der offenbar einem der Verbindungszweige 
aus dem Facialis entspricht]; 2) der Stamm des Glossopharyngeus [mit einem Theil des Vagus, 
dem N. laryngeus superior, vereint]; 3) ein Zweig zum Stamm der Kopfarterie. 



— 85 — 

ein (der innere Verbindungszweig aus dem R. palatinus [i] geht auch hier an demselben vorbei) ; 
an der rechten Seite aber (linke Seite der Figur) umgeht auch der äussere Verbindungsast (e) 
das lediglich in der Bahn des Glossopharyngeus (9) liegende Ganglion, um sich, nur durch zwei 
Verbindungsfäden (a) mit ihm verknüpft, in einen der Hauptstämme fortzusetzen, aus denen hier, 
in der Form eines Geflechtes, der (oberflächliche) Halstheil des Sympathicus aus den Kopftheilen 
und den Verbindungszweigen der hinteren Hirnnerven entsteht. 

Bei Platydactylus guttatus (Taf. III, fig. 3) findet sich das umgekehrte Verhältniss von Lacerta 
ocellata. Hier mündet der innere Verbindungsast aus dem R. palatinus (i) mit dem Glosso- 
pharyngeus (9) zusammen in jenes Ganglion (D) ein, während der äussere (e) an dem letzteren 
vorbeigeht, und den aus demselben hervorgegangenen Stamm des Glossopharyngeus kreuzt. 

Auch bei Agama spinosa (Taf. III, fig. 2) liegt das Ganglion ausserhalb der Bahn der sym- 
pathischen Schlingen. Die beiden Kopftheile treten in ihren Enden (e und i) noch vor ihrer Ver- 
schmelzung mit dem Glossopharyngeus zu einem kurzen Nervenstamm zusammen. Weder hier 
noch nach dessen Verbindung mit dem Stamm des neunten Paares (9) zeigt sich die geringste 
Spur einer Anschwellung. Erst nachdem der sympathische Halsstamm (s) sich wieder vom 
Glossopharyngeus getrennt, um (ohne Bildung eines Ganglions) nach hinten zu verlaufen, zeigt 
sich in dem , einen Verbindungszweig (1) aus dem Vagus aufnehmenden , und bald darauf sich in 
den Hypoglossus einsenkenden Glossopharyngeus ein kleines, längliches Ganglion (D). 

5) Vom oberflächlichen Halstheil des Sympathicus. 

Mit diesem Namen bezeichnen wir die mehr oder minder stark entwickelten 
Nervenstämme, welche sich vom Ganglion petrosum bis zum Plexus brachialis 
erstrecken, und welche in der Form einer grossen bogenförmigen Schlinge die 
hinteren Hirnnerven mit den Nervenstämmen des Armgeflechts zu verbinden den 
Zweck haben. Da die früheren Autoren unseren tiefen Halstheil unbeachtet 
gelassen, so wurden diese Nervenstämme meist schlichtweg mit dem Namen 
des Halstheils des Sympathicus bezeichnet, — einem Namen, der auch in dieser 
Schrift der Kürze wegen meistens angewandt wurde. Mit den Halsnerven (mit 
Ausnahme des ersten und zweiten) steht diese Halsschlinge nicht in Verbindung, — 
gerade die beiden ersten Halsnerven aber sind, wie oben gezeigt, ihrer Function 
nach durch ihren Beitrag zur Bildung des Hypoglossus den Hirnnerven innig 
verwandt. Die Entstehung der Halsschlinge aus den Kopftheilen, welche beide 
immer in diesen oberflächlichen Halstheil sich fortsetzen, und ihre Verbindung 
mit den hinteren Hirnnerven erfolgt auf verschiedene Weisen. 

Wenn die letzteren nahe an ihrem Ursprünge mit einander verschmolzen 
sind {Salvator Merianae, Salvator nigropunctatus , und nach Müller Crotalus 
horridus), so sammeln sich in diesem Stamm auch die beiden bogenförmigen 
Kopftheile des Sympathicus. In diesem Falle geht der oberflächliche Halstheil 
des Sympathicus mit dem Vagus zu einem Stamme vereint, als hintere Hälfte 
(Taf. III, fig. 4, vs) aus diesem gemeinschaftlichen Strang hervor, um bald sich 
auch von dem Vagus (v) wieder zu trennen, und nun als einfacher Nervenstamm 
(s) bis zum ersten Brustganglion (g 1 ) zu verlaufen. In diesem einzigen Falle 



— 86 — 

wird eine Verstärkung des aus dem fcopftheil entstandenen Halstheiles durch 
Verstärkungsfäden aus dem Glossopharyngeus, Vagus und Hypoglossus nicht 
beobachtet, und zwar aus dem ganz natürlichen Gründe, weil jene Verschmelzung 
sämmtlicher hinterer Hirnnerven zu einem auch den Anfang der sympathischen 
Haisschlinge enthaltenden Stamme die Entsendung besonderer Verbin dungsfä den 
völlig entbehrlich macht. 

Sind dagegen die hinteren Hirnnerven nicht zu einem Stamme verbunden, 
und ist namentlich der Glossopharyngeus, mit dem, wie erst erwähnt, der 
Kopftheil des Sympathicus gewöhnlich sich verbindet, von den übrigen frei, so 
lassen sich in der Regel mehrere Hauptstämme des oberflächlichen Halstheils 
unterscheiden, von denen einige oft als directe Fortsetzung der Fasern des 
Kopftheils erscheinen, und vom Glossopharyngeus öder vom Ganglion petrosum 
auszugehen pflegen, während andere die aus dem Vagus und Hypoglossus ab- 
gegebenen Verbindungszweige enthalten. 

Es würde unmöglich sein, bei der grossen Zahl und der verschiedenen Form der zwischen 
diesen Halsstämmen vorkommenden Verbindungsfäden, die noch dazu sich nicht einmal bei ver- 
schiedenen Individuen derselben Art auf gleiche Weise verhalten , eine ganz erschöpfende Schil- 
derung der beobachteten Formen zu geben. Nur die Hauptformen können hier eine Darstellung 
finden, — die wichtigsten derselben sind zugleich durch Abbildungen erläutert worden. 

Die einfachste Form findet sich bei Agama spinosa. Obgleich die hinteren Hirnnerven, nur 
hin und wieder mit einander verwachsen, nicht zu einem einfachen Stamme verschmolzen sind, 
zeigen sich doch keine Verbindungszweige derselben an den mit dem Glossopharyngeus innig sich 
verbindenden einfachen Halstheil. Der doppelte Kopftheil (Taf. III, fig. 2, e und i) bildet einen 
kurzen Stamm (a), der sich mit dem eben aus dem Schädel getretenen Glossopharyngeus zu 
einem nach hinten gehenden. Nervenstamm (gs) verbindet. Dieser entlässt bald darauf deti Glosso- 
pharyngeus (99) und setzt sich dann als einfacher Halsstamm (s) nach hinten fort. Der Mangel 
aller Verbindungszweige aus dem Vagus und Hypoglossus erklärt sich leicht aus der früher (pg. 69) 
beschriebenen Art der Verknüpfung dieser beiden Nerven unter einander und mit dem Halsstamm 
des Sympathicus. 

Auch bei Chamaeleo vulyaris (Taf. III, fig. 6) entsteht ein einfacher (oberflächlicher) Hals- 
stamm (s) aus dem Ganglion petrosum (D), welches letztere indessen, wie früher erwähnt, selbst 
mit Vagus und Hypoglossus in Verbindung steht. Er läuft ohne Aufnahme neuer Zweige bis zum 
ersten Brustganglion (g 1 ) hinab, in welches auch der tiefe Halsstamm (z'), von dem gleich weiter 
die Rede sein wird, einmündet. 

Auch Varanus Niloticus hat einen einfachen, aus dem Ganglion petrosum entspringenden 
Halsstamm. Er erhält bis zur Bildung des Brustganglions, wie es scheint, keine Verstärküngs- 
fäden, wohl aber ist das Ganglion petrosum mit Vagus und Hypoglossus durch Fäden Verknüpft. 

Bei Varanus Bengalensis (Taf. II, fig. 2) zeigt der oberflächliche Halstheil schön stärkere 
Neigung, durch Theilung in mehrere Längsfäden in eine geflechtartige Bildung überzugehen. Einer 
dieser im Ganglion thoracicum primum (g 1 ) erst sich vereinenden Fäden (s') lässt sich als directe 
Fortsetzung des tiefen Kopftheils (i) erkennen; vom Vagus und den Hirn wurzeln des Hypoglossus 
werden zwar keine besonderen Verbindungszweige bemerkt, doch muss wenigstens die Möglichkeit 
zugegeben werden, dass einzelne Fäden des sympathischen Halstheils aus diesen Nerven stammen, 



— 87 — 

da Vagus und ein Theil des Hypoglossus anfangs, wie oben bemerkt, verschmolzen sind, und 
starke Verbindungszweige (Fig. 2, I) aus dem Vagus in den Glossopharyngeus gesandt werden, 
ehe die sympathischen Elemente von diesem sich trennen. In das Ganglion thoracicum primum 
mündet ferner ein vom R. descendens Hypoglossi stammender Faden ein. 

Bei Istiurus Amboinensis, Iguana tuber culata und Platydactylus guttatus trennt sich der ober- 
flächliche Halstheil des Sympathicus schon vom Glossopharyngeus, ehe dieser den (dem Laryngeus 
superior entsprechenden) Verbindungsast aus dem Vagus erhalten hat. Es ist daher unmöglich, 
dass durch Vermittelung dieses Verbindungszweiges zugleich Fäden aus dem Vagus in den Hals- 
theil des Sympathicus gelangen. Daher die Nothwendigkeit besonderer Verbindungsfasern aus 
dem Vagus an den letzteren. Diese finden sich bei Istiurus Amboinensis und Iguana tuberculata 
(Taf. II, fig. 3) in der Form eines feinen Geflechtes, aus welchem sich bei der letzteren ein 
zweiter feiner Halsstamm (s") zusammensetzt. Ja der aus diesen beiden Stämmen gebildete 
Nervenzug (s', s") wird noch durch einen dritten Stamm (s'") verstärkt, der theils aus dem Hirn- 
wurzelstamm (h), theils aus dem Halsnervenstamm (k) des Hypoglossus entspringt. Diese drei 
Stämme, die beim Leguan sich erst in der Mitte des Halses zu einem einfachen Nerven ver- 
binden, lassen sich bei Istiurus und Platydactylus nicht mit derselben Deutlichkeit unterscheiden ; 
es scheinen hier vielmehr nur zerstreute, minder regelmässig vertheilte Verbindungsfasern aus 
Vagus und Hypoglossus an den einfachen , vom Glossopharyngeus ausgehenden Halsstamm vor- 
handen zu sein. 

i 

Am stärksten ist diese geflechtartige Bildung des oberflächlichen Halstheils, die bei den drei 
letzten Formen schon sehr hervortritt, ausgeführt bei Lacerta ocellata. Unsere Abbildung zeigt 
diese Bildung der rechten Seite (linke Seite der Figur Taf. II, fig. 1) mit allen Verbindungs- 
fäden. — Aus dem R. palatinus (p) entsteht einer der Nebenstämme (i) des Halsgeflechtes (unser 
R. communicans internus, hier nicht mit dem Glossopharyngeus verbunden, sondern direct in's 
Halsgeflecht übergehend). Mit diesem ersten Nebenstamme verbindet sich ein zweiter (e), aus 
dem hinteren Hauptstamme (f) des Facialis hervorgehend (unser äusserer Verbindungsast mit 
dem Glossopharyngeus, hie^ ebenfalls , wenigstens an der rechten Seite, am Ganglion petrosum 
vorbeigehend), der durch Verbindungsfäden einerseits mit dem Ganglion petrosum (D), anderer- 
seits mit dem Vagus (v) verknüpft ist. Beide Nebenstämme vereinen sich zu einem der beiden 
Hauptstämme (s') des Halsgeflechtes. Ein dritter Nebenstamm endlich (5) entsteht aus dem 
Vagus (v), ein vierter (9') aus dem Hypoglossus, — und diese beiden sind es, die den zweiten 
Hauptstamm (s") zusammensetzen. Beide so entstandenen Hauptstämme (s'unds") sind mit 
einander durch mehrere Verbindungsfäden verknüpft, und verschmelzen mit einander erst tief 
unten am Halse. 

Die sympathischen Halstheile der Krokodile sind durch Vogt so ausführlich bekannt geworden, 
dass es unnöthig scheint, die auffallende Bildung derselben, und ihre von Stannius hervor- 
gehobene Aehnlichkeit mit der Form der Vögel nochmals zu erörtern. Nur darauf mag nochmals 
hingewiesen werden, dass Vogt's Sympathicus superficialis dem sympathischen System nicht 
angehört, sondern als R. descendens des R. laryngopharyngeus (Ben dz) aufzufassen ist. — Mit 
dem oberflächlichen Halstheil der Saurier möchten wir den Sympathicus profundus der Krokodile 
vergleichen, während der Sympathicus medius oder impar der letzteren dem tiefen Halstheil der 
Saurier analog sein dürfte. — Es unterscheidet sich dann der erstere durch folgende Punkte: 
1) Durch seinen versteckten Verlauf im Kanäle der Halsrippen ; 2) durch die unterwegs statt- 
findenden Verbindungen mit den vorderen Zweigen der Halsnerven und mit dem Sympathicus 
medius (unserem Sympathicus profundus); 3) durch die Bildung kleiner Ganglien beim Eintritts- 
punkt dieser Verbindungszweige. 



— 88 — 

6) Vom tiefen Halstheil des Sympathicus. 

Ausser der eben erörterten grossen bogenförmigen Halsschlinge, welche, 
ohne auf ihrem Wege mit Spinalnerven in Verbindung zu stehen, sich bei den 
Sauriern von den hinteren Hirnnerven bis zum Armgeflecht in einem oder meh- 
reren Stämmen erstreckt, besitzt diese Ordnung der Reptilien noch ein zweites 
System von Schlingen am Halse, welches wir, wegen seiner versteckten Lage 
zwischen den Fasern der vorderen tiefen Halsmuskeln mit dem Namen des tiefen 
Halstheiles bezeichnen. Die Form dieser Schlingen ist eine solche, dass man 
anfangs wenig geneigt ist, sie für eigentlich sympathische Schlingen zu erklären: 
sie entstehen meist dadurch, dass ein Zweig des vorderen Astes eines Hals- 
nerven mit einem Zweig des nächstfolgenden zu einem kurzen, in den tiefen 
Halsmuskeln sich ausbreitenden, Stamme zusammentritt. (Mehrere Schlingen 
dieser Form sind auf den Abbildungen der zweiten und auch auf derjenigen 
der ersten Tafel mit z bezeichnet.) Es lässt sich indessen beweisen, dass diese 
Schlingen nicht bloss Fasern von motorischer Natur, sondern auch sympathische 
Elemente enthalten. Bei Chamaeleo vulgaris setzt sich nämlich (Taf. III, fig. 6) 
aus denselben ein wirklicher zweiter Halsstamm zusammen (z'), der zwischen 
den Fasern der tiefen Halsmuskeln nach hinten verlaufend endlich von der Seite 
her in dasselbe erste Brustganglion einmündet (g 1 ), das auch den ersten (ober- 
flächlichen) Halsstamm aufnimmt, und das somit in derselben Weise den Sammel- 
punkt für die beiden Halstheile abgiebt, wie das Ganglion petrosum es für die 
beiden Kopftheile zu sein pflegt. 

Die Schlingen dieses zweiten , tiefen Halstheiles stehen mit den meisten 
Hirnnerven in keiner Verbindung, — die sympathischen Fasern der letzteren 
scheinen vielmehr beständig in den oberflächlichen Halstheil überzugehen. Der 
Hypoglossus macht hievon insofern eine Ausnahme, als einerseits nicht nur sein 
Hauptstamm, sondern auch sein R. descendens in der Regel mit dem oberfläch- 
lichen Halstheil durch Schlingen communicirt*) , andererseits aber die beiden 
ersten Halsnerven, die zu seiner und namentlich zur Bildung' des R. descendens 
beitragen, gewöhnlich diejenigen sind, mit denen dies System tiefer Halsschlingen 
beginnt. Ob der N. accessorius Willisii mit dem oberflächlichen Halstheil in 
Verbindung stehe, lässt sich bei seinem in der Regel sehr innigem Verhältniss 
zum Vagus und bei der Feinheit seines R. externus nicht entscheiden: um so 
auffallender ist die sehr häufig, vielleicht beständig, vorhandene Schlinge**)? die 
dieser Muskelast desselben mit dem dritten Halsnerven bildet, und die vielleicht, 



*) Vgl. namentlich die Abbildungen von Iguana tuherculata (Taf. II, fig. 3) und Lacerta ocelläta 
(Taf. II, fig. 1). 
**) Vergl. über dieselbe pg. 64, 63 dieser Schrift. 



— 89 — 

da der letztere immer mit dem System der tiefen Halsschlingen in Verbindung 
steht, ebenfalls zu diesem letzteren System zu zählen sein möchte. 

Dass indessen in den Schlingen des tiefen Halstheils keine Ganglien beob- 
achtet werden, ist eine Eigentümlichkeit, die der letztere mit dem oberflächlichen 
Halstheil (der Saurier, nicht, wie schon oben bemerkt, der Krokodile) gemein 
hat. Eigentliche Ganglien werden auch in dem Rumpftheile des Sympathicus 
(vom letzten Brustganglion am Armgeflecht an gerechnet) nicht beobachtet, und 
möchten überhaupt nicht als nothwendiger Charakter des sympathischen Grenz- 
stranges gelten dürfen. Auch dem von Müller entdeckten tiefen Halstheile der 
Schlangen scheinen deutliche Ganglien zu fehlen, und der Sympathicus medius 
oder impar der Krokodile lässt dieselben ebenfalls nicht wahrnehmen. Letzteres 
sowohl, als auch der Verlauf zwischen den Fasern der vorderen tiefen Hals- 
muskeln ist der Grund, weshalb sowohl der Halstheil des Sympathicus der 
Schlangen, als auch der Sympathicus medius oder impar der Krokodile mit 
diesem System tiefer Halsschlingen der Saurier zu vergleichen sein dürfte. Ist 
dies der Fall, so wäre als oberflächlicher Halstheil des Sympathicus der Kroko- 
dile, wie schon vorhin erwähnt, ihr im Canalis vertebralis verlaufender Sym- 
pathicus profundus zu betrachten, während man bei den Schlangen zu der 
Annahme einer Verschmelzung desselben mit dem Vagus sich hingedrängt fühlt. 
Die Andeutung einer solchen Verschmelzung des oberflächlichen Halsstammes 
mit dem herumschweifenden Nerven findet sich, wie Müller hervorhebt, schon 
hier und da bei den Sauriern (Salvator nigropunctatus [Taf. II, fig. 5, vs], Sal- 
vator Merianae [Taf. III, fig. 4, vs] und nach Müller Ameiva Teguixin). 

Bei Chamaeleo vulgaris entlässt der erste Halsnerv fünf Zweige: zwei derselben gehen nach 
vorn, und verstärken die Wurzel des Hypoglossus ; zwei andere gehen nach aussen, und breiten 
sich in den tiefen Halsmuskeln aus. Der fünfte endlich (Taf. III, fig. 6, z) läuft zwischen den 
Bündeln der vorderen geraden Kopfmuskeln nach hinten , nimmt einen Zweig (c) des zweiten 
Halsnerven (14) auf, und verbreitet sich, jedoch nur zum kleineren Theil, in den tiefen Hals- 
muskeln. Der Hauptstamm (z') geht weiter nach hinten, entlässt zwei schwache Zweige (<x) an 
den ersten Stamm (b l ) des Armgeflechtes, und senkt sich dann von der Seite her in das erste 
Brustganglion (g 1 ) ein. 

II. Vom Brusttheil des Sympathicus. 

Der Brusttheil des Sympathicus beginnt nahe am Armgeflecht mit mehreren 
grossen unmittelbar hinter einander liegenden Ganglien. Er erscheint beständig 
als die Forsetzung des oberflächlichen Halstheiles. 

Das Ganglion thoracicum primum (auf der fünften Figur von Taf. II, und 
der vierten und sechsten Figur von Taf. III, mit g x bezeichnet) liegt in der Regel 
in gleicher Höhe mit dem Ganglion trunci nervi vagi, und erscheint als eine 

12 



— 90 — 

ovale, platte Anschwellung des oberflächlichen Halsstammes selbst. Bisweilen 
(Chamaeleo vulgaris) wird es, wie eben gesagt, auch der Sammelpunkt des tiefen 
Halstheiles. Mit den Stämmen des Armgeflechtes (auf den Abbildungen mit 
i l , b 2 etc. bezeichnet), denen es nahe zu liegen pflegt, ist es niemals durch 
Verbindungszweige verknüpft. Dagegen steht dies Ganglion in der Regel (z. B. 
Chamaeleo vulgaris, Salvator Merianae u. A.) mit dem benachbarten Ganglion 
trunci des N. vagus durch mehr oder minder starke Nervenzweige in Verbindung. 
(Auf Taf. ill, fig. 6 und fig. 4 mit ß bezeichnet.) Liegt das Ganglion trunci 
nervi vagi nicht in gleicher Höhe mit diesem ersten sympathischen Brustganglion 
(Varanus Bengalensis), so treten die aus dem letzteren hervorgehenden Verbin- 
dungsfäden in den Stamm des Vagus selbst ein, der aber dann an dieser Stelle 
schon eine vordere ganz kleine Anschwellung zeigt. In seltenen Fällen (z. B. 
Salvator nigropunctatus) fehlt diese Verbindung des ersten Brustganglions mit 
dem Vagus, und dasselbe (Taf. II, fig. 5,g') liegt vollkommen frei in der Bahn 
des sympathischen Halsstammes selbst, — dann aber findet sich in der aus 
dem ersten Brustganglion hervorgehenden Fortsetzung des Stranges unmittelbar 
darauf ein zweites (g 2 ), ebenfalls noch nicht mit den Stämmen des Armgeflechtes 
verbundenes Ganglion, aus welchem der Verbindungszweig («) mit dem Vagus 
entspringt. 

Unmittelbar auf dies erste, oder diese beiden ersten, nicht mit dem Arm- 
geflecht, sondern nur mit dem Vagus verknüpften Brustganglien folgen in der 
Fortsetzung des sympathischen Stranges mehrere andere, den Stämmen des Arm- 
geflechtes (auf Taf. II, fig. 5, Taf. III, fig. 4 und fig. 6 mit b 1 , b 2 , b 3 etc. be- 
zeichnet) sehr nahe liegende, und beständig mit denselben durch Nervenzweige 
in Verbindung stehende Ganglien (g 2 , g 3 etc.). In der Zahl und Form derselben 
sowohl, als auch der aus ihnen hervorgehenden Nervenfäden herrscht die grösste 
Verschiedenheit. Bald ist nur ein solches Ganglion vorhanden (Chamaeleo)^ 
bald finden sich deren zwei, drei, auch mehrere. Selten erscheinen sie oval, 
wie das erste Brustganglion (Taf. III, fig. 6, g 2 ), öfter haben sie eine unregel- 
mässig drei- oder mehreckige Gestalt. Zuweilen gehen aus jedem derselben 
nur einzelne Fäden hervor (Taf. II, fig. 5, y), während in anderen Fällen ein- 
zelne (Taf. III, fig. 4, g 2 ) ein kleines Centrum für sich bilden, von dem aus 
nach allen Richtungen Fäden hervorgehen. Nur darin herrscht bei den ver- 
schiedenartigsten Formen eine sehr grosse Uebereinstimmung, dass die Zweige (/), 
wodurch dieselben mit den Stämmen des Armgeflechtes verbunden sind, niemals 
als Nerven erscheinen, die aus den letzteren hervorgehen, und in diese Ganglien 
sich einsenken, sondern 'umgekehrt von den letzteren aus beständig in centri- 
fugaler Richtung verlaufen, sich an die Stämme des Plexus brachialis anlegen, 



— 91 — 

diese in peripherischer Richtung bisweilen eine Strecke begleiten, und dann 
mit ihnen verschmelzen. Der auf das letzte dieser Ganglien am Armgeflecht 
hervorgehende Grenzstrang erscheint gegen seine frühere Stärke immer ungemein 
schwach. — Aus allen diesen Brustganglien gehen feine Zweige hervor, die 
sich zwischen den Eingeweiden der Brust verlieren, — sie sind indessen überall 
zu schwach, um bis an's Ende verfolgt werden zu können. 

Aus diesen stark entwickelten Brustganglien setzt sich ein feiner Grenzstrang 
(Taf. III, fig. 4 und fig. 6, s' 7 ) längs der Wirbelsäule nach hinten fort, mit dem 
vorderen Zweige jedes .der nächst folgenden Spinalnerven durch einen schwachen 
Faden (d) in Verbindung stehend. Schon nach dem dritten, bisweilen erst nach 
dem fünften der auf das Armgeflecht folgenden Spinalnerven wird indessen 
seine Fortsetzung so fein, dass es unmöglich erscheint, ihn, selbst mit Hülfe 
starker Loupen, weiter zu verfolgen. 



12* 



Erklärung der Kupfertafeln. 



Tafel I. 

Tafel I, Fig. 1. 

Verbreitung der Gehirnnerven an der unteren Fläche des Kopfes von 

Salvator nigropunctatus. 

G, G, Unterkieferhälften, nach aussen zurückgeschlagen. — Die Knochen des 
Gaumengewölbes und die inneren Hebemuskeln des Unterkiefers (Mm. pterygoidei) 
sind entfernt, der Wirbelkanal vom Hinterhauptsbeine an ist geöffnet. 

K, Rechtes Auge, von unten her vom M. adductor maxillae superioris überzogen. — 
K' , M. adductor maxillae superioris, am Keilbeinstiel abgeschnitten, und nach aussen 
zurückgeschlagen, — L, Linker Augapfel. — M, Musculus obliquus inferior. — N, 
Musculus rectus inferior. — O, Musculus suspensorius bulbi. — P, Musculus rectus 
externus, an seinem inneren Ansatzpunkte gelöst und zurückgeschlagen. — Q, Hardersche 
Drüse. — R,R', Aeussere Hebemuskeln des Unterkiefers. — S, Medulla oblongata. — 
T, Aeussere tiefe Halsmuskeln. 

q>, Zweig des N. oculomotorius für den M. rectus superior. — y, Ast desselben 
für den M. rectus inferior. — co, Ast desselben für den M. obliquus inferior. — 
ip, Ast desselben für den M. rectus internus. 

q, Zweig des N. trigeminus für den M. adductor maxillae superioris. — B, Gan- 
glion des zweiten und dritten Astes. — n, Zweiter Ast des Trigeminus. — X, Derselbe 
als N. infraorbitalis. — p, Derselbe als N. alveolaris superior — a, Zweige des 
zweiten Astes für die Haut der Stirn (durchgeschnitten). — ß, ß, Zweig für die Haut 
des unteren Augenlides. — y, Drüsenast des N. maxillaris superior, unterwegs durch 
feine Fäden aus letzterem verstärkt (vgl. d. rechte Seite der Abbildung). — 8, 8', 8'> 
Zweige aus dem zweiten Aste des Trigeminus zum Plexus sphenopalatinus. — s, Truncus 
sphenopalatinus, gebildet aus Zweigen {8', 8') des N. maxillaris superior und aus 
Zweigen (g, g) des Ramus palatinus (p). — £, Zweig aus diesem Stamm zurück an 
den N. infraorbitalis. — f, Zweig aus demselben zurück an den R. palatinus. — 
<r\, Zweig des N. maxillaris superior an die Haut des Oberkiefers. — &" , Nerv für 
die den Zahnrand des Oberkiefers bedeckende innere Mundhaut, gebildet aus &, einem 



— 93 — 

Aste des N. iofraorbitalis, und &', dem R. communicans anterior rami palatini cum 
nervo maxillari superiore. 

o, Dritter Ast des N. trigeminus. — q, Zweig desselben für die vorderen Hebe- 
muskeln des Unterkiefers. — n, Nerv für die Mm, pterygoidei-. — <j, Nerv für die 
hinteren Hebemuskeln des Unterkiefers. — t, R. recurrens cutaneus (vgl. über den- 
selben pg. 20.) 

C, Ganglion des N. facialis. — p, p, R. palatinus, unter B durch einen Knochen- 
kanal des Keilbeins (Canalis Vidianus auct.) nach vorn tretend. — g, g, R. com- 
municans posterior rami palatini cum nervo maxillari superiore (mit den vorhin be- 
schriebenen Zweigen 8', 8' den Truncus sphenopalatinus s zusammensetzend.) — p' , 
Vordere Endigung des R. palatinus, für den vorderen Theil der Gaumenhaut bestimmt. — 
f, Hinterer Hauptstamm des N. facialis, über das (linke Seite der Figur) zwischen 
t und x abgebildete Gehörknöchelchen forttretend. — de, Ramus recurrens ex nervo 
trigemino ad nervum facialem. — t, Chorda tympani. — m, Muskelast des Facialis. — 
e, Ramus communicans externus nervi facialis cum Glossopharyngeo (in das Ganglion 
petrosum, D, einmündend). — i, i, R. communicans internus rami palatini cum 
Glossopharyngeo (mit der unteren Fläche des Ganglion petrosum eng verschmelzend, 
und in den vereinigten Stamm (F) der hinteren Hirnnerven einmündend). 

9, Nervus glossopharyngeus. — D, Ganglion petrosum. — gl, Der aus letzterem 
hervorgehende Stamm des Glossopharyngeus. 

10, Wurzel des N. vagus , mit h' , der ersten Hirnwurzel des N. hypoglossus, 
eben ausserhalb des Schädels verschmelzend, und den R. internus des N. accessorius 
Willisii (11) aufnehmend. — r, Vereinigter Stamm von Vagus und erster Hirnwurzel 
-des Hypoglossus. — l, l, Verstäikungszweige des N. vagus an den Glossopharyngeus, 
dem N. laryngeus superior entsprechend. 

11, Wurzeln des N. accessorius Willisii. — y, Ramus externus nervi accessorii 
(linke Seite der Figur). 

/*', Erste Hirnwurzel des Nervus hypoglossus, mit dem N. vagus verschmelzend. — 
h" , Zweite Hirnwurzel des N. hypoglossus, später ebenfalls mit dem vereinigten 
Stamm F sich verbindend. — 13, Erster Halsnerv. — k, Dessen Hauptzweig, dem 
R. descendens nervi hypoglossi entsprechend, mit dem vereinigten Stamm der hinteren 
Hirnnerven verschmelzend. — u, Zweig des N. vagus für die Carotidendrüse. — 
F, Vereinigter Stamm der Nn. Vagus, Hypoglossus und Sympathicus. — h, Stamm 
des N. hypoglossus. — d, R. descendens desselben. — vs, Vereinigter Stamm von 
Vagus und oberflächlichem Halstheil des Sympathicus. (Ueber die Fortsetzung des 
letzteren vgl. Taf. II, Fig. 5.) — z,z, Schlingen des tiefen Halstheils des Sympathicus. 
■ 



— 94 — 

Tafel II. 

Tafel II, Fig. 1. 
Gehirn und Ursprünge der Gehirnnerven von 

Lacerta ocellata. 

1, N. olfactorius. — 2, N. opticus. — 3, N. oculomotorius. — 4, N. pathetieus. 

5, Wurzel des N. trigeminus. — A, Ganglion des ersten Astes, durch einen 
Einschnitt vom Ganglion des zweiten Astes getrennt. — 5', Erster Ast des Trige- 
niinus. — c, Ramus ciliaris desselben. — rf, Ft. frontalis desselben. — n, R. nasalis 
desselben. — B, Ganglion des zweiten und dritten Astes. — q, Nerv für den M. 
adductor maxillae superioris. — 5", Zweiter Ast des Trigeminus. — 5'", Dritter Ast 
des Trigeminus. — r, Zweig desselben für die Haut der Wange. — 6, Nervus abducens. 

7, Wurzel des Nervus facialis. — C, Ganglion desselben. — p, Ramus palatinus. — 
i, Ramus communicans internus rami palatini cum Glossopharyngeo (hier nicht mit 
dem Glossopharyngeus sich verbindend, sondern als erster Nebenstamm des oberfläch- 
lichen Halstheils des Sympathicus auftretend [vgl. pg. 87]). — x, Ramus recurrens 
nervi trigemini ad nervum facialem. — e, R. communicans externus nervi facialis cum 
Glossopharyngeo , auf der rechten Seite (linke Seite der Figur) mit dem Glossopha- 
ryngeus nicht verschmelzend, sondern nur durch einzelne Verbindungsfäden a, a mit 
dem Ganglion petrosum D verbunden, und von da ab (ee~) als der zweite Nebenstamm 
des sympathischen Halsgeflechtes sich fortsetzend. Er verbindet sich mit i zu dem 
ersten Hauptstamm s' des Halstheils des Sympathicus. Derselbe Nerv mündet auf 
der linken Seite des untersuchten Exemplars (rechte Seite der Figur, e') in das Gan- 
glion petrosum (JDd} ein, von wo er als e'e ebenfalls in den sympathischen Ifaistheil 
übergeht. — t, Chorda tympani. — m, Muskelast des Facialis. 

9, Wurzel des N. glossopharyngeus. — D, Dd, Ganglion petrosum. — gl, Stamm 
des Glossopharyngeus. 

10 und 11, Wurzeln der N. N. Vagus und Accessorius Willisii. — v, Stamm 
des N. vagus. — & fl } ß" , Verbindungsfäden zwischen dem letzteren und dem sym- 
pathischen Halsgeflecht. — y, R. externus N. accessorii Willisii. — &, Dritter Neben- 
stamm des sympathischen Halsgeflechtes, aus dem Stamm des N. vagus entspringend. 
Derselbe verbindet sich mit dem aus dem N. hypoglossus hervorgehenden vierten 
Nebenstamm, &', zum zweiten Hauptstamm, s", des sympathischen Halsgeflechtes. 
Die beiden Hauptstämme, *' und s" , bilden zusammen den oberflächlichen Halsstamm; 
s, des Sympathicus. 

h', Erste Hirnwurzel des N. hypoglossus, den vorderen Theil, h, desselben 
bildend. — h", Zweite Hirnwurzel des N. hypoglossus, mit dem Hauptstamm des 
ersten Halsnerven, 13, den hinteren Theil, k, des Hypoglossus zusammensetzend. — 
hk, Stamm des N. hypoglossus, aus h und k gebildet. 



— 95 — 

Tafel II, Fig. 2. 
Gehirn und Ursprünge der Gehirnnerven von 

Varanus Bengalensis. 

Die Zeichen / bis 13, 5', 5", 5'", A, B, C, q, p, f, x, t. m, gl, v habeu 
dieselbe Bedeutung, wie bei Fig. 1. 

a, Ein aus dem hinteren Hauptstamm, f, des Facialis hervorgehender Nerv; von 
seinen beiden Zweigen ist t die Chorda tympani, während ß wieder mit f ver- 
schmilzt. — i, R. communicans internus rami palatini xum nervo glossopharyngeo, 
verschmilzt mit der unteren Fläche des Glossopharyngeus, lässt sich aber unter dem 
letzteren durch verfolgen, und geht als s' in den oberflächlichen Halstheil des Sym- 
pathicus über. 

8, N. acusticus. — h', Erste Hirnwurzel des N. hypoglossus , mit der Wurzel 
des N. vagus schon im Schädel verschmelzend. — h, Der derselben entsprechende 
vordere Theil des Hypoglossus, eben ausserhalb des Schädels vom Stamm des Vagus 
(v) sich trennend. — l, l, Zwei Verstärkungsäste des N. vagus an den Glosso- 
pharyngeus, dem N. laryngeus superior entsprechend. — h" , Zweite Hirnwurzel des 
N. hypoglossus. Diese setzt durch ihren Zweig K mit dem Aste k" des ersten 
Halsnerven Ql3~) und mit dem zweiten Halsnerven (14) den zweiten Theil (Je) des 
Hypoglossus zusammen, der mit dem ersten Theil (h) durch zwei kurze Nerven (w) 
in Verbindung steht, und den R. descendens (d) des Hypoglossus bildet. 

s', s", Oberflächlicher Halstheil des Sympathicus, *' aus dem Ramus pala- 
tinus, die übrigen aus dem Glossopharyngeus entspringend. — g l , Ganglion thora- 
cicum primum des Sympathicus. Dieses empfängt einen feinen Nervenfaden (&") aus 
dem R. descendens (d) des Hypoglossus, und giebt selbst einige kurze und feine 
Fäden an den benachbarten Stamm (v) des Vagus ab, welcher letztere an der Stelle 
ihrer Aufnahme eine sehr unbedeutende Anschwellung zeigt. 



Tafel II, Fig. 3. 
Gehirn und Ursprünge der Gehirnnerven von 

Iguana tuber culata. 

Die Zeichen 1 bis 13, 5', 5", 5'", A, B, C, D, q, n, rf, p, x, t, m, i, e, v, 
l, gl, y haben dieselbe Bedeutung, wie in Fig. 1 und Fig. 2. 

m'j, m" , Muskelzweige aus dem dritten Aste des Trigeminus. — Ji und hl' , Erste 
und zweite Hirnwurzel des Hypoglossus , den vorderen Theil, h, dieses Nerven 
zusammensetzend. — 13 und 14, Erster und zweiter Halsnerv, durch ihre Zweige k' 
und k" den zweiten Theil, k, des Hypoglossus bildend. — h und k verschmelzen zu 
dem Stamm des Hypoglossus, hk. 



— 96 — 

s', Erster Hauptstamm des oberflächlichen sympathischen Halstheiles, aus dem 
Ganglion petrosum, D, entspringend. — s", Zweiter Hauptstamm desselben, mit a 
und y aus dem Ganglion petrosum, mit ß aus dem Vagus, mit 8 aus dem Hypoglossus 
entstehend. — s'", Dritter Hauptstamm desselben, mit s aus dem Hirnwurzelstamm 
(Ji), mit <? aus dem Halsnervenstamm (Je) des Hypoglossus hervorgehend. — s', s", 
s'" verschmelzen zu dem einfachen oberflächlichen Halsstamm (s) des Sympathicus. 



Tafel II, Fig. 4. 
Gehirn und Ursprünge der Gehirnnerven von 

Chamaeleo vulgaris. 

Die Zeichen 1 — 13, 5', 5", 5'", B, C, D, p, i, f, sc, t, m, e, haben die- 
selbe Bedeutung, wie auf den vorigen Figuren. 

9, Wurzel des Glossopharyngeus. — D, Ganglion petrosum. — g, Schlundast 
des Glossopharyngeus, bis zur Kehlkopfsblase sich ausbreitend. — o, Verstärkungsast 
des Glossopharyngeus an den Hypoglossus, dem Zungenast des ersteren entsprechend. — 
10, Wurzeln des Vagus. — l, Verstärkungsast des letzteren an den Glossopharyngeus 
(in das Ganglion petrosum eintretend). — h, Hirnwurzel des N. hypoglossus. — 
hg, Vereinigter Stamm von Glossopharyngeus und Hypoglossus. — d, Ramus 
descendens nervi hypoglossi. — v, Stamm des N. vagus. — 13, Erster Halsnerv, 
der Hirnwurzel des N. hypoglossus zwei kurze und feine Verstärkungszweige gebend. — 
s, Oberflächlicher Halstheil des Sympathicus, aus dem Ganglion petrosum hervor- 
gehend. — z, Schlingen des tiefen Halstheils des Sympathicus. (Ueber die Fort- 
setzung des letzteren vgl. Taf. III, Fig. 6.) 



Tafel II, Fig. 5. 
Brusttheil des Sympathicus von 
Salvator nigropunetatus. 
vs, Vereinigter Stamm von Vagus und oberflächlichem Halstheil des Sympathicus. — 
v, N. Vagus. — gv, Ganglion trunci nervi vagi. — s, Oberflächlicher Halstheil des 
Sympathicus. — g 1 , Erstes Brustganglion des Sympathicus. — * l , Die aus dem- 
selben hervorgehende Fortsetzung des letzteren, — g" 1 , Zweites Brustganglion, durch 
eine Nervenschlinge (a) mit dem Stamm des Vagus verbunden. — g 3 , g 4 -, g s , Drittes, 
viertes, fünftes Brustganglion. — hl., b 2 , b s , Stämme des Armgeflechtes. — c 1 , c 2 , 
Die auf das Armgeflecht folgenden Spinalnerven. — y, y, Verbindungszweige aus 
dem Brustganglion an die Stämme des Armgeflechtes. — s", Fortsetzung des sym- 
pathischen Grenzstranges jenseits des Armgeflechtes. — 8, 8, Zweige an die folgenden 
Spinalnerven. 



— 97 — 

Tafel III. 

Auf dieser Tafel sind,, wo in der Beschreibung nicht ausdrücklich das Gegentheil 
bemerkt ist, folgende Zeichen für alle Figuren gleich bedeutend: 

M, Medulla oblongata. — 7 , Wurzel des N. facialis. — C, Ganglion desselben. — 
p, R. palatinus. — i, R. communicans internus rami palatini cum Glossopharyngeo. — 
f, Hinterer Hauptstamm des Facialis. — x, R. recurrens nervi Trigemini ad nervum 
facialem. — t, Chorda tympani. — m, Muskelast des Facialis. — e, R. communicans 
externus nervi facialis cum Glossopharyngeo. — 8, N. acusticus. — 9, Wurzel des 
Glossopharyngeus. — ü, Ganglion petrosum. — gl, Stamm des Glossopharyngeus. — 
10, Wurzeln des Vagus. — E, Ganglion radicis nervi vagi. — v, Stamm des N. 
vagus. — l, Verstärkungsast des letzteren an den Glossopharyngeus, dem N. laryn- 
geus superior entsprechend. — y, Ramus externus nervi accessorii Willisii. — 
h', Erste Hirnwurzel des Hypoglossus. — h" , Zweite Hirnwurzel desselben. — 
13, Erster, — 14, zweiter, — 15, dritter Halsnerv. — h, Stamm des N. hypo- 
glossus. — hg, Vereinigter Stamm von Glossopharyngeus und Hypoglossus. — 
d, R. descendens nervi Hypoglossi. — w, Verbindungszweige zwischen diesem und 
dem Hauptstamm des Hypoglossus. — *. Oberflächlicher Halstheil des Sympathicus. — 
z, Schlingen des tiefen Halstheils. 



Tafel III, Fig. 1 

Ursprünge und Verbindungen der hinteren Gehirnnerven von 

Istiurus Amboinensis. 

Ueber die meisten Zeichen dieser Figur vgl. die eben gegebeue allgemeine Be- 
schreibung. 

z', Nervenfaden aus dem R. descendens Hypoglossi (d~) an den oberflächlichen 
Halstheil des Sympathicus (s~). — y, R. externus nervi accessorii; sein letztes Ende 
verschmilzt mit einem Zweig des dritten Halsnerven (15) zu einer Schlinge. 



Tafel III, Fig. 2. 
Ursprünge und Verbindungen der hinteren Gehirnnerven von 

Agama spinosa. 

Ueber 7 , C,- p, i, f, e, t, m, 9, D, gl, hg, E, 10, ti, h", 13, h, k, v, s 
siehe Oben. , 

a, Vereinigter Stamm der beiden Rami comniunicantes (internus [«'] und externus [e]) 
nervi facialis cum Glossopharyngeo. — r/ft, Vereinigter Stamm von Glossopharyngeus 

13 



— 98 — 

und Sympathicus. — 99, Giossopharyngeus, aus gs hervorgehend. — E, Ganglion 
radicis nervi Vagi. — 10, Der aus E hervorgehende Stamm des Vagus, mit der ersten 
Hirnwurzel (//) des Hypoglossus zu einem Stamm (hv) verschmelzend. — /*, Ver- 
stärkungszweig aus diesem Stamm an den zweiten Theil (k) des Hypoglossus, der 
ersten Hirnwurzel (/*') des letzteren entsprechend. — l, Verstärkungsast des Vagus 
an den Giossopharyngeus, mit letzterem (99) in das Ganglion petrosum (D) ein- 
tretend. — gl, der aus diesem Ganglion hervorgehende Stamm des Giossopharyngeus, 
mit dem Hypoglossus zu einem gemeinschaftlichen Stamme (hg) verschmelzend. — 
Der aus hv beivorgehende Stamm des Vagus (v) verschmilzt mit dem aus gs ent- 
springenden oberflächlichen Halstheil (s) des Sympathicus zu einem kurzen Stamm 
(vs), der sich bald wieder in seine beiden Elemente theilt. — Der aus der zweiten 
Hirnwurze! (//') und dem ersten Halsnerven (13) gebildete zweite Theil (k) des Hypo- 
glossus nimmt aus hv den der ersten Hiruwurzel (h') entsprechenden Nerven h, später 
auch den aus dem Ganglion petrosum (D) hervorgehenden Giossopharyngeus (gl) auf. 



Tafel III, Fig. 3. 

Ursprünge und Verbindungen der hinteren Hirnnerven von 

Platydaciylus guttatus. 

Ueber 3, 5, 5', 5", 5'", A, B, rf, n vgl. die Beschreibung von Taf. II, Fig. 1. — 

Ueber M, 7, C, p, i, f, t, e, m, 9, 10, n, h", 13, v, h, k, D, gl, l, y, s, siehe 

oben den Anfang der Erklärung von Tafel III. 

em, Vereinigter Stamm des Muskelastes (m) und des R. communicans externus (e) 
des N. facialis. — e verschmilzt hier nicht mit dem Ganglion petrosum (D), sondern 
kreuzt den aus letzterem hervorgehenden Stamm (gl) des Giossopharyngeus; seine 
directe Fortsetzung ist *, der oberflächliche Halstheil des Sympathicus. — /*'", Dritte 
Hirnwurzel des Hypoglossus; die beiden ersten, h' und h", bilden den Stamm h, die 
dritte (h'") und ein beträchtlicher Zweig des ersten Halsnerven (13) den Stamm k\ 
h und k bilden zusammen den Hypoglossus, hk. 



Tafel III, Fig. 4. 
Verbindungen der hinteren Hirnnerven und Brusttheil des Sympathicus 

von Salvator Merianae. 
F, Vereinigter Stamm sämmtlicher hinteren Hirnnerven. In denselben treten ein: 
I) e ; R. communicans externus nervi facialis cum Glossopharyngeo; 2) 9, Wurzel 
des Giossopharyngeus, einen Verstärkungszweig, /, aus dem Vagus aufnehmend, welcher 
dem N. laryngeus superior entspricht; 3) 10, Vagus; 4) //', Hypoglossus. 



— 99 — 

Aus dem Stamm F gehen hervor: 1) hg, Der vereinigte Stamm von Glosso 
pharyngeus undHypoglossus; 2) vs, Der vereinigte Stamm von Vagus und Sympathicus. — 
h, Stamm des N. hypoglossus. — g, N. laryngeus superior. — d, Ramus descendens 
nervi Hypoglossi. 

v, Stamm des N. vagus. — a, s, Zweige für das Herz. — 8, Ramus recur- 
rens uervi Vagi. — f, tj, Zweige für die Speiseröhre. — <dk, d', Zweige für Magen 
und Lunge. — s, Oberflächlicher Halsstamm des Sympathicus. — g x , g 2 , g s , g*, 
Brustganglien des Sympathicus. — • b 1 , b 2 , b s , b i , Stämme des Anngeflechtes. — 
c, Der auf das Armgeflecht folgende Spinalnerv, — y, y, y, Verbindungsfäden 
zwischen dem zweiten, dritten und vierten Brustganglion. — y, y, Verbindungsfäden 
des zweiten Brustganglions mit den Stämmen des Armgeflechtes. — .st" , Fortsetzung 
des Grenzstranges. 

Tafel III, Fig. ö. 

Hauptzüge der Gehirnnerven von 

Crocodilus biporcatus. 

3, Wurzel des N. oculomotorius. — gc, Ganglienartig angeschwollener Stamm 
desselben. — a, Nerv für den M. rectus inferior. — a , Nerv für den M. rectus 
internus. — a", Nerv für den M. obliquus inferior. 

5, Wurzel des N. trigeminus (mit zwei Portionen entspringend). — 5', Erster 
Ast des Trigeminus. — A, Ganglion des ersten Astes. — rf, ff, Fäden für die 
Haut der Stirngegend. — c, Ramus ciliaris des ersten Astes, mit dem ganglienartig 
angeschwollenen Stamm des N. oculomotorius sich verbindend. — B, Ganglion des 
zweiten und dritten Astes des Trigeminus. — n, Zweiter Ast des letzteren. — 
X, Nervus infraorbitalis. — e, Zweig aus dem letzteren an den Plexus sphenopalatinus. — 
y Drüsenzweig des zweiten Astes. — &. &", Gaumenhautzweige des zweiten Astes^ 
verbunden mit dem R. communicans anterior (&') rami palatini. — (i, Vordere Endigung 
des N. infraorbitalis als N. alveolaris anterior. — d', d' , Rami dentales. — p, Ramus 
alveolaris posterior des zweiten Astes. — 8, d', Zweige desselben zum Plexus spheno- 
palatinus. — pl, Plexus sphenopalatinus, — £, Zwei feine Nerven, aus dem letzteren 
nach innen umbiegend, und mit g, dem R. communicans posterior rami palatini, ver- 
schmelzend. — d, Rami dentales nervi alveolaris posterioris. — x, R. recurrens ad 
nervum facialem, aus dem Ganglion B hervorgehend. 

5'", Dritter Ast des Trigeminus. — q, Nerv für den M. adduetor maxillae 
superioris, aus der Portio motoria der Trigeminus Wurzel hervorgehend. — m', tri, 
Nerven für die Hebemuskeln des Unterkiefers. 

7, Wurzel des N. facialis. — C, Ganglion desselben. — p, p, Ramus pala- 
tinus. — g, Ramus communicans posterior rami palatini cum nervo maxillari superiore. — 

13* 



— 100 — 

&', Ramus communicans anterior. — f, Hinterer Hauptstamm des Facialis. — e, Ver- 
bindungsast aus dem letzteren an das Ganglion (D) der hinteren Hirnnerven. — 
t, Chorda tympani (?). — m, Muskelast des Facialis. 

10, Wurzeln des N. vagus und N. glossopharyngeus, in die innere kleinere 
Hälfte des Ganglions D einmündend. — k\ Erste Hirnwurzel des Hypoglossus, in 
die äussere grössere Hälfte des Ganglions D sich einsenkend. 

D, Ganglion der hinteren Hirnnerven. — Aus demselben gehen hervor: J) gl, 
Stamm des Glossopharyngeus. — %, Zweig desselben an den vorderen Ast des N. 
laryngopharyngeus. — 2) Ip, Nervus laryngopharyngeus. — Is, Dessen vorderer Ast, 
nach Aufnahme des Zweiges g als N. laryngeus superior sich verhaltend. — Id, Ab- 
steigender Ast des N. laryngopharyngeus, an der Speiseröhre sich ausbreitend, und 
die Rami recurrentes nervi Vagi entsendend. — 3) v, Stamm des Vagus. — 4) k, 
Erster Theil des Hypoglossus, der ersten Hirnwurzel //' desselben entsprechend. Der- 
selbe vereint sich mit einem Zweige der zweiten Hirnwurzel (Je) zum Stamme (/<) des 
Hypoglossus. — 5) y, Feiner Verstärkungszweig an den Ast y' des ersten Hals- 
nerven Ql3~), dem Ramus externus nervi accessorii entsprechend. — 6) *, Sym- 
pathicus impar. 

Der erste Halsnerv ist mit 13 bezeichnet. Dieser nimmt den Zweig z aus der 
zweiten Hirnwurzel auf, und entsendet den mit y sich verbindenden Zweig y in den 
MI. omomastoideus, den Zweig y" in den MI. splenius capitis. 



Tafel III, Fig. 6. 
Der oberflächliche und tiefe Halstheil und der Brusttheil des Sympathicus 

von Chamaeleo vulgaris. 

Ueber die Bedeutung der Zeichen 9, 10, h, l, D, i, e, hg, v, vgl. Taf. II, Fig. 4. 

s, Oberflächlicher Halstheil des Sympathicus. — g 1 , Erstes Brustganglion des- 
selben. — ß Verbindungsschlinge mit dem Stamm des Vagus. — z' , Tiefer Halstheil 
des Sympathicus, aus einem Zweige (z) des ersten Halsnerven (13~), und einem Zweige 
(c) des zweiten Halsnerven (14~) gebildet. — Derselbe entlässt zwei Zweige (a) an 
den ersten Stamm (S 1 ) des Armgeflechtes, und senkt sich in die Mitte des ersten 
Brustganglions (g 1 ) ein. 

*', Fortsetzung des Sympathicus zwischen dem ersten (g 1 ") und dem zweiten 
Brustganglion (g 2 ~). — y, Verbindungszweig aus dem zweiten Brustganglion an den 
auf das Armgeflecht folgenden Spinalnerven, c. — s" , Fortsetzung des Grenzstranges 
jenseits des Armgeflechts. — 8, 8', Verbindungszweige an die folgenden Spinalnerven. 



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